In der Stadthalle Büren: Blick auf das Podium mit der eingeblendeten Tagesordnung des Vormittags: Superintendentin Anke Schröder (l.) begrüßt Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow (r.). FOTO: OLIVER CLAES/HEIDE WELSLAU

In der Stadthalle Büren: Blick auf das Podium mit der eingeblendeten Tagesordnung des Vormittags: Superintendentin Anke Schröder (l.) begrüßt Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow (r.).
 
In wechselnden Kleingruppen tauschten sich die Synodalen am Nachmittag über Impulse aus der landeskirchliche Hauptvorlage „Familien heute“ aus. FOTO: OLIVER CLAES/HEIDE WELSLAU
In wechselnden Kleingruppen tauschten sich die Synodalen am Nachmittag über Impulse aus der landeskirchliche Hauptvorlage „Familien heute“ aus.
 
Der Kreissynodalvorstand auf der Kreissynode in Büren: (v. l.) Scriba Wolfgang Neumann, Wolfgang Dzieran, Helga Weber-Kruck, Dr. Wilfried Hauenschild, Superintendentin Anke Schröder, Jürgen Engelmann, Katrin Heitkemper und Synodalassessor Dr. Rainer Reuter. FOTO: OLIVER CLAES/HEIDE WELSLAU
Der Kreissynodalvorstand auf der Kreissynode in Büren: (v. l.) Scriba Wolfgang Neumann, Wolfgang Dzieran, Helga Weber-Kruck, Dr. Wilfried Hauenschild, Superintendentin Anke Schröder, Jürgen Engelmann, Katrin Heitkemper und Synodalassessor Dr. Rainer Reuter.

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BÜREN/KIRCHENKREIS – Die Verabschiedung einer neuen Satzung für die Jugendarbeit und Diskussionen über die aktuelle Hauptvorlage der Landeskirche zum Thema „Familien heute“ waren die zentralen Themen der Kreissynode. Das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn tagte am 14. Juni in der Stadthalle Büren. Anwesend waren 96 von 113 stimmberechtigten Synodalen: Theologen sowie Abgeordnete aus den 22 Kirchengemeinden. Der Kirchenkreis umfasst die Kreise Höxter und Paderborn sowie Lügde im Kreis Lippe mit insgesamt 83.000 Gemeindemitgliedern.

Gemeinsamer Auftakt war ein Abendmahlsgottesdienst in der Erlöserkirche Büren. Offiziell in ihr Amt eingeführt wurde die neue Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis, Heike Hoffmann. In der Stadthalle begrüßte die Superintendentin als Gäste Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow, Landrat Manfred Müller, Landeskirchenrat Fred Sobiech und Bert Morhenne, Vorsitzender des Stiftungsrates St. Johannisstift. In seinem Grußwort erinnerte Morhenne daran, dass der Beschluss zur Gründung des St. Johannisstifts, das zurzeit sein 150jähriges Jubiläum feiert, auf der Synode des Kirchenkreises Paderborn erfolgte.

Vor der Aussprache zu ihrem jährlichen Bericht zur Arbeit im Kirchenkreis ging Superintendentin Anke Schröder besonders auf den Punkt „Leitung und Verwaltung“ ein: „Mit dem Beschluss zum innersynodalen Finanzausgleich auf der Synode im Februar 2013 haben wir ein Etappenziel im Kirchenkreis erreicht“, stellte sie fest. Grundsätzliche Weichenstellungen in den Bereichen Personal, Gebäude und Finanzen seien damit erfolgt. Um die Zukunftsfähigkeit in der Region (bei geringer werdenden Gemeindegliederzahlen vor allem aufgrund des demographischen Wandels und sinkender Kirchensteuereinnahmen) zu erhalten, gehe der Blick jetzt verstärkt auf den Gestaltungsraum. Zentrale Frage sei: „Wie kann sicher gestellt werden, dass die Verwaltung des Kirchenkreises die notwendigen Dienstleistungen für die Gemeinden und kreiskirchlichen Einrichtungen weiter erbringen kann?“, so Schröder.

Ein Gutachten zur Personal- und Sachmittelausstattung der Verwaltungen im Gestaltungsraum ergab für den Kirchenkreis Paderborn, dass die erforderliche Mindestpersonalausstattung nicht erreicht wird. Daher erneuerte der Kreissynodalvorstand seinen Beschluss von 2006, eine gemeinsame Verwaltung der Kirchenkreise Bielefeld, Gütersloh, Halle und Paderborn zu prüfen. Eine Diskussionsvorlage zur möglichen Gestaltung der Arbeit - bei Beibehaltung der Eigenständigkeit der vier Kirchenkreise - müsse noch erstellt werden, so Schröder. Wunsch vieler Synodaler war es, dass weitere Kooperationsmodelle für die Zusammenarbeit der Verwaltungen entworfen und geprüft werden. Die Ergebnisse des Gutachtens werden auf der nächsten Synode im November ausführlich vorgestellt.

Das „Amt für Jugendarbeit“ im Kirchenkreis heißt jetzt „Jugendreferat“. Die Synodalen verabschiedeten nach intensiver Diskussion eine neue Satzung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Neu sind außerdem die regionale Zuordnung der Jugendreferenten, Gremien und Formen der Beteiligung. Nun gibt es zwei Jugend-Regionen (bisher sechs), die sich überwiegend an den kommunalen Kreisen Höxter und Paderborn orientieren. Jeweils zwei Jugendreferenten werden als Team für eine Region zuständig sein.

Ziel sei es, so Geschäftsführer Volker Kohlschmidt, die Kirchengemeinden stärker in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen. Diese können sich für drei Jahre um einen Jugendreferenten bewerben. Verschlankt würden die Gremien, erläuterte Jugendpfarrer Burkhardt Nolte. Zukünftig gibt es zwei regionale Jugendausschüsse, einen verkleinerten synodalen Jugendausschuss und zwei Jugendvollversammlungen pro Jahr. Diese sind offen für alle, die an der Jugendarbeit mitwirken möchten (Premiere: 28. September). „Wir möchten mit Jugendlichen von Gott in der Welt reden und dafür Orte konkreter Verantwortung schaffen“, so der Jugendpfarrer.

Einen großen Raum nahm die Beschäftigung mit der Hauptvorlage „Familien heute“ ein. Dieses Impulspapier der westfälischen und lippischen Landeskirche zeige auf, wie sich Familie seit biblischen Zeiten verändert habe, erläuterten die Landessynodalen Susanne Bornefeld und Wolfgang Dzieran. In kleinen Arbeitsgruppen wurde dann über Fragen wie Kirchengemeinde als Familienersatz, Chancen für das Patenamt, kirchliche Angebote für Menschen nach Trennung und Scheidung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Viele Synodale waren der Ansicht, es sei notwendig, den Familienbegriff über die traditionellen Vorstellungen hinaus zu erweitern. Die Ergebnisse fließen in die Diskussion zur Hauptvorlage auf der Landessynode im November 2013 ein.

„Die Hauptvorlage hat starke Berührungspunkte zur Politik“, sagte Landrat Manfred Müller in seinem Grußwort. Familien seien heute viel breiter und bunter zu fassen und müssten gestärkt werden. Dazu könnten besonders die Kirchen auf der Basis der Bibel Dinge einfordern, sagte Müller, und verwies unter anderem auf den Sonntagsschutz.

Die Synodalen nahmen außerdem zustimmend zur Kenntnis, dass bis zur Sommersynode 2015 die Kirchenkreiskonzeption (2008 beschlossen) überarbeitet werden soll. Unter Beteiligung der Gemeinden würden dabei die veränderten Rahmenbedingungen berücksichtigt, sagte Synodalassessor Dr. Rainer Reuter. Zustimmung gab es auch zu den Plänen, das 175-jährige Jubiläum des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn im Jahr 2015 mit einer Veranstaltungsreihe an unterschiedlichen Orten zu feiern. „Der Kirchenkreis ist Kirche in der Region. Wir möchten alle Menschen in unserem Kirchenkreis ansprechen“, erklärte Wolfgang Dzieran, Mitglied des Kreissynodalvorstandes.

Grundsätzlich, mit Änderungsvorschlägen bei einzelnen Formulierungen, stimmte die Synode der Vorlage der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Neuregelung des Patenamtes zu. Diese hat das Ziel, den Zugang zum Patenamt zu erleichtern.

Als neues ordiniertes Mitglied für die Region Paderborn-Land im Nominierungsausschuss wurde Pfarrer Ulrich Richter (Evangelische Kirchengemeinde Hövelhof) gewählt.

Die nächste Synode zum Haushalt 2014 findet bereits am 29. November statt. Als Folge des neuen Finanzsystems wird der Haushalt nun am Ende des Vorjahres beraten und der Kreissynode zur Beschlussfassung vorgelegt. cla/wels
 

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 16.06.13