Auf ein Wort
Ein guter Ort zum Leben

Pfarrerin Elke Hansmann

Pfarrerin Elke Hansmann

Wo Menschen sich gegenseitig ihre Wertschätzung und Zuneigung zeigen, da ist die Welt ein guter Ort zum Leben. Denn: „Liebe tut der Seele gut.“ Vielleicht haben Sie gestern am Valentinstag etwas davon gespürt. Vielleicht haben Sie einen Kartengruß, ein kleines Geschenk oder eine Umarmung erhalten. Viele Menschen bringen gegenüber denen, die ihnen am Herzen liegen, ihre Liebe oder Wertschätzung zum Ausdruck.

„Liebe tut der Seele gut.“ Dieser Satz gehört zu einer Kampagne des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte. Der Gegen-Satz dazu lautet: „Hass schadet der Seele.“ Wer sich dieser Kampagne anschließt, der tritt ein gegen Gewalt und Hass. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes und soll erfahren können, dass Liebe der Seele gut tut.

Besonders intensiv hat diese beiden Seiten menschlicher Seelenbefindlichkeit Kim Phuc Phan Thi kennengelernt. Sie war das nackte Kind auf einem Kriegsfoto, das 1972 während des Vietnam-Krieges aufgenommen wurde. Als „Napalm-Girl“ erlangte sie weltweite Bekanntheit. Am vergangenen Montag wurde ihr der Dresdner Friedenspreis verliehen. Denn bis heute setzt sie sich für Versöhnung ein und kümmert sich mit ihrer Stiftung um Kinder in Kriegsgebieten. Dabei schien ihr Leben nach den Verletzungen durch die Napalm-Bombe ohne Hoffnung und Zukunft zu sein. Über viele Jahre bestimmten Hass und Verbitterung ihr Leben. Die Wende kam mit der Entdeckung des christlichen Glaubens. Seitdem sind Hoffnung, Vergebung und Liebe die Wegweiser ihres Lebens. Sie trägt das Ihre dazu bei, dass die Welt ein guter Ort zum Leben ist. Sie sagt: „Durch Menschen, die verbittert sind, eine negative Einstellung zu allem haben, entstehen Gewalt und Hass…“

„Hass schadet der Seele.“ und „Liebe tut der Seele gut.“ – Diese beiden Sätze bringen die zentrale Botschaft Jesu zum Ausdruck. Im Markusevangelium (12,30f) lesen wir: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzen Herzen […] Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Ich hoffe, dass Menschen Ihnen gegenüber gestern zum Ausdruck gebracht haben, dass sie Sie wertschätzen, mögen und lieben. Und vielleicht haben Sie dies auch getan. Dann werden Sie gespürt haben, dass Liebe der Seele gut tut und die Welt ein guter Ort zum Leben ist, wenn wir im Sinne Jesu handeln.

Elke Hansmann, Pfarrerin für Diakonie und Kindertagesstätten im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn

Der Beitrag ist erschienen in der Reihe „Auf ein Wort“ in der Neuen Westfälischen Paderborn am Freitag, 15. Februar 2019.

 

 

Print Friendly