Ausstellung zeigt lebensgroße „Alltagsmenschen“
BAD LIPPSPRINGE Bildhauerin Christel Lechner stellt im Park des Martinstifts aus
Quartett mit „Jubelpfanne“: (v.l.) Die Geschäftsführerin des Martinstifts Birgit Heckers, die Künstlerin Christel Lechner und der Bürgermeister von Bad Lippspringe, Andreas Bee. FOTO: EKP/HEIDE WELSLAU
Die Erfahrung, dass das Mitmachen bei einer Polonaise Spaß machen kann, hat die Bildhauerin Christel Lechner (vorne) selbst gemacht. Die Skulpturengruppe ist der Höhepunkt der aktuellen Ausstellung „Alltagsmenschen“ in Bad Lippspringe. FOTO: EKP/HEIDE WELSLAU
Weiterschauen: Mehr Bilder aus der Ausstellung im Martinstift Bad Lippspringe
BAD LIPPSPRINGE (ekp/wels). 80 bis 100 Kilo sind sie schwer, die lebensgroßen
Beton-Skulpturen der Bildhauerin Christel Lechner aus Witten. Bis zum 31.
Oktober zeigt die Künstlerin 35 ihrer „Alltagsmenschen“ im Außengelände des
Evangelischen Martinstifts an der Mühlenflößstraße 19 in Bad Lippspringe.
Bewohner des Altenheims, Bürger und Bewohner dürfen sich freuen: Eine kleine
Auswahl der Figuren werden im frei zugänglichen Park des Martinstifts sesshaft
werden.
Vorbilder für die Skulpturen sind wahre Menschen – auch Bekannte und Freunde,
die Christel Lechner zunächst fotografiert. In einem dreimonatigen
Arbeitsprozess entstehen dann die Figuren aus hitze- und frostbeständigem
Glasfaserbeton. Zuletzt werden die Kleidung und die Farben ausgewählt und
aufgetragen. Seit 25 Jahren arbeitet Christel Lechner, die 1982 die
Meisterprüfung an der Werkkunstschule Münster ablegte, mit dem Werkstoff Beton.
Merkmal der Skulpturen, die sie im In- und Ausland zeigt, ist ihre meist üppige
Leibesfülle. „Meine Alltagsmenschen sind nicht perfekt. Es sind Menschen, die
mit einem Schmunzeln im Gesicht zufrieden auf ihr Leben zurückblicken“, so
Lechner. Dabei stehen sie noch mitten im Leben, wie die „Raumperle“ (Putzfrau),
die einen Kittel trägt und mal eben draußen eine Zigarette raucht, oder die
„Jubelpfanne“ (ein Ruhrgebietsausdruck für dicke, glückliche Frauen), die im
Moment vor dem Eingang des Martinstifts sitzt. Ganz in der Nähe präsentieren
sich die Badenden am Bachlauf in optimaler Umgebung.. Sozialkritische Aspekte
möchte Christel Lechner nicht ansprechen. Und sie zieht es vor, ihre Skulpturen
im öffentlichen Raum zu präsentieren statt in Museen und Galerien. Dort, wo die
Menschen im Alltag sind.
Die Fröhlichkeit von Lechners Alltagsmenschen kommt besonders bei einer
Installation auf einer weiten Rasenfläche zum Ausdruck. Hier formiert sich eine
große Skulpturengruppe zu einer Polonaise. Die Erfahrung, dass das Spaß macht,
wenn man selbst dabei ist, hat die Künstlerin persönlich gemacht. Und Spaß ist
auch beim Besuch der Skulpturenausstellung garantiert.
Info: www.christel-lechner.de
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 16.08.10