„Hoffnung“

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 30. Januar 2011 in der Evangelischen Kirche Bad Lippspringe

Guido Böger und Margret Fitzgerald

Am 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am darauf folgenden Sonntag, 30. Januar, veranstaltet die Evangelische Kirchengemeinde Bad Lippspringe in Zusammenarbeit mit Pro Musica e.V. aus diesem Anlass ein Konzert um 16 Uhr in der Ev. Kirche an der Detmolder Straße. Guido Böger (Gitarre) und Margaret Fitzgerald (Sopran) haben das musikalische Programm zusammengestellt, der Kantor der Ev. Kirchengemeinde Bad Lippspringe, Ulrich Schneider, dazu passende Texte, die er im Rahmen des Konzerts vortragen wird.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus, an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Das KZ Auschwitz (-Birkenau) steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Nazi-Regimes. In seiner Proklamation führte Herzog aus: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ (Zit. nach der deutschen Wikipedia)

Im Mittelpunkt der musikalischen Darbietungen des Konzerts in Bad Lippspringe stehen Wiegenlieder und die Vertonung des Kaddisch durch Maurice Ravel.

Das Kaddisch ist eines der wichtigsten Gebete des Judentums. Es ist ein Heiligungsgebet und, manchen Angaben nach, soll es zehnmal am Tag gesprochen werden. Auch im Gottesdienst hat es seinen angestammten Platz. Das Kaddisch wird außerdem zum Todesgedenken und am Grabe gebetet. Und auch am Jahrestag des Todes wird es noch einmal gesprochen. So liegt es nahe, es auch beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu rezitieren. Vom Kaddisch gibt es zahlreiche Vertonungen, von denen die von Maurice Ravel eine der bekanntesten ist.

Der Wortlaut des Kaddisch (zitiert nach der deutschen Wikipedia):

„Erhoben und geheiligt werde sein großer Name auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde – sein Reich erstehe in eurem Leben in euren Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel, schnell und in nächster Zeit, sprecht: Amen! Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten. Gepriesen und gerühmt, verherrlicht, erhoben, erhöht, gefeiert, hocherhoben und gepriesen sei der Name des Heiligen, gelobt sei er, hoch über jedem Lob und Gesang, jeder Verherrlichung und Trostverheißung, die je in der Welt gesprochen wurde, sprecht Amen.
Fülle des Friedens und Leben möge vom Himmel herab uns und ganz Israel zuteil werden, sprecht Amen.
Der Frieden stiftet in seinen Himmelshöhen, er stifte Frieden unter uns und ganz Israel, sprecht Amen.“

Das Konzert hat mit Absicht den Titel „Hoffnung“: Die Musik und die Texte des Konzerts sollen deutlich machen, dass bei allem Schrecklichen, das geschehen ist, bei aller Betroffenheit, die notwendig ist, es immer Hoffnung gab und gibt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass die Liebe zu Gott und zu den Menschen, Leben schafft und möglich macht.

Guido Böger und Margaret Fitzgerald hatten schon im Jahre 1996 in der Evangelischen Kirche Bad Lippspringe ein Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialmus gegeben, damals vorwiegend mit Liedern, die in Konzentrationslagern entstanden waren. Seit 1994 treten sie als „Duo Chitarra Canta“ mit verschiedenen klassischen Programmen konzertierend an die Öffentlichkeit. 2001 folgte eine CD-Einspielung mit irischen Kunstliedern im eigenen Arrangement.

Margaret Fitzgerald, gebürtig aus Annapolis, Maryland, USA, wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Nach einem Querflötenstudium, abgeschlossen mit Bachelor of Arts, an der State University of New York, führte ein Stipendium sie nach Deutschland. In Detmold trat sie als Sängerin in die Opernschule an der Musikhochschule Detmold ein. Sie begann als Gesangspädagogin zu unterrichten und professionell in verschiedenen Rahmen zu konzertieren. 2007 erlangte sie den Grad 'Master of Arts' in Musik, mit Gesang.

Guido Böger studierte klassische Gitarre an der Musikhochschule Köln und Aachen. Zur Zeit unterrichtet er an der Kreismusikschule Paderborn, sowie an der Musikschule der Stadt Bad Driburg. Über die Jahre trat er solistisch, wie auch in diversen kammermusikalischen Formationen auf. Neben Unterricht und Konzert erarbeitet er Arrangements für die Klassische Gitarre.

N.B.

Ökumenische Andacht zum 27. Januar

Donnerstag, 27. Januar 2011, 18.00 Uhr - Hoher Dom zu Paderborn

Es singt die Kantorei der Abdinghofkirche unter Kirchenmusikdirektor Martin Hoffmann. An der Orgel: Domkapellmeister Thomas Berning. Die Predigt hält Domkapitular Prälat Theo Ahrens, für die Liturgie zeichnet Superintendentin Anke Schröder verantwortlich.

 

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 19.01.11