Superintendent Volker Neuhoff beim Rotary Club Paderborn
Ortskirche und Kirche vor Ort

Superintendent Volker Neuhoff

Superintendent Volker Neuhoff

PADERBORN – Über das Thema „Ortskirche und Kirche vor Ort“ sprach Superintendent Volker Neuhoff am 12. März bei einem Treffen des Rotary Clubs Paderborn. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31, V. 9).  war der Gottesbezug, den der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn  über seinen Vortrag stellte.

„Glaubende Menschen sind in weite Bezüge hineingestellt, denn Glaube ist ein universales Geschehen. Er umfasst die gesamte menschliche Existenz: Kopf und Herz und Hand. Er beschränkt sich nicht auf das rein Private und möglicherweise Passive, sondern wirkt aktiv in das Gesellschaftliche, Wirtschaftliche und Politische hinein. Er verehrt nicht eine Lokalgottheit oder einen Kriegsgott oder einen Wettergott oder gar einen Fußballgott, sondern jüdisch-christlicher Glaube weiß um das Weltumspannende des Gottesbezuges, der Menschen über Nationen und Generationen miteinander verbindet“, so Neuhoff.

„Zum Herrn gehörig“, laute die Übersetzung des altgriechischen Wortes κυριακός (kyriakós), aus dem über das Althochdeutsche schließlich unser Wort „Kirche“ geworden sei. „Wenn wir also Kirche denken, dürfen wir uns getrost auf weiten Raum mit Gottesbezug gestellt sehen. Dieser Raum ist mit Kommunikation gefüllt, die in einem Dreieck geschieht zwischen dem menschlichen Ich und dem göttlichen Du und dem gemeinschaftlichen Wir. Wo diese Kommunikation gelingt, gelingt Leben“, sagte der Superintendent.

Im weiteren Vortrag ging es unter anderem um die Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts, um den Wandel der Institution Kirche und Veränderungen des „starren Systems der Ortskirche“ mit Chancen und Herausforderungen: „Unsere Füße müssen den weiten Raum neu erkunden. Und da tauchen für mich Begriffe auf wie Sozialraumorientierung, Region, Quartiersarbeit. Nach den inzwischen akzeptierten Räumen wie Wohnzimmer oder Auto durch Fernsehgottesdienste und Radioandachten können wir aber inzwischen auch nicht an virtuellen Räumen vorbeigehen, die durch Internet und social media eröffnet werden. Unaufgebbar sind weiterhin die face-to-face-Kontakte“, so Neuhoff.

Zum Herunterladen: Der vollständige Vortrag als PDF.

Print Friendly