Radiogottesdienst zum Ewigkeitssonntag
aus Bad Lippspringe
„Nicht der Tod hat das letzte Wort,
sondern das Leben“
Freuen sich auf die Live-Übertragung: Der Rundfunkbeauftragte Dr. Gerd Höft (v. l.), Pfarrer Detlev Schuchardt und Pfarrerin Kerstin Heibrock. Foto: Jan Globacev
Begleitete den Radiogottesdienst: Die Kleine Kantorei unter der
Leitung von Kantor Ulrich Schneider. Foto: Jan Globacev
Der Übertragungswagen von WDR 5 vor der Lippspringer Kirche- Foto: Wolfgang Dzieran
Bad Lippspringe. Zwei große Übertragungswagen und zehn zusätzliche Mikrofone in
der Evangelischen Kirche Bad Lippspringe ließen die Kirchengänger am
Ewigkeitssonntag erahnen, dass sie keinen gewöhnlichen Sonntagsgottesdienst
besuchten. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR 5) übertrug den Gottesdienst live in
weite Teile des Landes.
„Was mir Hoffnung gibt“ war das Thema des Gottesdienstes am letzten Sonntag im
Kirchenjahr, den der Evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR, Pfarrer Dr. Gerd
Höft (Düsseldorf), um kurz nach zehn Uhr eröffnete. Einige Minuten vorher
stimmte der Theologe, der für die Organisation und Durchführung der
Radiogottesdienste zuständig ist, die Gottesdienstbesucher ein und berichtete
zugleich von einigen Besonderheiten: „Bitte bedenken Sie, wir haben eine
Live-Übertragung, und uns stehen genau 58 Minuten und 30 Sekunden dafür zur
Verfügung.“ Als erst die weiße und dann einige Augenblicke später die rote Lampe
aufleuchtete, wurde es ganz still in der Kirche und Höft begrüßte die vielen
Zuhörer an den Radiogeräten. Anschließend stellte er die Kirchengemeinde vor.
Das Thema Leben und Tod stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes, den Pfarrerin
Kerstin Heibrock und Pfarrer Detlev Schuchardt zusammen mit vier Lektoren
feierten. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Kleinen Kantorei der
Gemeinde unter der Leitung von Kantor Ulrich Schneider, von Ulrich Winsel an der
Klarinette sowie vom Organisten Andreas Lehnert begleitet.
In seiner Predigt sprach Pfarrer Detlev Schuchardt den Trauernden Mut und
Zuversicht zu: „Gott ist ganz nahe! Er begibt sich in das Elend und die
Todesverfallenheit der Menschen. Er erklärt die Tröstung und Rettung aus Trauer
und Tod, Leid und Schmerz zu seiner eigenen Sache. Gott lässt die Menschen nicht
allein, die Angst haben vor dem Tod! Er wird uns trösten und unsere Tränen
abwischen und Licht bringen, in die dunkle Nacht.“
Zum Abschluss des Gottesdienstes folgte ein Orgelnachspiel, bis die kleine rote
Lampe am Ambo, auf die sich in dem Moment alle Augen richteten, wieder aus ging.
Das war das Zeichen, dass die Übertragung beendet war. Pfarrerin Kerstin
Heibrock und Pfarrer Detlev Schuchardt hatten allerdings keine Zeit, sich
persönlich von den Besuchern zu verabschieden. Beide mussten schnell zurück ins
benachbarte Pfarrhaus, um von dort aus den Hörern Rede und Antwort zu stehen.
Kaum angekommen, klingelten schon alle Telefone im Haus. Nach den ersten Anrufen
zog Pfarrerin Heibrock eine positive Bilanz: „Ich freue mich sehr über die
zahlreichen Reaktionen der Hörer, die man sonst nicht unbedingt an der
Kirchentür gesagt bekommt.“
Auch ihr Kollege Pfarrer Detlev Schuchardt ist mit dem Verlauf des
Rundfunkgottesdienstes sehr zufrieden: „Die zahlreichen zusätzlichen Mikrofone
waren schnell vergessen; außerdem war der Gottesdienst sehr gut vorbereitet,
sodass ich eigentlich sehr entspannt war. Aber ein bisschen Aufregung gehört
immer dazu.“
Die Planungen für diesen besonderen Gottesdienst begannen schon früh. Der
Rundfunkbeauftragte Gerd Höft war vor rund vier Monaten zum ersten Mal nach Bad
Lippspringe gekommen, um erste Ideen und Abläufe mit den Beteiligten
abzusprechen. „Ab da bin ich wochenlang im Gespräch mit der Gemeinde gewesen“,
sagte er. Er lasse sich alle Texte zukommen und redigiere diese auch bei Bedarf.
„Es ist aber immer ein gemeinsames Produkt“, meinte Höft, der bereits seit 18
Jahren Rundfunkbeauftragter beim WDR ist. Im Schnitt würden rund 150.000 bis
200.000 Hörer so einen Gottesdienst live im Radio mitverfolgen, der unter
anderem im WDR, NDR und SWR in weite Teile Deutschlands übertragen wird.
Die Liturgie des Gottesdienstes ist auf
www.evkirchebadlippspringe.de zu finden.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 23.11.10