Abschied nach 19 Jahren: Superintendentin Anke Schröder dankte Pfarrer Reinhard Schreiner für seine langjährige Tätigkeit als Scriba im Kreissynodalvorstand. Als Geschenk gab es für den engagierten Protokollführer eine Schreibmappe. FOTO: EKP/OLIVER CLAES

Abschied nach 19 Jahren: Superintendentin Anke Schröder dankte Pfarrer Reinhard Schreiner für seine langjährige Tätigkeit als Scriba im Kreissynodalvorstand. Als Geschenk gab es für den engagierten Protokollführer eine Schreibmappe. FOTO: EKP/OLIVER CLAES

WARBURG/PADERBORN (ekp). „Wir wenden uns nach innen, um Mitgliedschaft zu stärken und Glauben zu vermitteln. Wir wenden uns nach außen, um Menschen zu gewinnen und Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen. Dieser Auftrag bleibt bestehen, auch wenn die personellen und finanziellen Ressourcen geringer werden“, so die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Anke Schröder, in ihrem Bericht, den sie zur Tagung der Kreissynode am 11. Juni in der Stadthalle Warburg vorlegte.

102 stimmberechtigte (Theologen und Abgeordnete aus den Gemeinden) und neun beratende Mitglieder des Beschluss- und Leitungsgremiums, das 83.500 Protestanten in den Kreisen Höxter und Paderborn sowie in der Exklave Lügde (Kreis Lippe) vertritt, nahmen an der Kreissynode teil. Gäste waren unter anderem Landeskirchenrätin Martina Deutsch, Dechant Gerhard Pieper vom Dekanat Höxter, der stellvertretende Landrat des Kreises Höxter, Albert Huppertz, und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Warburg, Heinz-Josef Bodemann. Die Gemeindeberichte der 23 evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises waren Grundlage des Berichts der Superintendentin, mit dem die Kreissynode begann. Auftakt war zuvor ein Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Maria im Weinberg.

„Obwohl wir seit 2003 30 Prozent der damaligen Kirchensteuereinnahmen eingebüßt haben (…), gibt es nach wie vor engagierte Arbeit und buntes Leben an allen Orten des Kirchenkreises!“, verwies die Superintendentin darauf, dass mit „Gottes Segen und vereinten Kräften“ viel geschafft worden sei. Zukünftig würden den Kirchenkreis Paderborn zwei Fragen besonders beschäftigen: 1. Was brauchen wir in diesen Umbruchzeiten quantitativ und qualitativ an Leitung - auf allen Ebenen? und 2. Welches Pfarrbild wollen und brauchen wir - vor dem Hintergrund von Einschränkungen im Bereich der Gemeindepfarrstellen und zunehmender (refinanzierter) Schulpfarrstellen? Daneben weise die seit 2008 vorliegende Konzeption für den Kirchenkreis Paderborn den Weg für die Aufgabenschwerpunkte in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit sowie Diakonie.

Beschlossen hat die Synode nach intensiver Diskussion die Pfarrstellenplanung für den Kirchenkreis Paderborn. Grundlage ist ein Punktesystem, das zu 95 Prozent die Gemeindegliederzahl und zu fünf Prozent die Fläche einer Kirchengemeinde einbezieht. Als durchschnittliche Gemeindegliederzahl für eine Gemeindepfarrstelle bezogen auf den Kirchenkreis wurden von der Landessynode 2750 Gemeindeglieder vorgegeben. Nach der neuen Pfarrstellenplanung gibt es anteilige Reduzierungen und Erhöhungen des Stellenumfangs von Pfarrstellen in den Regionen des Kirchenkreises. Komplette Streichungen von Gemeindepfarrstellen wird es nicht geben. Reduziert wird insgesamt um 2,25 Stellenanteile: von 32,75 auf 30,5 Stellen.

Die Kreissynode kritisierte, dass in der Vergangenheit viele Aufgaben auf die Ebene der Landeskirche verlagert worden seien und bittet die Landessynode, die Zuweisung von Kirchensteuern stärker auf die Kirchengemeinden und Kirchenkreise hin auszurichten. Darüber hinaus beauftragten die Synodalen den Kreissynodalvorstand (KSV), den Umstrukturierungsprozess im Kirchenkreis fortzusetzen und ein langfristiges Konzept dafür zu entwickeln. Bei personellen Veränderungen soll vor der Freigabe von Stellen mit den Beteiligten nach Wegen zu Umstrukturierungen und Einsparungen gesucht werden.

Beschlossen wurde außerdem, bei der Landeskirche die Errichtung einer 17. kreiskirchlichen Pfarrstelle für Evangelische Religionslehre an Schulen zu beantragen. Damit soll der große Bedarf an Religionsunterricht im Raum Bad Driburg/Brakel gedeckt werden. Die vakante Stelle der Erwachsenenbildung beim Kirchenkreis Paderborn wird laut Beschluss der Synode so lange nicht wiederbesetzt, bis ein langfristiges Konzept für Umstrukturierungen im gesamten Kirchenkreis vorliegt.

„Die Linderung von akuten Notlagen darf (…) immer nur Teil unseres diakonischen Handelns sein. Darum versuchen wir auch, auf die Politik einzuwirken, auf Nöte und Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen (…)“, reagierte die Superintendentin auf die aktuelle Kritik an Hilfsangeboten wie Mittagstischen, Kleider- und Schulmaterialienkammern von Diakonie und Gemeinden. So engagiere sich der Evangelische Kirchenkreis in Paderborn seit 2005 mit der Katholischen Kirche in einem Bündnis mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Gemeinsam werde nach 2009 eine zweite Sozialkonferenz im November 2010 geplant, mit dem Ziel, einen Armuts- und Reichtumsbericht für die Stadt Paderborn zu erwirken.

Nach 19 Jahren Tätigkeit als Scriba im Kreissynodalvorstand wurde Pfarrer Reinhard Schreiner (Höxter) verabschiedet. Er habe in dieser Zeit 36 Synodenprotokolle und rund 3700 Blätter KSV-Protokolle mit Freude geschrieben, zählte Superintendentin Anke Schröder auf und dankte ihm für seine langjährige Arbeit. Er sei gerne Scriba gewesen, sagte Schreiner und lobte die Zusammenarbeit im KSV. Schreiner möchte in Zukunft mehr Zeit für die Arbeit in der Kirchengemeinde haben. Bis zur Wahl eines Nachfolgers übernimmt der bisherige Stellvertreter, Pfarrer Detlev Schuchardt (Bad Lippspringe), das Amt.

Als Vorbereitung für die nächste Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen standen auch Gesetzesvorhaben der Landeskirche auf der Tagesordnung. Unter anderem lehnten die Synodalen die vorgeschlagenen Änderungen beim Verfahren zur Superintendentenwahl ab, weil sie darin das Selbstbestimmungsrecht der Kreissynode angetastet sehen. Den geplanten Änderungen beim Presbyterwahlgesetz wurde zugestimmt. Danach sollen zukünftig Kandidaten für das Presbyteramt fünf statt bisher zehn Unterschriften von Unterstützern vorlegen müssen. Weiterhin fanden Nachwahlen statt. 

Nachwahlen

Gewählt wurden

Finanzausschuss

Region Büren-Fürstenberg: Stellvertretung: Presbyterin Brigitte Ape (Büren-Steinhausen)

Region Delbrück-Salzkotten: Mitglied: Presbyter Gerold Dörner (Salzkotten), Stellvertretung: Presbyter Rainer Hippauf (Delbrück)

Region Peckelsheim-Borgentreich: Mitglied: Presbyterin Adelheid Soethe (Willebadessen), Stellvertretung: Presbyterin Ursula Esser (Borgentreich-Natzungen)

Nominierungsausschuss:

Ordiniertes Mitglied für die Region Paderborn Stadt und Land: Pfarrerin Karin Röthemeyer (Lichtenau)

Synodalbeauftragung für den Kindergottesdienst:

Vera Neugebauer (Bad Lippspringe), Pfarrer Dr. Dirk Schinkel (Paderborn)

2. Stellvertretung für die ordinierte Landessynodale:

Pfarrer Gunnar Wirth (Bruchhausen)

Pfarrstellenerhöhungen und -reduzierungen

Nach dem von der Synode beschlossenen Punktesystem, das für die Pfarrstellenberechnung zugrunde gelegt wird, wird es in folgenden evangelischen Kirchengemeinden und Regionen Veränderungen geben:

Pfarrstellenerhöhungen

Region Paderborn-Stadt: Elsen von 1 auf 1,25 Stellen.
Region Paderborn-Land: Delbrück von 1 auf 1,5 Stellen.

Pfarrstellenreduzierungen

Region Paderborn-Land: Bad Lippspringe von 2 auf 1,75 Stellen.

Region Büren: Büren-Fürstenberg von 2,5 auf 2,25 Stellen; Lichtenau von 1 auf 0,75 Stelle.

Region Brakel: Bad Driburg von 2,5 auf 2 Stellen; Marienmünster-Nieheim von 1 auf 0,75 Stelle.

Region Höxter: Amelunxen von 0,5 auf 0,25 Stelle; Beverungen von 1 auf 0,75 Stelle; Bruchhausen von 0,5 auf 0,25 Stelle; Höxter von 2,5 auf 2,25 Stellen.

Region Warburg: Borgentreich von 0,75 auf 0,5 Stelle; Peckelsheim von 0,75 auf 0,5 Stelle.

 

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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 16.06.10