"Es wird die Menschen sehr bewegen": Der Arbeitskreis, der das Forgiveness-Projekt in Höxter

"Es wird die Menschen sehr bewegen": Der Arbeitskreis, der das Forgiveness-Projekt in Höxter vorbereitet hat mit (v.l.) Sabine Keßenich, Dr. Wolfgang Unger, Pfarrer Reinhard Schreiner, Dr. Annette Faig, Kantor Jost Schmithals, Ursula Unger, Dr. Jochen Faig, Bettina Iding, Karin Hörstgen, Gerd Husemann und Günter Schurig. FOTO: SABINE SCHMITHALS

HÖXTER (bat/ekp). Dresden, Wien, Höxter, Mannheim. Das klingt nicht schlecht. Als einziger Ort in NRW wird Höxter die international gefeierte Ausstellung des Forgiveness-Projekts zeigen, die unter der Schirmherrschaft des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu steht.

Vom 11. bis 25. März wird die Forgiveness-Ausstellung in der Kilianikirche in Höxter zu sehen sein. Organisiert wird die Schau vom Arbeitskreis „Gemeinde gestaltet Gottesdienst“ der Evangelischen Kirchengemeinde Höxter. „Es ist wirklich ein Großprojekt von Rang, das hier in unserer Gemeinde verwirklicht wird. Ich bin sicher, dass es auch bei uns die Menschen sehr bewegen wird“, so Pfarrer Reinhard Schreiner als Vorsitzender des Presbyteriums.

Die Forgiveness-Ausstellung erzählt auf 25 Tafeln Lebensgeschichten über den Umgang mit seelischen Verletzungen und Leid aus Sicht der Opfer wie auch aus der Sicht der Täter. Sie ist weltanschaulich neutral und die Lebensgeschichten kommen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen. Opfer des Terrorismus, Opfer des Holocaust, Opfer von Amokläufen und Opfer von Vergewaltigung und Missbrauch, wie sie diese Erfahrungen in ihrem Leben aufgearbeitet haben.

„Wichtig ist uns, dass wir über die Geschichten eine Diskussion anstoßen. Darum wird es ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung geben“, erläutert Initiator Dr. Wolfgang Unger. Er hatte die Ausstellung in Dresden gesehen, und dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, diese nach Höxter zu holen.

Die Wanderausstellung wurde von der britischen Journalistin Marina Cantacuzino konzipiert und erstmals im Jahr 2004 in London veröffentlicht. Seitdem gastierte sie an über 300 Orten weltweit. In Höxter ist sie täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen unter www.koogito.de

Eröffnungs- und Abschlussfeier in der Kilianikirche

Eröffnet wird die Forgiveness-Ausstellung am Sonntag, 11. März, mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Kilianikirche, sein Thema: „…und vergib uns unsere Schuld – Warum unsere Gesellschaft nicht ohne Vergebung leben kann“. Im Anschluss findet die offizielle Eröffnung statt, zu der Superintendentin Anke Schröder, Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Alexander Fischer Grußworte sprechen werden. Zum Abschlussgottesdienst wird am Sonntag, 25. März, um 10 Uhr zum Thema „... wie auch wir vergeben unseren Schuldigern – Vergeben, aber wie?“ eingeladen. Im Anschluss an alle Gottesdienste und Veranstaltungen gibt es bei einem kleinen Imbiss die Möglichkeit zum Gespräch.

Begleitprogramm in der Kilianikirche

Fünf Impulsreferate mit anschließender Diskussion und ein Konzert finden weiterhin statt:

Montag, 12. März, 19.30 Uhr:
Auferstanden aus Ruinen – Wie viel Vergangenheit braucht die Zukunft?

Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin.

Freitag,16. März, 19.30 Uhr:
Leben die Reichen auf Kosten der Armen? – Ist eine Aussöhnung zwischen Arm und Reich möglich?

Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesminister a.D., Vizepräsident der Welthungerhilfe.

Samstag, 17. März, 19.30 Uhr:
Gitarrenkonzert, „Landschaft mit Glocken“

Musik von Leo Brouwer (Kuba), Agostin Barrios (Paraguay) und Johann Sebastian Bach, Roger Tristão Adão, Konzertgitarre, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5.

Montag, 19. März, 19.30 Uhr:
Ich helfe Dir, Du hilfst mir – Brauchen wir einen neuen Generationenvertrag?
Pfarrer Günther Barenhoff, Vorstandssprecher der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Münster.

Dienstag, 20. März, 19.30 Uhr:
Meine Heimat, deine Heimat, unsere Heimat – Wie kann Integration im ländlichen Raum gelingen?

Viktor Hermeler, Erster Gemeinderat, Belm, Vorbild-Gemeinde der Schader-Stiftung

Freitag, 23. März, 19.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Gegeneinander – nebeneinander – miteinander / Wege zur Aussöhnung der Konfessionen

Teilnehmer: Baptistische Kirche: Pfarrer Maik Berghaus, Detmold, Mitglied im Arbeitskreis Christliche Kirchen des Ev.-Freikirchlichen Landesverbandes Ostwestfalen-Lippe, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt; Evangelische Kirche: Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe; Katholische Kirche: Privatdozent Dr. Burkhard Neumann, Direktor am Johann- Adam-Möhler-Institut Paderborn; Koptische Kirche: Bischof Anba Damian, Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Höxter-Brenkhausen; Moderation: Staatssekretär a. D. Wolf-Michael Catenhusen, Mitglied des Deutschen Ethikrates, ehem. Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Um 19 Uhr musikalische Einstimmung mit der Frauengruppe „Hast Du Töne?“, Baptistengemeinde am Knüll Höxter. Nachgespräch bei Brot und Wein, Überleitung mit dem Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde Höxter. 

Siehe auch Bericht über Projekt und Ausstellung in Kirche im Radio

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 13.03.12