Drei Künstler fordern die Kirchgänger zum Dialog auf
12. Communicare in Warburg: Monumental und kraftvoll

In einen Dialog eintreten: Laudatorin Friederike Fast (v. l.) vom Herforder Marta-Museum für moderne Kunst, die Bielefelder Künstler Anne Doris Borgsen, Philipp Göbel, und Daniela Meyer sowie Initiator Pfarrer Karl-Heinz Bartsch.

In einen Dialog eintreten: Laudatorin Friederike Fast (v. l.) vom Herforder Marta-Museum für moderne Kunst, die Bielefelder Künstler Anne Doris Borgsen, Philipp Göbel, und Daniela Meyer sowie Initiator Pfarrer Karl-Heinz Bartsch. Foto: Burkhard Battran

Von Burkhard Battran

Warburg. „Ich bin schwer beeindruckt“; „Die Konzentration auf den Gottesdienst fällt mit diesen Bildern nicht leicht“; „Ich nehme den Raum jetzt ganz andres war“ – so waren Reaktionen auf die neue Communicare-Ausstellung. Unter großer öffentlicher Beteiligung ist die 12. Communicare in der evangelischen Kirche Maria im Weinberg in Warburg eröffnet worden. Wohl noch nie hat sich die Kunst in der 24-jährigen Communicare-Geschichte so monumental und kraftvoll den barocken Kirchenraum erobert.

„Bisher lag der Schwerpunkt immer auf Skulpturen und Installationen, die sich zumeist auch irgendwie in den Raum eingefügt haben“, erläutert Pfarrer Karl Heinz Bartsch (67), der 1996 die zweijährig stattfindende Communicare initiiert hat. Inzwischen ist Bartsch im Ruhestand, was ihn aber nicht abhält, sich weiterhin für die Communicare zu engagieren.

Die Kirche Maria im Weinberg ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, weshalb dort nicht einfach Nägel in die Wand geschlagen werden dürfen. Um ihre Bilder zu präsentieren, haben die drei Künstler darum Stellwände und Gerüste gebaut, an denen sie ihre Bilder angebracht haben. Die Bilder fügen sich nicht brav in den Raum ein, sondern nehmen ihn mutig ein. „Zugleich gehen die Malereien einen gezielten Dialog mit der Umgebung ein, indem die Künstler ihre Werke installativ im Raum präsentieren“, sagte die Kunstexpertin Friederike Fast, im Hauptberuf Kuratorin am Herforder Marta-Museum für zeitgenössische Kunst, bei der Eröffnung. Die Ausstellungsbesucher zeigten sich beeindruckt.

Die drei Künstler Philipp Donald Göbel, Anne Doris Borgsen und Daniela Meyer betreiben seit zwölf Jahren eine Ateliergemeinschaft in Bielefeld. Alle drei Künstler verbindet, dass sie von der gegenständlichen Malerei herkommend sich heute vor allem in der Abstraktion ausdrücken.

Daniela Meyer (55) hat ein technisches Studium an der Hochschule OWL absolviert und ist über die autodidaktische Beschäftigung mit der Malerei zur Kunst gekommen. Seit fast 20 Jahren ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.

Anne Doris Borgsen (69) hat nach ihrem Kunststudium zunächst eine Lehrtätigkeit an der Bielefelder städtischen Schule für Kunst und Musik ausgeübt und parallel ihr eigenes Kunstschaffen vorangetrieben. Seit fast 50 Jahren stellt Borgsen öffentlich aus.

Philipp Donald Göbel (51) hat Kunstgeschichte und Keltologie in Marburg studiert sowie Freie Kunst in Braunschweig. Seit fast 20 Jahren lebt und arbeitet Göbel in Bielefeld.

Öffnungszeiten:
Die Ausstellung kann noch bis zum 2. September besucht werden: Sonntags nach dem Gottesdienst von 11.30 bis 17 Uhr und samstags von 15 bis 17 Uhr.

Große Stellwand: Künstlerin Anne Doris Borgsen mit ihren Arbeiten.

Große Stellwand: Künstlerin Anne Doris Borgsen mit ihren Arbeiten. Foto: Burkhard Battran

 

Räume der Kunst in den Kirchenraum gebaut: Der Bielefelder Maler Philipp

Räume der Kunst in den Kirchenraum gebaut: Der Bielefelder Maler Philipp
Donald Göbel. Foto: Burkhard Battran

 

Bilderturm: Malerin Daniela Meyer.

Bilderturm: Malerin Daniela Meyer. Foto: Burkhard Battran

 

 

 

Print Friendly