Mittendrin
Was ist noch sicher?
Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof Paderborn
Eine unbeschwerte Urlaubsreise sollte es sein, doch sie endete in einer Katastrophe. Das schwere Schiffsunglück des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ hat mehrere Todesopfer gefordert und über 4000 Menschen in Gefahr gebracht hat. „Menschliches Versagen“ wird vermutlich die Hauptursache dieses Unglücks sein. „Was ist noch sicher?“ fragt sich mancher angesichts dieses Unglücks. Auch ein modernes Kreuzfahrtschiff kann trotz aller Technik durch menschliche Fehler zum Kentern gebracht werden. Das Handeln des Menschen lässt sich nie einwandfrei voraussehen. Es bleibt immer ein Restrisiko. Eigentlich eine naheliegende Erkenntnis. Und doch verhalten sich viele Menschen so, als könne man sich ganz auf sich selbst verlassen.
„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne“. So spricht der Beter des 4. Psalms. Er vertraut nicht nur auf sein eigenes Können, seine Stärke oder seine Intelligenz. Er betrachtet sein Leben in einem größeren Zusammenhang, vertraut darauf, dass Gott ihn vor Gefahren beschützt und bewahrt.
Sicherlich ist der Glaube an Gott keine Versicherung gegen die Gefahren des Lebens. Aber er kann davor bewahren, sich auf menschliche Sicherheiten allzu sehr zu verlassen. Und auch in schwierigen Situationen gibt der Glaube Halt und Stärke.
Nach dem Schiffsunglück haben viele Betroffene die Hilfe und Unterstützung der Inselbewohner erfahren. Auch der Glaube an Gott führt in eine Gemeinschaft, in der wir uns geborgen fühlen können, die uns begleitet und menschliche Zuwendung erfahren lässt.
Der Beitrag ist im Lokalteil des Westfälischen
Volksblatts Paderborn am 21. Januar in der Kolumne „Mittendrin“ veröffentlicht.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 21.01.12