Fest im neuen „Lebensgarten“
am 21. September
In Amelunxen ist alter Pfarrgarten aus
Dornröschenschlaf erwacht

Am Ort der verbundenen Gegensätze: (von links) Küster Gerhard
Ketteniß, Pfarrer Hansjörg Federmann und der ehrenamtliche Helfer Bernd
Galler. Der Weg im Hintergrund schlängelt sich in Richtung Gemeindehaus
(links hinter Bäumen) und Pfarrhaus (rechts). Foto: Heide Welslau (ekp)
Amelunxen (wels/ekp). Von den großen Fortschritten bei der Umwandlung des
evangelischen Pfarrgartens in Amelunxen in einen öffentlichen „Lebensgarten“
können sich Besucher jetzt überzeugen. Der Lebensgarten im Herzen des
1300-Einwohner-Ortes wird mit einem Fest am Sonntag, dem 21. September, ab
11.30 Uhr eröffnet. Nach dem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel
werden Essen und Trinken sowie Unterhaltung mit dem Posaunenchor Lauenförde,
der Kindertanzgruppe TUS Amelunxen und den Gesangsvereinen Cäcilia und
Liedertafel geboten. Ein Höhepunkt innerhalb der Spielaktionen wird
sicherlich das Bobby-Car-Rennen, an dem die Vertreter der Ortsvereine
teilnehmen. Weiterhin werden Küsterin Ulrike Beckmann und Pfarrer Hansjörg
Federmann zu Führungen durch den Garten einladen.
Aus dem Dornröschenschlaf ist der evangelische Pfarrgarten in Amelunxen
bereits Ende 2002 erwacht. Nachdem die Planungsgruppe zur Neu- und
Umgestaltung des 4500 Quadratmeter großen Geländes auf der 2.
Dorfversammlung das Konzept vorstellte, ging die Arbeit in dem früheren
Nutzgarten und seit den 80-er Jahren verwilderten Garten los. Bei den
wöchentlichen Arbeitseinsätzen am Samstag wirkten vor allem Mitglieder der
Amelunxer Vereine mit. „20.000 Euro an Eigenleistung sind sicher inzwischen
erbracht worden“, schätzt Gemeindepfarrer Hansjörg Federmann. Hinzu kommen
Geldspenden unter anderem von der Vereinsgemeinschaft für den Kauf der
Pflastersteine, von der Volksbank Paderborn-Höxter für das Holz des
Pavillons und von einzelnen Bürgern.
„Der Lebensgarten ist ein Geschenk der evangelischen Kirchengemeinde
Amelunxen an das Dorf. Er ist außerdem eine Möglichkeit ein Stück unseres
Glaubens in die Öffentlichkeit zu tragen“, so Federmann, der gespannt ist
auf die Begegnungen im Lebensgarten.
Der Garten mit seinen zehn Stationen und besonderen Plätzen erfordert bis
zur fertigen Gestaltung noch viel Arbeit und Zeit. Beim „Fest im
Lebensgarten“ gibt es aber schon jede Menge zu sehen und zu entdecken –
entweder auf dem gepflasterten Weg, der sich durch den Garten schlängelt,
oder auf den Grünflächen. Platz nehmen lässt sich im Pavillon, neben dem ein
Krätergarten entstehen wird. Essen und Trinken sind die Lebenselemente, die
hier zum Ausdruck kommen sollen, die Kräuter stehen für die Gesundheit.
Weiter geht’s zum Ort der Stille. Dieser Ort des Rückzugs symbolisiert
Loslassen und Neubeginn. Ein Stückchen weiter wohnt bereits ein Igel in
einem Totholzstapel. Und in der Nähe des „Ortes der verbundenen Gegensätze“
ist die Gartenmauer für einen Durchgang zur katholischen Kirche durchbrochen
worden. Die verbundenen Gegensätze stehen dort in Gestalt von zwei
zwilligshaft gewachsenen Bäumen; der eine trägt grüne, der andere rote
Blätter. Eine kreisförmige Buchsbaumhecke umschließt sie. Hier geht es um
Liebe und Versöhnung – gerade auch im Hinblick auf die Geschichte der
Ökumene in Amelunxen bis heute. |