MARIENMÜNSTER –Kontinuität, Gemeinschaft und einen sinnvollen, geregelten Tagesablauf, ein hohes Maß an Menschenwürde und jeden Tag ein bisschen Lebensfreude – all das möchte das Albert-Schweitzer-Haus in Marienmünster-Vörden seinen Bewohnern bieten. 72 Seniorinnen und Senioren können hier betreut werden – in sechs Wohnungen mit je zwölf Bewohnern.

Die Alteneinrichtung des Evangelischen Johanneswerks aus Bielefeld, die im vergangenen Sommer die ersten Bewohner aufgenommen hat, ist nun feierlich eröffnet worden. Rund einhundert geladene Gäste nahmen an dem Festakt teil, darunter auch Superintendentin Anke Schröder als Vetreterin des Kirchenkreises Paderborn und der Diakonie Paderborn-Höxter e. V.

Mit einem „Maßanzug“ verglich Bauherr Rainer Koch von der „part AG“ in seiner Ansprache das „Projekt Marienmünster“, das in bester Zusammenarbeit mit der Stadt, dem evangelischen Altenheim-Betreiber und den am Bau beteiligten Unternehmen geplant und errichtet worden sei. Fragen von Architektur und Städtebau, von Konzeption, Wirtschaftlichkeit und Qualität seien in Einklang gebracht und perfekt auf die Anforderungen vor Ort zu geschnitten.

Gemäß den Richtlinien des „Kuratorium Deutsche Altershilfe“ ist das neue Altenheim, das nach dem berühmten Urwald-Doktor von Lambarene „Albert-Schweitzer-Haus“ genannt wurde“, eine Einrichtung der vierten Generation. Das „Kuratorium Deutsche Altenhilfe“ engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung für die Ermittlung, Entwicklung und Verbreitung von Alternativen zur traditionellen Heimunterbringung von Seniorinnen und Senioren.

Idee des Albert-Schweitzer-Hauses ist entsprechend diesen Richtlinien die Orientierung an einem Lebensgefühl, das den meisten Bewohnern vertraut ist. Untergebracht werden sie in familienähnlichen Wohngruppen, wo sie sich je nach ihren Möglichkeiten an Alltagstätigkeiten wie dem gemeinsamen Kochen oder Wäsche waschen beteiligen. Der Ansiedelung des Hauses im ländlichen Raum entsprechen ein eigener Hühnerhof und Kaninchenställe an den Wohnungen. Die Tiere schenken den Bewohnern jeden Tag ein bisschen Wärme und Freude. Durch Einbeziehung in die Tagesstruktur und -organisation werden Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und Würde der Bewohner gestärkt.

Dr. Gottfried Schütz von der Mainzer Albert-Schweitzer-Gesellschaft hob als Festredner die Bedeutung des Namens für die offiziell eröffnete Einrichtung hervor: Der vielfach begabte Theologe, Arzt, Musiker, Schriftsteller und Baumeister Albert Schweitzer habe ein Leben zum Wohle bedürftiger Menschen geführt. Kennzeichnend sei nicht zuletzt sein Wille zum Handeln: „Albert Schweitzer ist nicht ein Name, sondern Programm“, so Schütz.

ch

 

 

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn19.01.06