Kulturnacht Schloß Neuhaus ruft am 10.11. zu Akzeptanz und Achtung auf
? Achtung !

In luftiger Höhe über der Tür zur Christus-Kirche wird zur Kulturnacht Schloß-Neuhaus eingeladen: vom Theater Paderborn Gesa Köhler und Alexander Wilß (Mitte) sowie die Veranstalter Hans-Georg Hunstig (links) und Pfarrer Oliver Peters (rechts). Foto: Tobias Vorwerk

In luftiger Höhe über der Tür zur Christus-Kirche wird zur Kulturnacht Schloß-Neuhaus eingeladen: vom Theater Paderborn Gesa Köhler und Alexander Wilß (Mitte) sowie die Veranstalter Hans-Georg Hunstig (links) und Pfarrer Oliver Peters (rechts). Foto: Tobias Vorwerk

Kulturnacht Schloß-Neuhaus PADERBORN-SCHLOSS NEUHAUS – Die jährliche Kulturnacht in Schloß Neuhaus ist zu einer Tradition geworden, zu der die katholische Pfarrei Hl. Martin und die Evangelische Kirchengemeinde Schloss Neuhaus im Herbst einladen. Der Termin der 9. Kulturnacht liegt mit dem 10. November genau einen Tag nach der Erinnerung an die Pogromnacht vor 80 Jahren. Am 9. November 1938 wurden die jüdischen Gotteshäuser von den Nationalsozialisten angezündet – auch in Paderborn. So wurde den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern jegliche Achtung abgesprochen, was schließlich zu deren Vernichtung führte. Dieses Ereignis wird in diesem Jahr durch Schauspiel, Kurzvorträge, Musik und eine Ausstellung, aufgegriffen.

In den Beiträgen des Abends wird dazu aufgerufen, dass die “Kinder Abrahams” im Judentum, Christentum und Islam sich gegen jegliche Verachtung der Anderen einsetzen. Gesa Köhler und Alexander Wilß, zwei Akteure des Theaters Paderborn, rezitieren die Ringparabel aus Lessings “Nathan der Weise”, die aufruft zu einer friedlich-toleranten  Koexistenz der Religionen. Sie stellen  weiter einen Auszug des aktuellen und viel beachteten Stückes von Max Frisch „Andorra“ des Paderborner Theaters dar, das zeigt, wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu Ausgrenzung führen.

Musikalisch spielt die Gruppe „KlezJazz“ und Rami Bhan die syrische Laute Oud, singen David Lübke und Max Eisinger, bringt Marianne Noeske die Orgel ein. Personen aus drei Religionen kommen zu Wort: „Wie lebe ich meinen Glauben?“ beantworten Claudia Auffenberg als Christin, Muna Tatari als Muslima und Heribert Krane als Kenner des Judentums. Friedhelm Hake zeigt auf, warum es psychologisch schwer fällt mit einem „anders leben“ umzugehen.

Tobias Vorwerk zeigt Fotos von „Spuren jüdischen Lebens“ in Paderborn. Dazu gibt es eine Erinnerung an die ausgerotteten jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Schloß Neuhaus. Den Abschluss bildet das Lied vom blühenden Mandelzweig, das die Sehnsucht für das Leben besingt und quer durch alle Kulturen und Religionen tiefer zu Gott hinführen kann.

Die 9. Kulturnacht Schloß Neuhaus will gerade in der aktuell unruhigen Zeit zu einer “Kultur der Achtung” beitragen. Sie beginnt am Samstag 10. November 2018 um 20 Uhr und dauert bis ca. 22.30 Uhr. Ort ist die Evangelische Christus-Kirche, Bielefelder Straße 20 c, Schloß Neuhaus. Der Eintritt ist frei.

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