ABSCHIED Michael Schmidt geht nach Bremen
Gemeindepfarrer wird Landespfarrer für Diakonie
VON HEIDE WELSLAU
Pfarrer Michael Schmidt ist die 1963 eingeweihte Christus-Kirche während seiner zehn Jahre in Schloß Neuhaus ans Herz gewachsen. FOTO: HEIDE WELSLAU
SCHLOß NEUHAUS – Der Schloß Neuhäuser Gemeindepfarrer Michael
Schmidt (41) wird ab 1. August neuer Geschäftsführer des Diakonischen
Werks Bremen und Landespfarrer für Diakonie in der Bremischen
Evangelischen Landeskirche. Schmidt, der zehn Jahre Gemeindepfarrer im
Pfarrbezirk I der evangelischen Kirchengemeinde Schloß Neuhaus war und
sieben Jahre nebenamtlicher Jugendpfarrer des Kirchenkreises
Paderborn, wird am Sonntag, 3. Juli, verabschiedet. Der Gottesdienst
beginnt um 10 Uhr in der Christus-Kirche. Empfang und Abschiedsfeier
mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen im Grünen hinter der Kirche
schließen sich an.
Michael Schmidt studierte Theologie in Bielefeld-Bethel, Kiel und
Marburg bevor er zum Kirchenkreis Paderborn kam. Von April 1992 bis
September 1994 war er zunächst Vikar und dann bis Oktober 1995 Pastor
im Entsendungsdienst und Kurseelsorger in der evangelischen
Kirchengemeinde Bad Lippspringe. Nach seiner Wahl zum Gemeindepfarrer
nahm der gebürtige Hammer im November 1995 seinen Dienst in Schloß
Neuhaus auf.
Im Pfarrbezirk I dieser Kirchengemeinde mit seinen über 3000
Gemeindemitgliedern (Pfarrbezirk II umfasst Sennelager und Sande) habe
es „Erneuerungsbedarf“ gegeben, erinnert sich Schmidt an seinen
Amtsantritt. Durch das Mitmachen beim Schützenfest, Sommerfest der
Werbegemeinschaft und Kolping-Karneval habe er dazu beigetragen,
kirchliches Leben stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.
Ökumenische Veranstaltungen, die Zusammenarbeit mit den zahlreichen
Schulen am Ort durch Schulgottesdienste und die vielen Taufen,
Hochzeiten und Beerdigungen waren Schwerpunkte seiner Arbeit. „In zehn
Jahren waren es 350 Beerdigungen“, berichtet Michael Schmidt: „Ich
habe das gerne gemacht, weil ich mit den Menschen dadurch intensiv ins
Gespräch gekommen bin.“ Bauliche und personelle Veränderungen in
seiner „klassischen Volksgemeinde“ waren die Renovierung des
Gemeindehauses und der Kirche samt neuer Fenster - die Renovierung des
Kirchturms steht noch aus -, die Anstellung der B-Musikerin und
Kantorin Marianne Noeske und der Generationswechsel im Presbyterium
(Gemeindeleitung).
Nebenamtlich übernahm Michael Schmidt 1998 das Amt des Jugendpfarrers
des Kirchenkreises Paderborn. Die Leitungs- und Personalverantwortung
im Amt für Jugendarbeit gehörte hier zu seinen Aufgaben. Der
Jugendpfarrer ist sich sicher, dass das im Flächen-Kirchenkreis
Paderborn praktizierte Modell mit hauptamtlichen Jugendreferenten und
-referentinnen in den Regionen „der optimale Weg ist, alle Gemeinden
mit möglichst guter Jugendarbeit zu versorgen“.
In Kreis und Stadt Paderborn war Michael Schmidt seit 1998 bzw. 1999
Mitglied im Jugendhilfeausschuss. Seit 1996 engagierte er sich im St.
Johannisstift Paderborn, zunächst im Kuratorium, dann im Stiftungsrat
und seit Februar 2004 als Vorsitzender des Kuratoriums. Auf
landeskirchlicher Ebene war Schmidt unter anderem seit 2001 Mitglied
in der Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen und seit
2004 theologischer Vertreter des Kirchenkreises Paderborn in der
Landessynode.
Die 2002 absolvierte „Weiterbildung für Leitungsaufgaben in der
Diakonie“ der westfälischen Landeskirche war eine Station auf dem Weg
der beruflichen Veränderung. „Ich wollte einen Arbeitsbereich
intensivieren und mich einer neuen Herausforderung stellen“,
beschreibt Schmidt seine persönliche Motivation zum Wechsel.
In Bremen wird der Pfarrer Geschäftsführer des Diakonischen Werks e.
V., dem 34 Mitglieder angehören: Krankenhaus, Altenheime,
Einrichtungen für Behinderte (mit über 1000 Mitarbeitern), für Kinder
und Jugendliche sowie kleine freie Initiativen. „Bremen ist eine sehr
arme Stadt mit großen Gegensätzen“, weiß Schmidt. Hier gelte es als
Diakonie „soziales Gewissen“ zu sein und an den Bedürfnissen der
Menschen orientierte, praktische Arbeit zu leisten. Pfarrer Schmidt
wird bei seinem „Aufbruch in ein ganz neues Leben und Arbeiten“
begleitet von seiner Ehefrau Martina, den Söhnen Fabian (9) und
Maximilian (7) und den Hunden Attila und Fine.
Die Nachfolge von Pfarrer Schmidt in Schloss Neuhaus ist noch offen.
Weiterhin vor Ort ist Oliver Peters – seit 2001 als Pfarrer im
Entsendungsdienst.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 22.06.05