Gerechtigkeit durch soziale, ethische und Umweltschutz-Standards
Synodalversammlung der Evangelischen Kirche: „Globalisierung gestalten!“
Diskutierten über Fragen der Globalisierung: Superintendentin
Anke Schröder (2. v. r.), Pfarrerin Antje Lütkemeier (Ausschuss für Mission,
Ökumene und kirchliche Weltverantwortung MÖWe im Kirchenkreis Paderborn, v. r.)
mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Geld“: Moderatorin Pfarrerin Heike Koch
(Regionalstelle MÖWe), Wolfgang Hamacher (WGZ Bank AG Düsseldorf), Christian
Müller (Bank für Kirche und Diakonie) und Antje Schneeweiß (Südwind).
Foto: Oliver Claes
Die Podien der 4 Arbeitsgruppen im Bild:
Die Arbeitsgruppe „Globalisierung: Herausforderung für Kirche
und Staat“ mit (v. r.) Superintendentin Anke Schröder, Elmar Brok (MdEP, CDU),
Sigrid Beer (MdL, Bündnis 90/Die Grünen) und Pfarrer Martin Domke (Eine
Welt-Zentrum Herne).
Die Arbeitsgruppe „Mit Geld zur Gerechtigkeit beitragen“ mit
(v. r.) Christian Müller (Bank für Kirche und Diakonie), Antje Schneeweiß
(Südwind), Wolfgang Hamacher (WGZ Bank AG Düsseldorf) und Moderatorin Pfarrerin
Heike Koch (Regionalstelle Amt für Mission, Ökumene und kirchliche
Weltverantwortung, EKvW, links außen).
Die Arbeitsgruppe „Niemand is(s)t für sich allein mit (v.l.)
Bernd Schütze („Brot für die Welt“ Westfalen), Moderation Pfarrerin Ute Wendorff,
Josef Jacobi (Bio-Bauer) und Jürgen Nachtigal (Kreisstelle der
Landwirtschaftskammer NRW).
Die Arbeitsgruppe „Klima der Gerechtigkeit“ mit (v. l.)
Moderator Pfarrer Herbert Falke,
Norbert Kortlüke (Berater für Emissionshandel), Michael Wippermann (e.on
Westfalen-Weser) und Bernd Grau (Naturstrom).
LICHTENAU/KREIS HÖXTER (ekp). „Globalisierung gestalten! - Staat und Kirche:
Herausgefordert zu Recht und Frieden in der einen Welt“. Mit diesem Thema
setzten sich am 18. September 110 Mitglieder der Synode des Evangelischen
Kirchenkreises Paderborn, sechs Gäste aus dem Partner-Kirchenkreis in Tansania
Kusini B und hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wohlfahrtspflege
auseinander. Die Synodalversammlung des Kirchenkreises fand im
Technologiezentrum Lichtenau statt. Hintergrund war die aktuelle Hauptvorlage
der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zum Thema „Globalisierung“.
Vorbereitet wurde die Synodalversammlung vom Ausschuss für Mission, Ökumene und
kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) im Kirchenkreis Paderborn.
„Wie können wir in einer globalisierten Welt gesund, fröhlich und hoffnungsvoll
bleiben?“, fragte die leitende Theologin des Kirchenkreises, Superintendentin
Anke Schröder, in ihrem geistlichen Impuls zu Beginn. Es gehe darum, „in
Beziehung zu bleiben zu den Menschen, die nah und fern leben, und zu dieser
Erde“, machte sie deutlich. Erbarmen und Mitgefühl sei neben Denken, Reden und
Handeln erforderlich.
In seinem Impulsreferat stellte Pfarrer Martin Domke (MÖWe EKvW, Geschäftsführer
Eine-Welt-Zentrum Herne) fest, dass es zuallererst Aufgabe des Staates sei, für
Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen. Aufgabe der Kirche sei es, an die daraus
folgenden Aufgaben und Grenzen zu erinnern, zu mahnen, zu fordern, womöglich
anzuklagen, Alternativen zu nennen und Visionen zu entwickeln. „Wir brauchen
nachhaltige Formen des Lebens und des Wirtschaftens“, so Domke. „Wir sollen zum
Leben umkehren und das in allen Bereichen“, beschrieb er die Notwendigkeit einer
„Umsteuerung“.
In vier Arbeitsgruppen wurde über einzelne Aspekte des Themas diskutiert. In der
Arbeitsgruppe „Globalisierung: Herausforderung für Kirche und Staat“ herrschte
weitgehend Einigkeit darüber, dass einzelne Staaten die mit der Globalisierung
verbundenen Herausforderungen nicht lösen können. Von der Kirche erwartet der
CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok, dass sie ein Wertesystem bereit stellt,
sich aber nicht in Details verliert. Die grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer
wünscht sich dagegen eine Kirche, die unbequem ist und den Staat immer wieder
mahnt, für eine bessere Welt zu sorgen.
Um Möglichkeiten, Geld nachhaltig anzulegen ging es in der Arbeitsgruppe „Mit
Geld zur Gerechtigkeit beitragen“. Banker wie Wolfgang Hamacher (WGZ Bank AG
Düsseldorf) und Christian Müller (Bank für Kirche und Diakonie) sowie Antje
Schneeweiß (Institut für Ökonomie und Ökumene: Südwind) stellten Filterkriterien
vor, nach denen Unternehmen bei der Geldanlage ausgeschlossen werden, die
soziale und ethische Kriterien sowie Umweltschutzstandards nicht erfüllen.
Fragen der Nahrungsmittelproduktion standen im Mittelpunkt der Arbeitsgruppe
„Niemand is(s)t für sich allein mit Bernd Schütze („Brot für die Welt“
Westfalen), Jürgen Nachtigal (Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW) und
Bio-Bauer Josef Jacobi. Die aktuelle Auseinandersetzung um einen gerechten
Milchpreis wurde ebenso diskutiert wie die Auswirkungen der zunehmenden
Industrialisierung der Landwirtschaft. Die Konsumenten hätten die „Macht des
Einkaufswagens“, indem sie regionale und fair gehandelte Produkte bevorzugten,
so das Fazit der Arbeitsgruppe.
Die Arbeitsgruppe „Klima der Gerechtigkeit“ behandelte das Thema Energie.
Einigkeit herrschte darüber, dass der weltweite Energiebedarf drastisch wachsen
werde. Durch Energiesparen könne jeder seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Unterschiedliche Vorstellungen gab es über die zukünftige Energieproduktion.
Norbert Kortlüke (Berater für Emissionshandel) und Bernd Grau (Naturstrom)
setzten sich für regenerative Energien und dezentrale Versorgung ein. Michael
Wippermann (e.on Westfalen-Weser) für neue, verbesserte Kohlekraftwerke.
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© Ev. Kirchenkreis Paderborn 21.09.09