Interkulturelle Woche (IKW) 2018
Den Menschen in den Mittelpunkt stellen

Sinnbildlich an einem Raum für Menschen haben die verschiedensten Besucher des Marienplatzes zusammengearbeitet, unter ihnen (v. l.) Asha Kühnhold (Ananda Marga), Andreas Riedl und Thomas Kemper (Integrati-onsagentur), der stellvertretende Landrat Hans-Bernd Janzen und Dechant Benedikt Fischer. Foto: Flüter/CVPB

Sinnbildlich an einem Raum für Menschen haben die verschiedensten Besucher des Marienplatzes zusammengearbeitet, unter ihnen (v. l.) Asha Kühnhold (Ananda Marga), Andreas Riedl und Thomas Kemper (Integrationsagentur), der stellvertretende Landrat Hans-Bernd Janzen und Dechant Benedikt Fischer. Foto: Flüter/CVPB

Paderborn. Die Aktionen des Forums der Religionen Paderborn im Rahmen der bundesweiten „Interkulturellen Woche (IKW) 2018“ bewiesen Gemeinsamkeiten, Verantwortung und Kreativität.

Ein Raum für Gott, ein Raum zum Ruhigwerden, ein Raum für persönliche Gedanken und Meditation entsteht unter Mithilfe vieler Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher kultureller Herkunft: Es ist ein Donnerstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Marienplatz in Paderborn. „Der Raum sollte hell sein und eine Transparenz nach außen haben“, sagt der stellvertretende Landrat Hans-Bernd Janzen. Er baut eine blaue, durchsichtige Stehle in die Grundmauer des gerade entstehenden Gebäudes ein.

Es handelt sich um eine Aktion des Forums der Religionen auf dem Marienplatz, einem zentralen Ort in der Paderborner Innenstadt. Die Menschen und Familien rund um den Platz genießen ihren Kaffee oder ihr Eis; einige haben bewusst diesen Ort angesteuert, für andere ist das hier und heute eine Zufallsbegegnung mit dem Paderborner Forum, in dem sich die unterschiedlichsten Religionsgemeinschaften zusammengeschlossen haben, um „Einigkeit in der Vielfalt“ deutlich zu machen.

„Wir möchten hier im Herzen der Stadt präsent sein und die Menschen einladen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, statt immer die trennenden Unterschiede vor Augen zu haben“, sagt Thomas Kemper von der Integrationsagentur des Caritasverbandes Paderborn. Er unterstützt und begleitet das Forum.

Heute geht es darum, kreativ zu werden und Orte entstehen zu lassen, die von persönlichen Vorstellungen geprägt sind, um „mit Gott ins Gespräch zu kommen, zu meditieren oder ein Zuhause für die Seele entstehen zu lassen“, wie Thomas Kemper betont. Die Kinder sind vor allem von den Schuhkartons angetan, die mit Wolle, Filz, bunten Perlen oder auch Steinen und Zweigen ausgestattet werden. Die Älteren bauen über den Nachmittag gemeinsam an „dem Haus für uns und Gott“ – ein Haus aus LEGO!

„Gott im Anderen zu sehen und zu erkennen, wäre meine ideale Vorstellung von einem Raum für Gott, der Mensch steht dabei im Mittelpunkt und nicht ein Gebilde,“ brachte Dechant Benedikt Fischer auch die Meinung vieler auf den Punkt.

„Ein Kreuz ist doch zu krass, oder“, fragte ganz zum Schluss noch ein Teilnehmer, als es um den Abschluss des Lego-Hauses ging. „Ganz bestimmt nicht“, war die Antwort. Man entschied sich dann doch für ein Taufbecken, weil es wahrscheinlich besser zu diesem Nachmittag passte, der geprägt war von gegenseitiger Achtsamkeit, der Suche nach Gemeinsamkeiten und eigenen Wurzeln und der behutsamen Suche nach Neuem. So wurde das gemeinsam errichtete Haus ein Sinnbild für multireligiöse Zusammenarbeit und das Motto der Interkulturellen Woche 2018: „Vielfalt verbinden“.

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