Kreissynode: Haushalt 2012 und Wahlen
Superintendentin stellt sich zur Wiederwahl
Paderborn/Kreis Höxter/Lügde (ekp). Die Kreissynode, das Leitungsgremium des
Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, kommt am Freitag, 3. Februar, um 14 Uhr
im Martin-Luther-Zentrum, Klingenderstraße 13 in Paderborn, zusammen. Die Synode
besteht aus 114 stimmberechtigten und neun beratenden Mitgliedern (Theologen und
Abgeordnete aus den Gemeinden). Diese vertreten 23 Kirchengemeinden mit
insgesamt rund 83.500 Protestanten in den Kreisen Höxter und Paderborn sowie in
der Exklave Lügde im Kreis Lippe.
Nach einer Andacht geht es unter anderem um einen geplanten Verbund
Tageseinrichtungen für Kinder, die Finanzsituation und den Haushalt 2012, den
Personalbericht, Wahlen und die Besetzung von Ausschüssen sowie
Synodalbeauftragungen. Auf der Tagesordnung steht auch die Wahl der
Superintendentin/des Superintendenten bis zum Beginn der nächsten Wahlperiode im
Sommer 2012. Die vorgeschlagene Kandidatin ist Superintendentin Anke Schröder,
die zur Wiederwahl antritt. Auf der Sommersynode am 15. Juni in Steinheim steht
dann die Wahl für die nächste Amtszeit von acht Jahren an.
Zur Finanzsituation erklärte Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik im Vorfeld: „Das
Kirchensteueraufkommen insbesondere im Jahr 2011 war durchaus positiv, der Trend
ist aber weiter negativ.“ Das Kirchensteueraufkommen werde beeinflusst durch die
Zahl der evangelischen Erwerbstätigen, die wirtschaftliche Entwicklung und die
Entwicklung des Steuersystems. Insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung sei
schwer einzuschätzen. „Fakt ist außerdem, dass aufgrund der demographischen
Entwicklung der Anteil der Gemeindeglieder, die Kirchensteuern zahlen, immer
kleiner wird“, unterstrich Jurczik.
Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) wird im Jahr 2011 rund 440
Millionen Euro an Kirchensteuern einnehmen. Das waren mehr als die erwarteten
403,1 Millionen Euro, erklärte Jurczik. Von den ca. 37 Millionen Euro
Kirchensteuer-Mehreinnahmen werden nur 13,5 Millionen Euro der regulären
Kirchensteuerverteilung zugeführt. Die Hälfte des Mehraufkommens wird der
Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte zugeführt. Außerdem gibt es
Rückstellungen für anstehende Projekte wie einen möglichen Kirchentag 2019 in
Dortmund und die Beteiligung der westfälischen Landeskirche an der Finanzierung
des Reformationsjubiläums Wittenberg 2017.
Der Evangelische Kirchenkreis Paderborn kann somit für das Jahr 2011 mehr
Kirchensteuern erwarten. Die genaue Kirchensteuerabrechung erfolgt aber noch von
der Landeskirche. Diese Mehrzuweisung für den Haushalt 2012 könne der
Kirchenkreis wegen verschiedener Erhöhungen zum Beispiel im Sachkostenbereich
sehr gut gebrauchen, sagte Jurczik.
Für das Jahr 2012 erwarte die westfälische Landeskirche ein
Gesamtkirchensteueraufkommen von rund 420 Millionen Euro. Der Kirchenkreis
Paderborn rechnet für dieses Jahr mit rund 8,356 Millionen Euro an
Kirchensteuereinnahmen. Das entspricht in etwa der Höhe der Einnahmen im Jahr
2011. Aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Sparmaßnahmen könne im
Haushaltsjahr 2012 seit langem wieder eine Zuführung zu den Rücklagen in Höhe
von ca. 118.000 Euro geplant werden. Allerdings müssten noch 200.000 Euro aus
der Substanzerhaltungsrücklage, die als Baubeihilfen für Kirchengemeinden
bereitgestellt würden, mit berücksichtigt werden, erklärte der
Verwaltungsleiter. „Den eingeschlagenen Sparkurs müssen wir aufgrund der
Finanzprognosen für die kommenden Jahre und der damit verbundenen sinkenden
Kirchensteuereinnahmen weiter fortsetzen“, betonte Jurczik.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 26.01.12