Partnerschaft und Einsamkeit waren Schwerpunkte der Anrufe
BILANZ Telefonseelsorge Paderborn legt Jahresbericht 2009 vor
Im Schnitt 49 Anruf pro Tag: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ökumenischen Telefonseelsorge Paderborn wurden auch 2009 von Ratsuchenden bei unterschiedlichsten Problemen in Anspruch genommen. FOTO: EKP-ARCHIV

PADERBORN/KIRCHENKREIS – Die ökumenische Telefonseelsorge Paderborn, ein
Beratungs- und Seelsorgeangebot für Menschen in Krisensituationen, zieht für das
Jahr 2009 eine positive Bilanz. In ihrem gerade erschienen Jahresbericht wird
ersichtlich, dass das Beratungsangebot der Telefonseelsorge von den Ratsuchenden
weiterhin stark in Anspruch genommen wird. Die 71 ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten 2009 insgesamt 17.873 Gespräche. Dies
bedeutet einen Tagesdurchschnitt von 49 Telefonaten. Im Vergleich zum Vorjahr
ist das Gesprächsaufkommen 2009 leicht zurückgegangen.
Für die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge ist es eine große Herausforderung,
den ständig wechselnden Anruferinnen und Anrufern mit den unterschiedlichsten
Themen zu begegnen. Den Ratsuchenden - die meisten von ihnen im mittleren
Lebensalter - macht vor allem das Zusammenleben mit anderen Menschen zu
schaffen. Wie schon in den vergangenen Jahren lag auch 2009 ein eindeutiger
Themenschwerpunkt im Bereich Partnerschaft/Ehe/Familie (genau 40,7 Prozent).
Aber auch die Beziehungen zu Freunden und Kollegen werden immer wieder
thematisiert (12 Prozent). Bei vielen der Anrufenden ist erkennbar, dass sie in
ihrem unmittelbaren Umfeld keine oder nur wenige Ansprechpartner haben; so wurde
das Thema „Einsamkeit“ im vergangenen Jahr um rund 5 Prozent häufiger
angesprochen als im Jahr zuvor.
Die Anzahl der Gespräche mit psychisch kranken Menschen ist wieder leicht
angestiegen (20 Prozent gegenüber 17 Prozent aller Gesprächskontakte im Jahr
2008). Gerade für diese Personen, die teilweise in psychosozialen Einrichtungen
leben oder unter Betreuung stehen, ist das Angebot der Telefonseelsorge eine
wichtige und in manchen Fällen unverzichtbare Ergänzung ihrer Versorgung und
Alltagsbewältigung.
Aber die Telefonseelsorge ist auch für die Betroffenheit Einzelner bei aktuellen
gesellschaftlichen Themen offen, wie beispielsweise der Missbrauchsskandal oder
die Ereignisse bei der Duisburger Loveparade. Die Gesprächsbegleitung der
Telefonseelsorge stellt insofern eine Ergänzung und Entlastung des öffentlichen
Gesundheitssystems in ihrem Einzugsbereich dar.
Neben der Telefonberatung beteiligt sich die Telefonseelsorge Paderborn an der
bundesweiten Email-Beratung, die unter www.telefonseelsorge.de angeboten wird.
Auch hier stehen für die Beratung extra geschulte Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zur Verfügung. Im Vergleich zu den Vorjahren ist festzustellen, dass
sich auch die Hilfesuchenden im Netz altersmäßig dem mittleren Lebensalter
annähern. Das zeigt, dass Online-Beratung immer mehr zu einer akzeptierten und
angemessenen Kommunikationsform für die Bevölkerung geworden ist.
Die ökumenische Telefonseelsorge Paderborn betreut die Kreise Höxter und
Paderborn sowie den östlichen Teil des Kreises Soest. Der Telefondienst wird von
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet, die für diese
Aufgabe eigens aus- und fortgebildet werden. Der nächste Kurs beginnt im Jahr
2011. Interessierte können sich melden unter Postfach 2642, 33056 Paderborn oder
unter www.telefonseelsorge-paderborn.de. Hier können auch Exemplare des
Jahresberichtes bestellt werden. ts
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 16.08.10