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04.08.2000 |
Aus der Neuen Westfälischen, Regionalteil Paderborn, vom 4.8.2000: "Menschen in Tansania helfen"Delegation des Kirchenkreises Paderborn besuchte Partner in Kusini B - Ilemera· Paderborn (NW). "Afrika pur" haben sie erlebt, das einfache Leben der Landbevölkerung in einem abgelegenen Winkel von Tansania, das geprägt ist von Armut und dem Fehlen fast jeder Infrastruktur. Die fünf Mitglieder der Delegation aus dem evangelischen Kirchenkreis Paderborn, die 14 Tage lang den Partner-Kirchenkreis Kusini B-Ilemera am Westufer des Viktoriasees besuchten, sind mit starken Eindriicken nach Ostwestfalen zurückgekehrt. Schon bald nach der Ankunft in dem kleinen Ort Ilemera verging den deutschen Besuchern der letzte Zweifel am Sinn ihres Unternehmens. "Vorher hat man vielleicht mal gedacht, ob das Geld für die Reise nicht anders und besser angelegt hätte werden konnen", sagt Pfarrerin Antje Lütkemeier aus Bad Lippspringe, "doch wir haben schon bald erfahren, wie wichtig es ist, den Menschen in Ilemera das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein gelassen werden". Die Gastfreundschaft war überwältigend und das "Erstaunen und die Freude" über das Geschenk der Deutschen - sechs Altartücher, die die Paderbornerin Gabi Girndt-Sharp hergestellt hatte - unverfälscht. Neben Antje Lütkemeier, der Delegationsleiterin, gehörten die Paderborner Günter Bitterberg und Elke Münzig, Hermann Engel (Höxter) und Dorothea Mohrmann (Warburg) der Reisegruppe an. Ihre Reise war schon die dritte, die Vertreter des Kirchenkreises nach Tansania unternahmen. Seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem afrikanischen und dem deutschen Kirchenkreis. Seitdem finden gegenseitige Besuche und Mitarbeitereinsätze statt. Außerdem unterstützt der Kirchenkreis Paderborn Hilfsprojekte in Tansania. Das wichtigste Projekt steht vor dem Abschluss: die Krankenstation in Ilemera. "Das Haus steht und ist bezugsfertig", sagt Gunter Bitterberg, der betont, dass das Geld aus Deutschland - gut 300.000 Mark- ordnungsgemäß ausgegeben wurde: "Es liegt eine genaue Abrechnung vor. Die Leute in Ilemera haben sehr sorgfältig gearbeitet und über jede Mark Buch geführt." Um die Krankenstation angemessen auszustatten, fehlt erneut Geld. Die Entbindungsräume und der Mutter-Kind-Bereich, die Behandlungszimmer, die Büros und die Apotheke - sie alle sind noch nicht eingerichtet. ,,Dafür mussen wir weiter spenden", sagt Elke Münzing, "die Leute machen gute Arbeit, aber die Mittel sind nicht vorhanden." Elke Münzig, die im St. Johannisstift Paderborn als OP-Schwester arbeitet, konnte sich vor Ort vom Mangel überzeugen. Einige Tage lang beobachtete sie die medizinische Versorgung in dem Regionalkrankenhaus, das fur Ilemera zustandig ist: "Die Fahrt über die Schotterpisten dauert vier Stunden. Patienten müssen teilweise monatelang auf ihre Operation warten, weil Material und Personal fehlen." Fast alle Menschen am Westufer des Viktoriasees sind an Malaria erkrankt. Schon Kleinkinder sterben an dieser Krankheit. Ein weiteres Problem ist die seuchenhafte Verbreitung von Aids. "Über dieses Problem wird nicht geredet", sagt Gunter Bitterberg, "deshalb sind die Folgen umso katastrophaler". Die Bedingungen, unter denen Ärzte und Pfleger in Tansania arbeiten, hinterließen einen so nachhaltigen Eindruck, dass Elke Münzig jetzt im St. Johannisstift eine Initiative ins Leben rufen möchte. Die Mitarbeiter des Krankenhauses und der anderen Einrichtungen der Stiftung sollen. so ist ihr Wunsch. gezielt für die medizinische Ausstattung der Krankenstation in Ilemera spenden. Seitdem 1998 und 1999 die Krankenschwestern Witness und Emiliana aus Ilemera ein Praktikum im St. Johannisstift absolvierten, gibt es auch hier enge Kontakte. Am 21. September soll im Altenheim St. Johannisstift ein Diavortrag uber die Reise nach Ilemera stattfinden. Worum es dabei vor allem geht, ist allen Delegationsteilnehmern schon jetzt klar: "Wir müssen den Menschen aus Ilemera helfen. Jeder Pfennig ist wichtig." Spendenkonto: 7002 199, BLZ: 472 501 01, Sparkasse Paderborn (Vermerk: Haushaltsstelle 65.530.0013, Kreiskirchenamt Paderborn). Bilder zu diesem Artikel finden Sie auf den Internetseiten der Ev. Kirche Bad Lippspringe! Wir danken der Neuen Westfälischen, Ausgabe Paderborn, für die Genehmigung zur Wiedergabe dieses Artikels auf unseren Webseiten. "Einscanfehler" bitten wir zu entschuldigen! Online finden Sie die Neue Westfälische unter http://www.nw-news.de und die News aus dem Hochstift Paderborn unter http://www.nw-news.de/news/lokal/pb/ |
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