KOOPERATION Von Kreis und Kirchengemeinde bei gelungener Premiere des Kunstmarkt-Events „Kunst-Raum-Kirche“
Eine Kirche wird zur Messehalle der Kunst

VON BURKHARD BATTRAN

Eine ganze Kirche voller Kunst: Die Künstler Wolfgang Daum und Ingrid Heuchel nutzen auch den Altarraum als Ausstellungsfläche. FOTO: BURKHARD BATTRAN

Eine ganze Kirche voller Kunst: Die Künstler Wolfgang Daum und Ingrid Heuchel nutzen auch den Altarraum als Ausstellungsfläche.
FOTO: BURKHARD BATTRAN

HÖXTER – Selten hat ein Name eine Sache so genau getroffen: „Kunst-Raum-Kirche“ ist der Titel für den ersten kreisweiten Kunstmarkt der am ersten Oktober-Wochenende in der Marienkirche in Höxter stattfand. Die evangelische Marienkirche war von den teilnehmenden Künstlern in einen beeindruckenden Kunstraum verwandelt worden.
19 Künstler aus dem Kreis Höxter haben sich dort jeder mit einer kleinen Werkauswahl präsentiert. Unterm Strich konnten die Besucher eine Ausstellung mit mehr als 200 Exponaten erleben oder einfach nur den sakralen Kunstraum auf sich wirken lassen. „Mit dem Kunstmarkt bieten wir ein neues Forum, um die kulturelle Qualität des ländlichen Raumes in einem besonderen Rahmen sichtbar und erlebbar zu machen“, erklärte Landrat Friedhelm Spieker bei der Eröffnung.
Künftig soll der Kunstmarkt alle zwei Jahre stattfinden. Damit soll die Marke des Kulturlands in der Region Höxter in attraktiver Weise weiter nach vorn gebracht werden, denn Kultur sei ein wichtiger Faktor der Lebensqualität, betonte der Landrat.
Auch wenn nicht alle arrivierten Künstler des Kreises vertreten waren, las sich die Teilnehmerliste des Kunstmarkts dennoch wie das Who is Who der Kunstszene des Kreises. Die international renommierte Warburger Installationskünstlerin Dorit Croissier war ebenso vertreten, wie die bekannte Bellerser Glasgestalterin Ingrid Heuchel oder der im Kreis gut bekannte Beverunger Kunsterzieher und Zeichner Albert Schriefer. Aber es gab auch Neues und Unbekanntes zu entdecken.

Zeigt ihre Arbeiten erstmals öffentlich: Die Herster Künstlerin Stephanie Pähler-Martschinke hat ihre extra für den Kunstmarkt angefertigte Porträtserie in den Farbtönen der Marienkirche angelegt. FOTO: BURKHARD BATTRAN

Zeigt ihre Arbeiten erstmals öffentlich: Die Herster Künstlerin Stephanie Pähler-Martschinke hat ihre extra für den Kunstmarkt angefertigte Porträtserie in den Farbtönen der Marienkirche angelegt.
FOTO: BURKHARD BATTRAN

Ich mache sonst Kunstprojekte mit Schülern aber hier zeige ich zum allerersten Mal meine eigenen Arbeiten“, so die Malerin Stephanie Pähler-Martschinke (53) aus Herste. Für den Kunstmarkt in der Marienkirche hat die in Neuenheerse geborene Künstlerin extra eine Serie von auf den Raum bezogenen Porträts angefertigt. „Das sind jetzt keine konkreten Personen, sondern mir ging es darum, die Farbgebung der Kirche aufzugreifen und diesen Ort mit Menschen zu beleben“, erklärte die studierte Innenarchitektin.
Wie in einer großen Messehalle präsentierten sich die 19 Künstler an kleinen Schauständen den Besuchern. Als Stellwände für die Kunstarbeiten dienten Bauzaungitter. Die sind unkompliziert zu bekommen und werden wegen ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten häufig zur Kunstpräsentation verwendet. Der Objektkünstler Wolfgang Daum nutzte aber auch den Altar in einer angemessenen Form als Ausstellungsfläche.
Veranstaltet wurde der Kunstmarkt in Kooperation mit der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter. „Es mag Menschen geben, die Kirchen ausschließlich als Orte des Gebets sehen möchten, aber Kirchen sind vor allem Orte der Begegnung und die Marienkirche hat ja bereits eine vielfältige Tradition als Kulturkirche unserer Gemeinde“, sagte Pfarrer Tim Wendorff.
Seit zwei Jahren laufen die Planungen für dieses Event, das federführend von Kreis-Kulturmanagerin Bernadett Walker organisiert worden ist. „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr eng und hat ganz hervorragend funktioniert“, freute sie sich.

 

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