Weltgebetstag
4. März 2011:
Wie viele Brote habt ihr?
Bad Lippspringe: Literarischer Abend am 28. Februar
Bild aus Chile zum Weltgebetstag 2011
Literarischer Abend CHILE zum Weltgebetstag 2011 in der Buchhandlung Waltemode Bad Lippspringe
Der Weltgebetstag 2011 kommt aus „dem letzten Winkel der Welt“, wie die
Chileninnen und Chilenen selbst ihr Land nennen. Er geht mit der Titelfrage „Wie
viele Brote habt ihr?“ sogleich „zur Sache“: Ihr Christinnen und Christen
weltweit – was habt ihr zu bieten? Was tut ihr gegen den Hunger in der Welt? Was
und wo sind eure Gaben, eure Fähigkeiten, die ihr teilen und einsetzen könnt,
dort, wo sie gebraucht werden?
Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den 5.000
Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen
Brotvorräte. Und alle wurden satt. Diese Mutmachgeschichte aus dem
Markus-Evangelium stellen die Weltgebetstagsfrauen in den Mittelpunkt ihres
Gottesdienstes.
Die Weltgebetstagsbewegung in Chile ist jung. Erst im Jahr 2000 haben Frauen,
die in verschiedenen Fraueninitiativen engagiert waren, eine Gruppe gebildet,
aus der heraus das WGT-Komitee erwachsen ist. Ein Zeichen für ökumenische
Tatkraft, die für das überwiegend römisch-katholische Chile (gut 70%) etwas
Neues ist. Auch unter den ca. 15% protestantischen Christinnen und Christen war
Ökumene bisher kaum ein Thema. Ökumenisches Miteinander ist schon geografisch
gesehen nicht leicht: Die Schriftstellerin Isabel Allende nennt ihre Heimat
Chile ein „spannelanges Land... wo alle Wege enden an dieser Lanze im Süden des
Südens von Amerika, viertausenddreihundert Kilometer Berge, Täler, Seen und
Meer.“ Dieser schmale, klimatisch sehr gegensätzliche Küstenstreifen wird von
rund 16 Mio. Menschen bewohnt, die sich scharf in Reich und Arm und die
verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufspalten. Im Gefolge des Spaniers Magellan,
der 1520 das Land hinter den Anden „entdeckte“, wurde gegen die indigene
Bevölkerung um Land und Lebensrechte gekämpft. Und bis heute kämpfen die
indigenen Völker Chiles, die ca. 10% der Einwohner ausmachen, um ihre Rechte:
die Aymaras ganz im Norden und vor allem die Mapuche im Süden.
In der Weltgebetstagsliturgie werden wir nicht nur in der Landessprache Spanisch
begrüßt, sondern auch mit Worten aus den indigenen Sprachen. Ein
Hoffnungszeichen, dass unter Christinnen und Christen die ethnischen Grenzen
überwunden werden sollen. Vom 19. Jhd. an wurden Deutsche - überwiegend
evangelisch-lutherischer Konfession – auf fruchtbarem Land der Mapuche
angesiedelt. Vergessen ist das nicht. Auch andere dunkle Zeiten und vor allem
die schlimmen Jahre der Militärdiktatur unter Pinochet von 1973 bis 1990 sind
unvergessen und kommen auch in der Gottesdienstordnung zur Sprache. Als die
Liturgie schon fertig geschrieben war, erschütterten das Land das Erdbeben und
die Flut vom Februar 2010. Aber das Thema der Liturgie: Wie viele Brote habt
ihr? wurde für die Verfasserinnen zur aktuellen Überlebensfrage und zur
dringenden Bitte nach Solidarität an alle Christinnen und Christen weltweit.
Mehr über Chile erfahren Sie:
Montag, 7. Februar 19.30 Uhr
(Frauenabendkreis)
Mittwoch, 23. Februar, 15 Uhr (Frauenhilfe)
oder
Donnerstag, 24. Februar, 20 Uhr (Der letzte Do)
jeweils im Evangelischen Gemeindezentrum, Detmolder Str. 173
Literarischer Abend
Am 28. Februar um 19.30 Uhr wird Rita Waltemode in ihrer Buchhandlung,
Marktstr. 1, Literatur aus Chile vorstellen.
(Anmeldung in der Buchhandlung oder telefonisch: 05252-6686)
Gottesdienste zum Weltgebetstag
Freitag, 4. März 2010
15 Uhr in Bad Lippspringe, katholische Kirche St. Martin
und
19 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbeken.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 22.02.11