
Bereiten den Ökumenischen Frauen-Kreuzweg vor und laden dazu ein: (v.l.n.r.)
Adelheid Hoffbauer, Renate Grotensohn, Antje Lütkemeier, Claudia Ripp, Franziska Bee,
Anne Schulte, Modjgan Bidardel und Kathrin Schulte. Foto: Heidi Welslau
Bad Lippspringe (wels). Passionszeit ist heute nicht mehr nur eine Zeit, in der an den Leidensweg Jesu erinnert wird. Passionszeit heute braucht daneben auch aktuelle Bezüge. Zehn Frauen aus der evangelischen und den beiden katholischen Kirchengemeinden in Bad Lippspringe sowie ein Mitglied der Bahai-Religion (eine aus dem Islam hervorgegangene eigenständige Religion) haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie veranstalten zum ersten Mal einen Ökumenischen Frauen-Kreuzweg unter dem Titel "Sprich nicht darüber, meine Schwester Die Passion und die alltägliche Gewalt gegen Frauen". Dazu sind interessierte Frauen und Männer am Montag, dem 9. April, eingeladen.
Der Ökumenische Frauen-Kreuzweg beginnt um 17 Uhr mit zwei Stationen in der evangelischen Kirche an der Detmolder Straße. Schweigend gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann zur katholischen Martinskirche, wo ebenfalls an zwei Kreuzwegstationen "Gewalt" mithilfe biblischer Texte thematisiert wird. Den Abschluss bildet gegen 18.30 Uhr ein gemeinsamer Abend im St. Martin-Gemeindehaus.
Adelheid Hoffbauer von der katholischen Martins-Gemeinde erzählt, dass hier bereits seit 20 Jahren ein Frauenkreuzweg stattfindet. Aber weil es den Frauen der evangelischen und katholischen Gemeinden nicht mehr ausgereicht habe, nur zum Weltgebetstag im März gemeinsam zu beten und zu handeln, sei nach weiteren Aktionen gesucht worden.
Das erste Projekt war im September 2000 ein ökumenischer Frauengottesdienst mit anschließendem Frühstück zum Thema "Grenzen überschreiten". "Die hohe Teilnehmerzahl von 70 Frauen hat uns ermutigt, weitere ökumenische Projekte durchzuführen", so Pfarrerin Antje Lütkemeier von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe.
Und so treffen sich seitdem interessierte Frauen in der Regel am letzten Montag im Monat um 19.30 Uhr im "Ökumenischen Treff Eine Welt" in der Fußgängerzone. Hier tauschen sie sich über Religion und kirchliche Strukturen aus und bereiten die aktuellen Aktionen vor. Mit dem nächsten Thema des Frauen-Kreuzweges "Alltägliche Gewalt gegen Frauen" werden viele Frauen angesprochen, so die Erfahrung von Pfarrerin Lütkemeier. So sei zum Beispiel die von Frauen erlebte Gewalt in der Familie in der Öffentlichkeit häufig ein Tabu-Thema, dass der Seelsorgerin in Einzelgesprächen mit Frauen aber wiederholt begegnet. Beim Frauen-Kreuzweg am 9. April wird es um verschiedene Formen von Gewalt gehen: um körperliche Gewalt ebenso wie um subtile Gewalt etwa durch sexuelle Anspielungen und Witze sowie abwertendes Sprachverhalten gegenüber Frauen.