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JUBILÄUM 20 Jahre Kantorei Bad Lippspringe
Singen verbindet Von Christine Hartlieb

Konzentriertes Proben ist gerade bei Bachs Johannes-Passion ein Muss. Das
Jubiläumskonzert der Kantorei Bad Lippspringe ist am Sonntag, den 28. März
um 16 Uhr in St. Martin. FOTO: PRIVAT
BAD LIPPSPRINGE (ekp) – „Eigentlich wollte ich ja eine Jugendkantorei
gründen.“ Ulrich Schneider, Kantor in der Kirchengemeinde Bad Lippspringe,
erinnert sich noch lebhaft an die Anfänge seiner Kantorei. „Einen
Kirchenchor für Erwachsene gab es schließlich schon.“ Aber schnell hatten
sich auch interessierte Erwachsene bei den Proben eingefunden, und so
existierten etwa 10 Jahre lang der traditionsreiche Kirchenchor und die neue
Kantorei als zwei eigenständige Erwachsenen-Ensembles nebeneinander.
Anlass der Neugründung war die Einstellung Schneiders als hauptamtlicher
Kirchenmusiker für die Gemeinde Bad Lippspringe im Jahr 1984. Nach seinen
vielfältigen Musikstudien in den Bereichen Rhythmik, Klavier, Musiktherapie
und Kirchenmusik in Detmold, Wien und Dortmund hatte sich Schneider in den
Jahren 1981-84 bereits nebenamtlich in der Lippspringer Kirchenmusik
engagiert. „Wenn ich es mir recht überlege, so begann mit der ersten
Kantoreiprobe tatsächlich meine hauptamtliche Kirchenmusiker-Tätigkeit“, so
Schneider.
Schon nach wenigen Monaten wagte sich das neue Ensemble mit einer
Bach-Kantate das erste Mal an die Öffentlichkeit. Und noch immer sind
Kantaten des Leipziger Thomas-Kantors fester Bestandteil des Repertoires.
Außerdem gibt es jedes Jahr ein weltliches und ein geistliches
A-Cappella-Konzert, ein Oratorium und natürlich mehrere Auftritte im Rahmen
von Gottesdiensten. Bach, Händel, Mozart, Mendelssohn und Strawinsky sind
nur einige der Komponisten, die das Ensemble in den letzten 20 Jahren zur
Aufführung gebracht hat.
Die bescheidene Zahl von anfangs 18 Sängerinnen und Sängern hat sich bald
vergrößert: Heute zählt die Kantorei 64 Mitglieder. „Unsere Ausrichtung ist
übrigens sehr ökumenisch“, sagt Schneider: Zurzeit sind in der Kantorei
fünfzehn katholische Mitsänger. Auch in Bezug auf die Aufführungsorte
arbeitet Schneider eng mit seinen katholischen Nachbarn zusammen. „Die
großen Oratorienaufführungen veranstalten wir immer in St. Martin oder St.
Marien. Wir erleben dort eine tolle Gastfreundschaft“, so der Kirchemusiker.
„Unvergesslich bleibt uns zum Beispiel Händels Messias in der Bearbeitung
Mozarts“, erinnert er sich weiter. Das war zum Millenniums-Wechsel, am 2.
Januar 2000. „Eine Grippewelle hatte einen Teil der Kantorei außer Gefecht
gesetzt. Im Orchester hingen an zahlreichen Notenpulten kleine Körbchen für
gebrauchte Taschentücher. Ich selbst hatte über 38 Fieber. Die Grippe hatte
mich sogar so sehr mitgenommen, dass ich mich versehentlich schon am Vortag
in mein Konzertdress geworfen hatte.“ Und doch: Gerade dieses Konzert ist
Mitwirkenden wie Zuhörern als besonderes musikalisches Ereignis in
Erinnerung geblieben.
Zu ihrem 20. Geburtstag macht sich die Kantorei selbst ein Geschenk: Johann
Sebastian Bachs Johannes-Passion – die Aufführung ist am Sonntag, den 28.
März um 16 Uhr in der katholischen Kirche St. Martin in Bad Lippspringe.
„Das Werk ist für den Chor schon eine Herausforderung, aber unsere Sänger
sind hoch motiviert“, so Schneider. Wie immer gibt es zusätzlich zu den
wöchentlichen Proben zwei Probenwochenenden. Das bringt das Ensemble nicht
nur musikalisch weiter: „Durch die Kantorei-Arbeit sind schon viele dicke
Freundschaften entstanden.“
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