GEGENDEMO Bis zu 600 Menschen protestieren gegen AfD-Kundgebung
Meinungsfreiheit ohne Alternative

Bis zu 600 Demonstranten beteiligten sich an der Gegendemo des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am 12. November in Paderborn, hier auf der Friedrichstraße. Anlass war eine zeitgleiche AfD-Kundgebung. FOTO: HEIDE WELSLAU

Bis zu 600 Demonstranten beteiligten sich an der Gegendemo des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am 12. November in Paderborn, hier auf der Friedrichstraße. Anlass war eine zeitgleiche AfD-Kundgebung. FOTO: HEIDE WELSLAU

PADERBORN – Die Aussagen „Keine Freiheit für die Hetze aus der AfD!“, „Nazis raus!“, „Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!“, Pfiffe und Buh-Rufe waren in Paderborn am Nachmittag des 12. Novembers von den bis zu 600 Protestierenden gegen eine parallel laufende AfD-Kundgebung immer wieder zu hören. Zur Gegendemo unter dem Motto „Meinungsfreiheit ohne Alternative! Der Pogromnacht gedenken – Der Geschichtsverzerrung entgegentreten“ aufgerufen hatte das Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz, dem auch der Evangelische Kirchenkreis Paderborn angehört. Nur rund 80 Anhänger der sogenannten Alternative hatten sich zur AfD-Kundgebung unter dem Titel „Meinungsfreiheit statt Gesinnungsdiktatur“ vor der Herz-Jesu-Kirche eingefunden. Erwartet wurden 500.

Die Veranstaltung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz hatte um 16 Uhr vor dem Theo-Schulhof am Kamp mit rund 150 Demonstranten begonnen. „Widerstand gegen Rechts ist bunt und macht Spaß“, stellte dort Konrad Nagel-Strotmann, Bezirksvorsitzender der katholischen Arbeitnehmerschaft, fest und warnte: „Die Hydra erhebt wieder ihre widerlichen Köpfe“. Menschen, die nicht deutsch aussehen, würden „auf offener Straße gejagt, demokratische Kräfte als linksradikal oder rot-grün versifft bezeichnet“. Als Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Toleranz fügte er hinzu: „Für die Meinungsfreiheit in Paderborn brauchen und wollen wir keine Alternative.“ Carla Klöpper vom Bündnis gegen Rechts mahnte, „Wir müssen immer kritisch bleiben, damit der Rechtsruck in der Gesellschaft nicht weiter normalisiert wird.“

Der friedliche Demonstrationszug bewegte sich dann ab 16.30 Uhr am Rathaus vorbei durch die Westernstraße Richtung Westerntor, in die Nähe des AfD-Kundgebungsplatzes. Die Anzahl der Teilnehmenden stieg dabei auf bis zu 600 an. Vom Westerntor aus umrundete die Gegendemo zweimal den Platz vor der Herz-Jesu-Kirche, mit Sicherheitsabstand durch den Verlauf der gewählten Straßen und durch Polizeikräfte, die Absperrungen bildeten. Das Westerntor musste mehrmals kurzfristig für den Autoverkehr gesperrt werden.   wels

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