FESTGOTTESDIENST zum Jubiläum am 29. September
150 Jahre Kreuzkirche Nieheim

Turmspitze und Innenraum der Nieheimer Kreuzkirche, die Menschen seit 150 Jahren einlädt. FOTOS: HEIDE WELSLAU

Turmspitze und Innenraum der Nieheimer Kreuzkirche, die Menschen seit 150 Jahren einlädt.
FOTOS: HEIDE WELSLAU

NIEHEIM (wels). Am Sonntag, 29. September, besteht die Kreuzkirche in Nieheim seit genau 150 Jahren, so steht es in der Chronik, die zum 125-jährigen Geburtstag der Kreuzkirche veröffentlicht wurde. Aus diesem Anlass lädt die Evangelische Christus-Kirchengemeinde Emmer-Nethe an diesem Tag um 13.30 Uhr zum Festgottesdienst in die Kreuzkirche ein. Festprediger ist der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Ulf Schlüter. Auch der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Volker Neuhoff, nimmt teil. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen der Kirchen- und Posaunenchor der Gemeinde. Im Anschluss wird zu Kaffee und Kuchen ins benachbarte Gemeindehaus eingeladen.

 

 

 

 

 

Das Jubiläum fällt in das Jahr, in dem die Selbstständigkeit der Kirchengemeinde Marienmünster-Nieheim endet. Seit Pfingstmontag ist sie Teil der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde Emmer-Nethe. „Planung und Bau der Kreuzkirche erfolgten in einer für die damals noch junge evangelische Gemeinde (sie gehörte bis Mitte des 19. Jahrhunderts zur Kirchengemeinde Bruchhausen) schweren Zeit. Die Gemeinde war arm und die Diasporasituation erschwerte das Gemeindeleben“, so schreibt es der ehemalige Presbyter und Kirchmeister, Dr. Heinz L. Pape, in der aktuellen Ausgabe des Gemeindebriefs.
Trotz alledem hätten die evangelischen Christen, angeregt und ermutigt vom damaligen Pfarrer Adolf Eberhard Delius, den Mut gehabt, den Kirchenbau anzugehen. Der Pfarrer habe maßgeblich zur Finanzierung des Vorhabens beigetragen: Er nahm mühevolle und zeitaufwendige Bahnreisen von Altenbeken nach Berlin auf sich, „um das Geld unter anderem mit Unterstützung seiner Mutter in Hauskollekten zusammenzutragen“. „Der Kostenvoranschlag des Architekten, Stadtbaumeister W. Schults aus Duisburg, belief sich auf 6.500 Taler. Für die Orgel waren noch einmal 700 Taler aufzubringen. Damit kostete die Orgel schon damals mehr als ein Zehntel des Kirchenbaus“, stellt Heinz Pape fest. Die Kaufkraft des Talers sei um 1850 etwa elfmal größer gewesen als die des Euro im Jahr 2018. Die Baukosten in Höhe von 6.500 Talern entsprächen demnach gut 71.500 Euro, „eine horrende Summe für die damalige Zeit“, so Pape.

Kreuzkirche, durch das unzählige Gläubige eingetreten sind. FOTO: HEIDE WELSLAU

Das schöne Portal der Kreuzkirche, durch das unzählige Gläubige eingetreten sind.

Eine beeindruckende Leistung war es ebenfalls, wie schnell der neugotische Bau realisiert wurde: „Von der Grundsteinlegung am 15. Mai 1868 bis zur Einweihung am 29. September 1869 vergingen gerade einmal sechzehn Monate“, informiert Pape weiter. Die meisten Gewerke führten Handwerker aus Nieheim und Nachbargemeinden aus. Infolge eines Orkans stürzte der Kirchturm am 17. Dezember 1869 ein. Die Baumängel konnten nicht aufgeklärt werden, der Turm wurde wieder aufgebaut.
„Seit 150 Jahren hat die Kreuzkirche trotz aller Widernisse, die die Zeitläufe mit sich brachten, einen ebenso festen Platz im Stadtbild Nieheims wie auch die evangelischen Christen in der Gemeinschaft der Menschen unserer Region“, so Heinz Pape und ermutigt: „Trotz aller Sorgen sind wir heute in einer deutlich besseren Situation als viele unserer Vorgänger in der Vergangenheit. Nehmen wir uns doch deren Mut und Beharrlichkeit zum Vorbild und gehen mit Gottvertrauen in die Zukunft, damit auch unsere Nachkommen in Zukunft noch mit Gottes Hilfe das Bestehen der Kreuzkirche feiern können.“

 

Print Friendly