Resolution des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Paderborn
Demo gegen AfD-Kundgebung am Montag, 12.11.

Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz

Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz

PADERBORN – Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Paderborn ruft für Montag, 12. November, zu einer Gegendemonstration in der Innenstadt auf. Anlass ist eine Kundgebung der AfD in Paderborn. Die Gegendemo beginnt um 16 Uhr. Treffpunkt ist der Theo-Schulhof am Kamp. Von dort ziehen die Teilnehmenden zum Westerntor. Mitglied im Bündnis für Demokratie und Toleranz ist auch der Evangelische Kirchenkreis Paderborn.
Die aktuelle Erklärung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Paderborn:

Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz Resolution zum 9. – 12. November

MEINUNGSFREIHEIT OHNE ALTERNATIVE !

DER POGROMNACHT GEDENKEN – GESCHICHTSVERZERRUNG ENTGEGENTRETEN.

Am 9. und 10. November 1938, vor 80 Jahren, erreichte die Verfolgung der Jüdinnen und Juden in Deutschland in der Reichspogromnacht ein neues Ausmaß. Das staatlich organisierte Novemberpogrom ist ein wesentliches Ereignis auf dem Weg zum Vernichtungskrieg und Holocaust, der größten Katastrophe, die durch deutsche Verblendung, antisemitischen Wahn und Großmannssucht über die Welt gebracht wurde. Synagogen wurden niedergebrannt, Geschäfte und Wohnungen zerstört, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger misshandelt, deportiert und ermordet. Wir erinnern an alle Menschen in Deutschland und Europa, die dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind.

Am Samstag, den 10. November, werden Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet in Bielefeld aufmarschieren, um den 90. Geburtstag der notorischen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck – einer Ikone der Faschisten – zu begehen. Es ist kein Zufall, dass am kommenden Montag, drei Tage nach dem Jahrestag der Reichspogromnacht, eine AfD-Kundgebung „Für Meinungsfreiheit – gegen Gesinnungsdiktatur“ in Paderborn stattfinden soll. Bei dieser treten jene Repräsentanten der rechtspopulistischen Partei als Redner auf, die sich durch eine persönliche und inhaltliche Nähe zum extrem rechten Flügel um Björn Höcke auszeichnen und sich bei ihrer Feindschaft gegen die Demokratie besonders hervortun. Sie relativieren die nationalsozialistischen Verbrechen als „Vogelschiss“ im Laufe der Geschichte, verkehren deutsche Täter zu Opfern und fordern eine geschichtsrevisionistische Wende.

Spätestens mit den Ereignissen in Chemnitz ist klar geworden, welche Folgen die rechte Hetze der AfD hat. Im Anschluss an die als „Trauermarsch“ inszenierte Demonstration der AfD formierte sich in Chemnitz ein rechter Mob, der durch die Straßen zog. Dabei kam es zu einem Schulterschluss der Geistesverwandten: „Besorgte“ Bürgerinnen und Bürger, AfD-Funktionäre, Neonazis und rechte Hooligans verbündeten sich. Menschen, die nicht „deutsch“ aussahen, wurden auf der Straße beleidigt, bedroht und attackiert. Bei einer weiteren Demonstration wurde die Presse angegriffen und Hitlergrüße gezeigt. Und im Nachhinein wurde versucht, von den Geschehnissen abzulenken, den Ausbruch rechter Gewalt zu verharmlosen und gegen linke Gewalt aufzurechnen.

Maßstab für jegliche Meinungsfreiheit ist die Würde des Menschen – aller Menschen, wie sie im ersten Artikel des Grundgesetzes festgeschrieben ist. Dieser Maßstab gilt ausnahmslos und ohne Alternative! Diese zivilisatorische Errungenschaft verteidigen wir heute und morgen mit Haltung und Zivilcourage.

Beim Konzert „Demokratie leben – Gegen Hetze und Gewalt“ am 26. Oktober in Paderborn haben über 1.000 Menschen deutlich gemacht, dass die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft für die Demokratie einsteht – bei aller Verbesserungswürdigkeit. Wir sind viele, wir sind eins und stehen zur Demokratie, für die Meinungsfreiheit und weltoffene Gesellschaft!

‘Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz’

Paderborn, den 9. November

 

 

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