Evangelisches Profil und Ökumene als Herausforderung

Dorothea Goudefroy seit September Pfarrerin in der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Hövelhof

Pfarrerin Dorothea Goudefroy (31) arbeitet in Hövelhof und Bad Lippspringe. Foto: Daniel AlbrechtHövelhof. (da) "Die Diaspora-Situation ist sehr spannend." Dorothea Goudefroy, die seit September als Pfarrerin zur Anstellung in der Evangelischen Johannes-Gemeinde Hövelhof entsandt ist, sieht die Dominanz der katholischen Kirche in der Region als eine Herausforderung und Chance, sich als Evangelische zu profilieren. "Hier habe ich zudem gemerkt, wie wichtig die ökumenische Zusammenarbeit ist," so die 31-Jährige, die den Hövelhofer Pfarrer Ulrich Richter in der Gemeindearbeit unterstützt. Weiterhin ist sie mit einer Viertelstelle als Krankenhaus-Seelsorgerin auf der Palliativ-Station in Bad Lippspringe tätig.

Dorothea Goudefroy studierte ab 1990 in Heidelberg und Hamburg Evangelische Theologie, bevor sie 1997 ihr Examen in Bielefeld ablegte. "Danach stand ich kurz davor, den Beruf zu wechseln", erinnert sie sich heute an die frustrierende Wartezeit nach dem Studium. Bis August 1998 arbeitete sie zunächst in der Geschäftsstelle des Ersten Westfälischen Kirchentags in Unna. In Unna-Königsborn machte sie dann ihr Vikariat und anschließend ein Sondervikariat beim Institut für Kirche und Gesellschaft in Iserlohn.

In Hövelhof genießt die Pfarrerin die Ruhe und die gute Luft. "Direkt hinter meinem Haus beginnt der Wald und die Gegend ist ja ideal zum Radfahren", freut sie sich über ihr neues Zuhause. Nachdem sie schon Kantoreimitglied in Unna war, beabsichtigt Goudefroy in Kürze auch in der Paderborner Abdinghofkanorei mitzusingen. Bisher kamen nur die Hövelhofer Konfirmanden in den Genuss der musikalischen Vorlieben der Pfarrerin, die gerne mal die Gitarre mit in den Unterricht bringt.

Aufgewachsen ist Goudefroy in einem sehr diakonischen Umfeld. "Meine Eltern waren für die Diakonie tätig und wir wohnten in Bethel", erzählt sie, "so was prägt natürlich." Nach dem Abitur ging sie 1990 für ein Jahr nach Palästina, wo sie während der ersten Intifada in einem Heim für Kinder mit geistiger Behinderung arbeitete.

 

© Ev. Kirchenkreis Paderborn 31.10.01