Kirchenkreis Paderborn rief zur Demonstration auf
150 Menschen zeigten ihre Solidarität mit Protestbewegung im Iran

150 Menschen zogen am 6. Januar friedlich durch die Paderborner Innenstadt. Sie forderten Freiheit und Menschenrechte für den Iran. FOTO: HEIDE WELSLAU

150 Menschen zogen am 6. Januar friedlich durch die Paderborner Innenstadt. Sie forderten Freiheit und Menschenrechte für den Iran. FOTO: HEIDE WELSLAU

Paderborn (ekp/wels). 150 Menschen folgten am 6. Januar dem Aufruf des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn und nahmen an der Demonstration teil, die aus Solidarität mit der aktuellen Protestbewegung im Iran stattfand. Während des friedlichen Demonstrationszuges vom Paderborner Hauptbahnhof zum Historischen Rathaus riefen die Teilnehmenden immer wieder: „Freiheit für Iran“, „Wir wollen keine Islamische Republik“ und „Diktator raus aus dem Iran“.
Den Umsturz des korrupten und diktatorischen Regimes im Iran nannte Pastor Mehrdad Sepehri Fard (Paderborn) in seiner Rede vor dem Paderborner Rathaus als eines der Ziele. „40 Jahre lang hat die iranische Regierung statt mit Demokratie und Menschenrechten mit Gewalt, Grausamkeit, Unterdrückung und Folter regiert“, so der Seelsorger für persischsprachige Christen in der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche. Sepehri Fard wurde in Teheran geboren und lebt seit 1997 in Deutschland.
Christen, Anhänger der Bahai, Zoroastrier, Sunniten, Türken, Kurden „und alle anderen Gruppierungen, die nicht in das Weltbild der Mullahs“ passten, würden gefoltert, ermordet und Angehörige verfolgt. Die internationale Gemeinde dürfe das nicht tolerieren. „Wir fordern auch die deutsche Regierung, sich solidarisch gegenüber den Protestierenden im Iran zu zeigen!“, so Sepehri Fard.
„Jetzt in diesem Moment kämpfen Iraner auf den Straßen ihres Landes gegen die Zwangsheirat. Gegen Gewalt. Gegen die Erniedrigung von Frauen. Gegen Kindesmissbrauch. Gegen Folter. Gegen Gefangenschaft durch eine politische oder religiöse Zugehörigkeit. Gegen den Religionszwang und die Zwangsverschleierung. Gegen das Elend. Gegen die wirtschaftliche Krise. Gegen die Unterstützung von Terrorismus. Gegen den Machtmissbrauch der Mullahs“, nannte Sepehri Fard die Inhalte der Proteste. In ihrem Recht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit würden die Protestierenden verletzt, verfolgt, festgenommen und gefoltert. „Es gibt schon jetzt viel zu viele Tote und die Zahl wird weiter steigen“, so der Seelsorger.
Im Vorfeld der Demo hatte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Volker Neuhoff, gesagt: „In den Gemeinden unseres Kirchenkreises leben etliche Christen, die aus dem Iran stammen. Sie machen sich Sorgen um die politische Entwicklung und die Menschen in ihrer Heimat.“

Vor dem Paderborner Rathaus hielt Pastor Mehrdad Sepehri Fard (rechts), Seelsorger für persischsprachige Christen, eine Rede. Zu den Teilnehmenden gehörte auch Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. FOTO: HEIDE WELSLAU

Vor dem Paderborner Rathaus hielt Pastor Mehrdad Sepehri Fard (rechts), Seelsorger für persischsprachige Christen, eine Rede. Zu den Teilnehmenden gehörte auch Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. FOTO: HEIDE WELSLAU

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