„HUYAWA“ – Hilfe für AIDS-Waisen in Tansania

Ganz allein auf der Welt

Judith Bukambu aus Tansania (links) besuchte die Bad Lippspringer Konfirmandengruppe von Pfarrerin Antje Lütkemeier (rechts). FOTO: PETRA SILBERBERG

Judith Bukambu aus Tansania (links) besuchte die Bad Lippspringer Konfirmandengruppe von Pfarrerin Antje Lütkemeier (rechts). FOTO: PETRA SILBERBERG

BAD LIPPSPRINGE - „Stellt euch vor, ihr kommt nach Hause, die Eltern sind weg, der Kühlschrank ist leer und ihr seit plötzlich ganz allein auf der Welt.“ Judith Bukambu aus Tansania stellte keine leichte Anforderung an die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirche in Bad Lippspringe – ist dieses Szenario doch schwer vorstellbar für junge Menschen, die die Not nicht kennen gelernt haben. Und doch: der Tansanierin gelang es, die Jugendlichen ein wenig zu sensibilisieren.

Judith Bukambu ist Koordinatorin des Projektes „Huyawa“, einem Soforthilfeprogramm für Waisenkinder, vor allem für Aids-Waisen. Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe besuchte sie dort mehrere Einrichtungen und erzählte im Gottesdienst, im Ökumenischen Treff-Eine Welt und eben auch vor den Jugendlichen von ihrer Arbeit.

Gegründet wurde das Projekt „Huyawa“ im Jahr 1989, um der dringenden Notlage, die durch die schnell ansteigende Anzahl von Aids-Todesfällen in der Region entstand, entgegen-zuwirken. Was als zeitlich begrenztes Projekt geplant war, ist längst zur festen Institution geworden. Circa 45000 Waisen und Halbwaisen werden heute in dem Projekt betreut. Durch Tod bzw. Krankheit der Eltern geraten die Kinder in große Armut – es drohen Ausbeutung, Konfiszierung ihres Besitzes, Hunger und Krankheiten. Durch „Huyawa“ jedoch erhalten die betroffenen Kinder finanzielle Unterstützung für ihre Schulbildung, ärztliche Betreuung und juritische Beratung. Außerdem nehmen sie an einem Aufklärungsprogramm teil.

Träger des „Huyawa“-Hilfsprogramms ist die Nord-West-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, zu der auch der Paderborner Partner-Kirchenkreis Kusini-B Ilemera gehört. Das Projekt hat sich in den 15 Jahren seines Bestehens auf die gesamte Diözese ausgeweitet. Alleine 216 Helfer arbeiten heute direkt vor Ort und halten den Kontakt mit den Kindern aufrecht. psi

Mehr im Internet: http://www.huyawa.org

© Ev. Kirchenkreis Paderborn 30.01.04