Evangelischer Kirchenkreis Paderborn besorgt über politische Lage im Iran
100 Menschen demonstrierten für Menschenrechte im Iran

Nach Januar 2018 fand in Paderborn jetzt erneut eine Demonstration für Freiheit und Menschenrechte im Iran statt. FOTO: EKP

Nach Januar 2018 fand in Paderborn jetzt erneut eine Demonstration für Freiheit und Menschenrechte im Iran statt.
FOTO: EKP

Paderborn/Kirchenkreis (ekp/wels). Rund 100 Menschen demonstrierten am 18. Januar 2020 in Paderborn für Freiheit, Menschenrechte und Gleichheit im Iran. Zu der Demonstration aufgerufen hatte der Evangelische Kirchenkreis Paderborn, der besorgt ist über die aktuelle politische Situation im Iran. „In unseren Gemeinden leben etliche Christinnen und Christen, die aus dem Iran stammen. Sie machen sich Sorgen um die Menschen in ihrer Heimat“, begründete Volker Neuhoff, Superintendent des Kirchenkreises, im Vorfeld die Solidaritätsaktion.
Der Demonstrationszug führte vom Hauptbahnhof durch die Westernstraße bis zum Rathausplatz. Dort sprach Pastor Mehrdad Sepehri Fard, der im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche Seelsorger für persischsprachige Christinnen und Christen ist. Sein Dienstsitz ist beim Evangelischen Kirchenkreis in Paderborn.
„Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“, zitierte Sepehri Fard aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die auch der Iran unterzeichnet habe. „Der gleiche Iran, der heute auf sein eigenes Volk schießt.“ Frauen und Männer aus allen Teilen des Landes gingen seit Monaten auf die Straßen und protestierten gegen die Islamische Republik, „das System der Unterdrückung und Gewalt“. „Vierzig Jahre lang wurde das iranische Volk unterdrückt. Jede politisch kontroverse Meinung wurde aufs Schärfste unterdrückt und unterbunden“, so der Pastor.
In diesem Moment kämpften Iraner auf den Straßen ihres Landes gegen Zwangsheirat, Gewalt, die Erniedrigung von Frauen, Folter, Gefangenschaft aufgrund politischer oder religiöser Zugehörigkeit, gegen Religionszwang und Zwangsverschleierung, gegen die Unterstützung von Terrorismus und den Machtmissbrauch der Mullahs. „Wir fordern von der Bundesregierung einen vollständigen Neuanfang der deutschen Iranpolitik“, so Sepehri Fard: „Lasst die Menschen nicht alleine. (…) Seid das Sprachrohr der Demokratie und der Menschenrechte. Unterstützt die Menschen öffentlich in ihrem Kampf für eine säkulare Demokratie im Iran.“
Mehrdad Sepehri Fard wurde in Teheran (Iran) geboren. 1997 kam er nach Deutschland. Bis zu seiner Einführung als hauptamtlicher Seelsorger für persischsprachige Christen im Oktober 2017 übte er diese Tätigkeit viele Jahre ehrenamtlich aus.

 

 

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