Migrantinnen erschließen berufliche Potenziale
Projekt „Netzwerk W“ der Diakonie Paderborn-Höxter e. V.
Erfolgreiches netzwerken lernen: (v. links) Referentin Dorothee Pieper, Grace Sinsin, Hui Schürmann und Ying He. Foto: Diakonie
Paderborn (dph) – „Die Frauen in unserem Projekt sind beruflich qualifiziert. Ihr Deutsch ist einwandfrei. Trotzdem sind sie ohne Job oder verdienen ihr Geld mit ungelernten Tätigkeiten.“ Dorothee Pieper, Bildungsreferentin im „Netzwerk W“-Projekt der Diakonie Paderborn-Höxter e. V., will jungen Migrantinnen den Weg in einen angemessenen Beruf ebnen. Das Besondere an dem Projekt: Die Teilnehmerinnen werden nicht nur geschult, selbst ihren Weg auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu machen, sondern sie sollen auch anderen Frauen in ähnlichen Situationen behilflich sein: Sie werden zu Multiplikatorinnen ausgebildet.
Frauen aus China, dem Benin, Kasachstan, Afghanistan und Polen besuchten bisher Veranstaltungen des Projektes, das Teil der Landesinitiative „Netzwerk W“ ist. Übergreifendes Thema aller Netzerk W- Projekte in NRW ist die Rückkehr in den Beruf nach der Familienphase. Die Integrationsagentur und das Arbeitslosenbüro der Diakonie holten die Idee des „Netzwerk W“ nach Paderborn und nahmen dabei die Jobsuche junger Migrantinnen in den Fokus: „Kontakte und Netzwerke können Informationen verbreiten, Halt geben, neue Perspektiven eröffnen und den Weg zum neuen Traumjob ebnen“, begründet Christina Vetter von der Integrationsagentur der Diakonie ihren Einsatz für das Projekt.
Jede Woche sind die Frauen eingeladen, sich zu treffen und auszutauschen oder in speziellen Workshops ihr eigenes berufliches Profil zu analysieren, mehr über die Mechanismen des Arbeitsmarktes zu lernen oder sich für die Selbstpräsentation im Bewerbungsverfahren fit zu machen. Frauen, die ihren Weg in den Beruf gefunden haben, berichten von ihren Strategien bei Jobsuche und Karriere. Neben den üblichen Hürden des Arbeitsmarktes können bei zugewanderten Frauen noch weitere Faktoren eine Rolle spielen: etwa kulturelle und familiäre Umstände oder die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse, nicht zuletzt auch die Vorurteile, die zugewanderten Menschen immer wieder entgegengebracht werden.
„Unsere Teilnehmerinnen sind hochmotiviert,“ kommentiert Referentin Dorothee Pieper. „Die meisten haben zwar schon entmutigende Erfahrungen bei der Jobsuche gemacht, aber der neue Blick auf die eigenen Fähigkeiten, den wir Ihnen vermitteln, und die Informationen und Trainings machen ihnen Mut. Sie erhalten viel Handwerkszeug, auch für ihre neue Aufgabe als Multiplikatorinnen.“
Weitere Teilnehmerinnen sind im Projekt herzlich willkommen. Immer dienstags von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr treffen sich die Frauen im Gemeindetreff Unter dem Regenbogen, Kaukenberg 23. Hinzu kommen Intensiv-Workshops. Das Projekt startete im Oktober 2011 und läuft voraussichtlich bis Ende Februar 2012. Der nächste Workshop findet am Freitag, 13. Januar 2012 statt, das nächste Gruppentreffen am Dienstag, 17. Januar 2012.
Weitere Informationen und Anmeldung: Integrationsagentur der Diakonie Paderborn-Höxter e. V., Christina Vetter, Tel. (0 52 51) 64 06 37.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 21.12.11