Steinheimer Frauenhilfe feierte 90-jähriges Bestehen
Einsatz für Frauen in Notlagen

Feier: Das 90-jährige Bestehen hat die Frauenhilfe Steinheim im evangelischen Gemeindezentrum begangen. Für einen beschwingten Abend sorgte die Band „Kapelle Kamelle“.

Feier: Das 90-jährige Bestehen hat die Frauenhilfe Steinheim im evangelischen Gemeindezentrum begangen. Für einen beschwingten Abend sorgte die Band „Kapelle Kamelle“. FOTO: HEINZ WILFERT

Steinheim. Als im Jahre 1899 die Kaiserin Auguste Viktoria die deutsche Frauenhilfe ins Leben rief, bekam sie den Namen „Frauenhülfe des Evangelischen Hilfsvereins“. 1927 war das Jahr, in dem auch in Steinheim eine „Frauenhülfe“ gegründet wurde. Henriette Freitag, die Frau des für Steinheim und Lügde zuständigen Pastors Karl Freitag, ergriff mit Irma Schwertfeger die Initiative. Als Doppelspitze führten sie die Frauenhilfe, die jetzt ihr 90. Bestehen gefeiert hat.

In den Statuten der Frauenhilfe gilt die Botschaft der Bibel als wichtigste Grundlage. Auf dieser Basis erfahren Frauen in ihren Gruppen Gemeinschaft sowie Begleitung in ihrem Glauben und Leben. „Sie werden dadurch ermutigt, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen“, hält die Vorsitzende Helga Weber-Kruck fest.

Die Frauenhilfe bot bei ihrer Gründung Frauen im kirchlichen Raum die Möglichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren und gesellig zusammenzukommen. Früher wurde Wöchnerinnen geholfen oder kranke Frauen mit Essen versorgt. Auch wenn sich diese Aufgaben verändert haben, setzt sich die Frauenhilfe immer noch ein für Frauen in Notlagen. Die Frauenhilfe ist so eine tragende Gemeinschaft geworden, die ihre Stimme erhebt, die über sich hinaus gewachsen ist, Vieles bewegt hat und eine wichtige Gruppe der Kirchengemeinde bildet.

Bereits früh wurden in Steinheim Spenden für Flüchtlinge gesammelt, in den 1960-er Jahren leistete die Frauenhilfe einen Beitrag für das neue Jugendheim. Unterstützt wurde das Haus Phoebe, ein Altenheim in Scherfede. Zwischen 1962 und 1989 schickten Mitglieder immer wieder Pakete nach Nordhausen in der DDR.

Helga Weber-Kruck ist seit 2006 Vorsitzende der Frauenhilfe, deren bisherige Vorsitzende meist sehr lange amtierten: Henriette Freitag (1927 bis 1929), Irma Schwertfeger (1927 bis 1966), Charlotte Knoch (1966 bis 1971), Ilse Noll (1971 bis 1999) und Ruth Groll (1999 bis 2006). Ruth Groll lobt vor allem die gute Gemeinschaft, die den Zusammenhalt der Frauenhilfe Steinheim prägt. Einmal im Monat kommen die Mitglieder der Frauenhilfe zusammen, jedes Treffen beginnt mit einer Andacht und setzt sich beim Kaffetrinken mit intensiven Gesprächen fort.

Den Wunsch der vor wenigen Monaten verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Ilse Noll hatte ihr Sohn Heiner erfüllt. Statt zugedachter Blumen und Kränze sollte das dafür eingegangene Geld der Frauenhilfe gespendet werden.

Für die Unterhaltung bei der Feier sorgte die Steinheimer Karnevals- und Kultband “Kapelle Kamelle”, die mit ihren Liedern für einen beschwingten Abend sorgte.
Von Heinz Wilfert

 

 

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