Zeichen des Aufbruchs und der Hoffnung
Christus-Kirchengemeinde Emmer-Nethe ist gegründet

VON HEINZ WILFERT

400 Gläubige kamen zum Vereinigungsgottesdienst auf dem Gut Holzhausen. FOTO: HEINZ WILFERT

Über 400 Gläubige kamen zum Vereinigungsgottesdienst auf Gut Holzhausen. FOTOS: HEINZ WILFERT

HOLZHAUSEN – Mit einem Gottesdienst auf Gut Holzhausen wurde am Pfingstmontag mit über 400 Gläubigen die Gründung der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde Emmer-Nethe vollzogen. Aus vier Gemeinden wird eine neue, die mit über 8.400 Gemeindegliedern Nachfolgerin der bisherigen evangelischen Kirchengemeinden Brakel, Marienmünster-Nieheim, Lügde und Steinheim ist.
„Wenn wir uns heute zu einer neuen Gemeinde zusammenschließen, verbindet sich damit ein Können und ein Müssen“,  sagte Steinheims Pfarrer Ulrich Beimdiek an einem „bewegenden Tag“  in Holzhausen, wo die Familie von der Borch seit Generationen evangelisch ausgerichtet ist. „Dieser Prozess geschieht nicht aus eigener Kraft, sondern weil uns Gott lenkt“,  so Beimdiek. Rasante Veränderungen in Kirche und Gesellschaft wie demographischer Wandel und der damit einhergehende Rückgang der Mitgliederzahlen, ein verändertes Berufsleben und Freizeitverhalten sowie neue Formen von religiösem Leben waren Anlass zur Gründung der neuen Gemeinde.
Vereinigungsprozesse von Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn führten bereits zur Gründung der Evangelischen Kirchengemeinde Weser-Nethe Höxter, der Evangelischen Kirchengemeinde Altkreis Warburg und der Evangelischen Kirchengemeinde Büren-Fürstenberg. Die Kirchengemeinde Bad Driburg sollte ursprünglich der neuen Christus-Gemeinde angehören, entschied sich dann aber doch dafür, weiter selbstständig zu bleiben.

Einzug in den Gottesdienst mit den vier Osterkerzen als Zeichen dafür, dass die bisherigen Gemeinden für ihre neue Aufgabe brennen. FOTO: HEINZ WILFERT

Einzug in den Gottesdienst mit den vier Osterkerzen als Zeichen dafür, dass die bisherigen Gemeinden für ihre neue Aufgabe brennen.

Der Tag für die Feier war gut gewählt. Weil an Pfingsten der Glaube befeuert wird, verband sich mit dem Vereinigungsgottesdienst auch ein Zeichen des Aufbruchs, der Öffnung und der Hoffnung. Dass die bisherigen Gemeinden für ihre neue Aufgabe brennen und dass jede ihre eigenen Schwerpunkte einbringt, machten deren Vertreter deutlich: Lügde mit einer intensiven Jugendarbeit; Nieheim-Marienmünster durch die sehr aktiven Haus- und Bibelkreise zur Stärkung des Glaubens; Steinheim durch eine sehr ausgeprägte soziale Arbeit in der Kleiderökumene und dem Steinheimer Tisch; Brakel durch die Kirchenmusik mit dem Kirchenchor und dem Posaunenchor. „ Lassen Sie sich anstecken vom Feuer der Aktivitäten“,  so Pfarrer Holger Nolte-Guenther.
In seiner Predigt bekannte Pfarrer Claus-Jürgen Reihs (Büren), dass der Name der neuen Gemeinde Programm sei: „Christus vertraut auf jeden in seiner dienenden und versöhnenden Rolle.“  Christus sei aber auch ein guter Baumeister, weil niemals alles schon fertig sei. Das verrate schon ein Blick in die Geschichte, in der die Gemeinden seit den Zeiten von Reformation und Gegenreformation in unterschiedlichen Konstellationen verbunden waren.

13 Mitglieder hat der Bevollmächtigtenausschuss, der bis zur Wahl des neuen Presbyteriums arbeitet. FOTO: HEINZ WILFERT

13 Mitglieder hat der Bevollmächtigtenausschuss, der bis zur Wahl des neuen Presbyteriums arbeitet.

Im Festgottesdienst verpflichtete Superintendent Volker Neuhoff einen Bevollmächtigungsausschuss aus 13 Mitgliedern, der bis zu den Neuwahlen des Presbyteriums am 1. März 2020 die neue Gemeinde leitet. Zuvor waren die bisherigen Presbyter verabschiedet worden. Dem Ausschuss gehören aus den bisherigen Gemeinden an: Nina Harnisch, Rolf Hellweg, Dorothee Heuermann, Maria Kröling, Klaus Marr, Sylke Olschewski, Kerstin Peine, Dieter Rauchmann, Annette Schöttler sowie die Pfarrer Ulrich Beimdiek, Holger Nolte-Guenther und Volker Walle sowie als Vorsitzender Pfarrer Claus-Jürgen Reihs, stellvertretender Synodalassessor. Vor Ort existieren noch Bezirksausschüsse, in denen zur Mitarbeit eingeladen ist.

Mit der Übergabe der Siegel durch Superintendent Volker Neuhoff (1. v. links) wurde die Gründung der Christusgemeinde Emmer-Nethe vollzogen: (weiter v. links) die Pfarrer Ulrich Beimdiek, Holger Nolte-Guenther, Claus Jürgen Reihs und Volker Walle. FOTO: HEINZ WILFERT

Mit der Übergabe der Siegel durch Superintendent Volker Neuhoff (1. v. links) wurde die Gründung der Christusgemeinde Emmer-Nethe vollzogen: (weiter v. links) die Pfarrer Ulrich Beimdiek, Holger Nolte-Guenther, Claus Jürgen Reihs und Volker Walle.

Durch die Siegelrückgabe endete die Geschichte der bisherigen vier Gemeinden. Durch die Übergabe des neuen Siegels wurde die Gründung der neuen Christus-Kirchengemeinde manifestiert. Es trägt die griechischen Buchstaben Chi und Rho – symbolisch für Christus. „Lassen Sie die Region spüren, wozu die neue Gemeinde in der Lage ist“, so Superintendent Neuhoff. Die neue Gemeinde verfügt über drei Pfarrstellen, die Pfarrer arbeiten künftig in einem Team zusammen. Die Zuständigkeiten bleiben in den meisten Angelegenheiten persönlicher Seelsorge und gewünschter Amtshandlungen (Taufe, Trauungen, Beerdigungen) erhalten: Ulrich Beimdiek ist für das gesamte Gebiet der Stadt Steinheim einschließlich aller Ortschaften zuständig; Volker Walle für das Gebiet der Stadt Brakel einschließlich aller Ortschaften; Holger Nolte-Guenther für Lügde sowie alle Ortschaften, neu sind Marienmünster und Nieheim. Unterstützt wird das Pfarrerteam von Pfarrer i. R. Volker Schmidt.

 

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