Flüchtlinge aus Steinheim besuchten Berlin
Besseres Verständnis für deutsche Geschichte und Politik

Vor dem Brandenburger Tor: Die Reisegruppe aus Steinheim. Foto: Kirchengemeinde Steinheim

Vor dem Brandenburger Tor: Die Reisegruppe aus Steinheim.
Foto: Kirchengemeinde Steinheim

Steinheim/Berlin. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ hieß es für eine bunte Reisegruppe, die sich aus Steinheim zu einem Besuch der Bundeshauptstadt aufgemacht hat. Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan hatten im wöchentlichen „Cafè International“ im Evangelischen Gemeindezentrum schon oft Interesse an solch einem Unternehmen geäußert. Begleitet von Steinheimer Flüchtlingshelfern erlebten sie nun „Zwei Tage Berlin“

Pfarrer Ulrich Beimdiek hatte zuvor gemeinsam mit Jürgen Hanel und Hans Thiet ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Nach der Ankunft im Stadtbezirk Neukölln wurde zunächst der Berliner Dom aufgesucht, dessen Kuppelbalustrade einen ersten Rundblick über die ganze Stadt bot. Schon das setzte alle 22 Teilnehmer in Erstaunen über die Größe und die Schönheit der deutschen Hauptstadt. Nächstes Ziel war das Brandenburger Tor.

Der frühe Nachmittag begann mit einem Besuch von Schloss Bellevue. Der professionellen, gut verständlichen Führung durch den Amtssitz des Bundespräsidenten schloss sich ein Gang durch den Park und ein Kaffeetrinken im Bundespräsidialamt an. Weiter ging es zum Kurfürstendamm mit Gedächtniskirche und Breitscheidplatz. Abends schließlich traf die Gruppe pünktlich am Reichstag ein. Das Wahlkreisbüro von MdB Christian Haase hatte eine informative, wiederum sehr professionelle Führung mit interessanten Einblicken in die parlamentarische Arbeit organisiert. Trotz später Stunde folgten alle den Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit. Natürlich durfte ein abschließender Gang auf die Kuppel des historischen Reichstagsgebäudes und damit ein Blick auf „Berlin bei Nacht“ nicht fehlen. Die Umgebung der Unterkunft in Neukölln bot abschließend die Möglichkeit, den ersten Tag angenehm ausklingen zu lassen.

Der zweite Tag begann mit einem Besuch der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße. Hier beeindruckte natürlich, was erhaltene Mauerstücke und ein Grenz-Wachtturm vermitteln. Die Gedenkstätte erinnert in sehr würdiger Form daran, wie Mauer und Stacheldraht das Leben in Deutschland fast dreißig Jahre lang bestimmten und viele Opfer kosteten.

Pfarrer Beimdiek führte die Reisegruppe anschließend durch die Holocaust-Gedenkstätte zur Erinnerung an die Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden durch die Nationalsozialisten und ihre Helfer. Der Gang auch durch diese Gedenkstätte, die sich auf dem ehemaligen Grenzgebiet südlich des Brandenburger Tores befindet, hinterließ bei der Reisegruppe große Betroffenheit und regte die Flüchtlinge zu vielen Nachfragen an.

Holocaust-Mahnmal: Pfarrer Ulrich Beimdiek führte die Gruppe durch die Gedenkstätte. Foto: Kirchengemeinde Steinheim

Holocaust-Mahnmal: Pfarrer Ulrich Beimdiek führte die Gruppe durch die Gedenkstätte.
Foto: Kirchengemeinde Steinheim

Den restlichen Aufenthalt nutzten die Teilnehmer, nochmals auf „Unter den Linden“ zu flanieren, die Schlossbaustelle zu besichtigen und das frühsommerliche Wetter zu genießen. Der letzte Zug spätabends brachte sie wieder zurück in das beschauliche Steinheim. Fazit: Diese Berlinfahrt, ein Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit „Steinheim International e.V.“, hat bestehende Kontakte unter Flüchtlingen und Einheimischen in Steinheim vertieft und allen Teilnehmern geholfen, deutsche Geschichte und gegenwärtige Politik besser zu verstehen.

 

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