Amokfahrt in Münster
Paderborner Notfallseelsorger leisteten schnelle Hilfe

 

Münster/Paderborn – Eine Gruppe von 18 Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern der ökumenischen Notfallseelsorge für die Stadt Paderborn ist in Münster zufällig zu Zeugen der Amokfahrt an der Gaststätte „Kiepenkerl“ geworden und konnte Betroffene schnell vor Ort seelsorglich betreuen. Das berichtete Pfarrer im Ruhestand Peter Dalheimer, Synodalbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn für Notfallseelsorge in der Stadt Paderborn. Die Gruppe sei zu einer Fortbildung in Münster gewesen, habe sich am Samstagvormittag mit der Münsteraner Notfallseelsorge zum Austausch getroffen und am Nachmittag eine Stadtführung unternommen.

„Wir waren wenige Meter vom Kiepenkerl entfernt, als wir ein Scheppern hörten“, so Pfarrer Dalheimer. Bei den schnell eingetroffenen Polizeikräften fragten die Paderborner Notfallseelsorger, ob Hilfe benötigt werde. Das Angebot wurde dankend angenommen, und die Notfallseelsorger kümmerten sich um Verletzte, Augenzeugen und Mitarbeiter der Gaststätte. In einer benachbarten Apotheke wurde eine erste Anlaufstelle für die Notfallseelsorge eingerichtet. „Die Polizisten waren sofort ruhiger, weil sie wussten, dass Notfallseelsorger vor Ort sind“, sagte Dalheimer. Ihren Einsatz in der Apotheke konnten die Paderborner Notfallseelsorger gegen 18.30 Uhr beenden. An weiteren Orten waren dann rund 30 Notfallseelsorger aus Münster im Einsatz.

Ein Teil der Gruppe war am Sonntag, 8. April, auch bei der Bombenentschärfung in der Paderborner Innenstadt wieder im Dienst.

Bei der Amokfahrt in der Münsteraner Innenstadt waren am Samstag, 7. April, zwei Menschen getötet worden. Der Täter hatte sich in seinem Wagen erschossen, 20 Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

 

 

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