PADERBORN (ekp/kbs). Damit Hochzeitsträume auch nach der Eheschließung lange wahr bleiben, ist mehr als eine schöne Hochzeitsfeier nötig. Für den äußeren Rahmen einer Vermählung gab die 3. Messe mit dem Namen „Hochzeitsträume“ am 8. Januar im Schützenhof Paderborn mit 43 Ausstellern den rund 1500 Besuchern viele Anregungen. Über die geistlich-seelische Dimension einer Partnerschaft und die religiöse Grundlegung einer Eheschließung informierten insgesamt 14 Ehren- und Hauptamtliche der katholischen und evangelischen Kirche am ökumenischen Stand der Kirchen. Gleich nebenan gab das Standesamt der Stadt Paderborn Auskunft. Das Erzbistum Paderborn mit der Katholischen Bildungsstätte Paderborn ist seit Anfang an im Schützenhof dabei. Der Evangelische Kirchenkreis Paderborn beteiligte sich in diesem Jahr zum ersten Mal an der Hochzeitsmesse.

Am ökumenischen Stand gaben auf evangelischer Seite Pfarrerinnen und Pfarrer Auskunft. Auf katholischer Seite waren es überwiegend Ehren- und Hauptamtliche, die Ehevorbereitungskurse durchführen, in denen es vor allem um eine gelingende Ehe und Partnerschaft geht. „Weil es viele konfessionsverbindende Eheschließungen mit vielen Fragen der Beteiligten gibt (zum Beispiel: In welcher Kirche kann die Trauung stattfinden?), ist ein ökumenischer Stand äußerst sinnvoll. Bei der diesjährigen Premiere haben wir um die 300 Paare erreicht, damit sind wir sehr zufrieden“, so Johannes Brüseke, Referent für Religiös-Theologische Bildung in der Katholischen Bildungsstätte für Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn (kbs).

„Möchten Sie einen Trauspruch ziehen?“, war eine der typischen Fragen, mit denen die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Kirchen auf Paare zugingen. Darauf folgte oft die Einladung zum Spiel, in dem es um die die Frage ging: „Was ist entscheidend für eine gute Beziehung?“ Von den vier Antwortmöglichkeiten gab es die meisten Stimmen für „Treue und Vertrauen“ sowie „Miteinander reden und einander zuhören“.

Informationsmaterial wurde verteilt über Gestaltungsmöglichkeiten der kirchlichen Trauung, Ansprechpartner in den Ortsgemeinden sowie Internetadressen zur weiteren Recherche. Besonders hingewiesen wurde auf die Ehevorbereitungskurse des Erzbistums in Hardehausen und Paderborn, die auch evangelischen Paaren offen stehen. Monika Porrmann, Dozentin an der Landvolkshochschule in Hardehausen, bietet einmal pro Jahr extra Kurse für Paare aus der Landwirtschaft an. „Denn da wird in einen ganzen Hof eingeheiratet“, so Porrmann.

Gunnar Wirth, evangelischer Gemeindepfarrer in der Region Höxter, freute sich über die gut gelaunten Besucher der Hochzeitsmesse und persönliche Gespräche. Eine seiner Fragen, die er Paaren stellte: „Was wollen Sie sich eigentlich versprechen im Trauversprechen?“ Antje Lütkemeier, Pfarrerin in Bad Lippspringe, erreichte die Frage nach einer gleichgeschlechtlichen Trauung. Möglich ist in der Evangelischen Kirche von Westfalen für gleichgeschlechtliche Paare die Segnung ihrer Partnerschaft. Karl-Ludwig Wendorff, Gemeindepfarrer aus Rimbeck, ist es wichtig, Paaren den Druck zu nehmen, eine perfekte und pompöse Hochzeit zu feiern. Sein Tipp: „Niemand sollte auf eine kirchliche Hochzeit verzichten, weil er Angst hat, sich zu verschulden. Man kann eine Hochzeit auch als Mitbring-Party organisieren.“ (Anm. d. Red.: Für die kirchliche Trauung und den damit verbundenen Küster- und Organistendienst werden keine Gebühren erhoben. Eine Kostenübernahme ist vorgesehen für besondere Wünsche wie die Mitwirkung von Gesangssolisten oder besonderer Blumenschmuck.)

Auf evangelischer Seite beteiligten sich folgende Pfarrerinnen und Pfarrer an der Hochzeitsmesse: Sabine Black, Kathrin Susanne Elhaus, Gaby Hische-Richter, Antje Lütkemeier, Britta Schwiete, Karl-Ludwig Wendorff und Gunnar Wirth. Die Organisation lag in den Händen der Öffentlichkeitsreferenten des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Dr. Oliver Claes und Heide Welslau, und - auf katholischer Seite - des kbs-Referenten für Religiös-Theologische Bildung, Johannes Brüseke.

Thomas Caspar (v.l.) und Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff im Gespräch mit einem Paar.
Thomas Caspar (v.l.) und Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff im Gespräch mit einem Paar.
Pfarrer Gunnar Wirth fragt ein Paar danach, was es sich im Trauversprechen versprechen möchte. Im Hintergrund (v.l.) Thomas Caspar und Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff.
Pfarrer Gunnar Wirth fragt ein Paar danach, was es sich im Trauversprechen versprechen möchte. Im Hintergrund (v.l.) Thomas Caspar und Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff.
Pfarrerin Antje Lütkemeier im Gespräch mit zwei jungen Frauen.
Pfarrerin Antje Lütkemeier im Gespräch mit zwei jungen Frauen.
Das Spiel zur Frage, was entscheidend ist für eine gute Beziehung.
Das Spiel zur Frage, was entscheidend ist für eine gute Beziehung.
Dieses Paar hat viel Spaß bei dem Fragespiel zum Thema „Was ist entscheidend für eine gute Beziehung?“
Dieses Paar hat viel Spaß bei dem Fragespiel zum Thema „Was ist entscheidend für eine gute Beziehung?“
Erst überlegen, dann entscheiden.
Erst überlegen, dann entscheiden.

FOTOS: HEIDE WELSLAU

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 11.01.12