Pfarrerin/Pfarrer sein – „der schönste Beruf der Welt“
PFARRKONFERENZ: Pfarrbilder – all inclusive

VON HEIDE WELSLAU

27 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Superintendent Volker Neuhoff nahmen im Juli an der Pfarrkonferenz zum Thema „Pfarrbilder“ in Bad Driburg teil. FOTO: HEIDE WELSLAU

27 Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Superintendent Volker Neuhoff nahmen im Juli an der Pfarrkonferenz zum Thema „Pfarrbilder“ in Bad Driburg teil.
FOTO: HEIDE WELSLAU

BAD DRIBURG/KIRCHENKREIS – „Pfarrbilder – all inclusive“ war der Titel einer Pfarrkonferenz im Juli in Bad Driburg. Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, hatte dazu Pfarrer*innen aus dem Kirchenkreis eingeladen. 27 Pfarrerinnen und Pfarrer nahmen teil. „Wie sind wir in der Generationenfolge drin, mit denen, die vor uns, mit uns und nach uns in den Dienst kommen werden? Wie ordnen wir uns dort ein? Worauf bauen wir? Was bringen wir mit?“, fragte Superintendent Neuhoff zu Beginn.

Supervisorin begleitet Auseinandersetzung

Vorausgegangen waren Zielgruppen-Pfarrkonferenzen für Pfarrerinnen, für Pfarrer, für unter 40-jährige, für über 60-jährige Pfarrerinnen und Pfarrer – die beiden letzten waren zahlenmäßig die kleinsten Gruppen – sowie für Funktionspfarrer*innen. – Die Schulpfarrkonferenzen finden unabhängig davon schon immer zielgruppenorientiert statt. -Beobachtungen aus den Einzeltreffen wurden auf der allumfassenden Pfarrkonferenz im Juli zusammengetragen. Burgunde Materla, Supervisorin im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen in Schwerte, begleitete den Prozess.
Als Themen aus den bisherigen Pfarrbilder-Pfarrkonferenzen wurden unter anderem genannt: Verhältnisbestimmung von Funktions- und Gemeindepfarrstellen; Pfarrerinnen innerhalb der Ökumene; Digitalisierung sowie Sensibilität im Umgang mit dem Themenbereich Sexuelle Selbstbestimmung.

Pfarrinnen und Pfarrer sind als Seelsorger gefragt

Mitgebracht hatten die Pfarrerinnen und Pfarrer jeweils einen Gegenstand, der das eigene Pfarrbild vollständig machen sollte: Einen Laptop als Zeichen für die Digitalisierung und den Wandel im Pfarramt brachte ein Pfarrer mit. Als Symbol für die Seelsorgearbeit, die stark gefragt und sehr geschätzt werde, brachte eine Pfarrerin ein Telefon – „zahllose Gespräche und intensiver Austausch“ – mit, eine andere ein Spitzentaschentuch, eine dritte einen Verbandskasten: In der Klinikseelsorge gelte es, nicht mit einem Trostpflaster zu verbinden, sondern gutes Handwerkszeug für gute Heilung zu haben. Ein Cello stand bei einem Pfarrer für seine Haltung als Klinikseelsorger: mit emotionaler Resonanz bei den Menschen zu sein. Schlüsselbunde unter anderem als Symbol, Türöffner zu sein, hatten mehrere dabei.

Vielseitiger Beruf braucht Handwerkszeug und Gottes helfende Hände

Die Pflanzschaufel stand bei einem Pfarrer dafür, den Boden zu bereiten, damit etwas wachsen könne. Die mitgebrachte Gießkanne drückte bei einer Pfarrerin die beständige Arbeit aus: Gießen, ohne zu wissen, ob es etwas wird und ohne das Ergebnis zu kennen. Eine Marionette verdeutlichte, dass an vielen Stellen gezogen wird  und viele Erwartungen da sind, umso wichtiger sei es, eigenen Freiraum zu erhalten. Mit Brille und Putztuch verdeutlichte eine Pfarrerin, dass es im Pfarramt darum gehe, den Durchblick zu haben und zu behalten. Das sei die große Herausforderung und mache mit der Vielfalt des Berufs den besonderen Reiz aus. Für sie ist es der schönste Beruf der Welt, den sie lustvoll ausübt.

Mit Freude und Vertrauen gemeinsam nach vorne schauen

„Die Muttersprache unserer Kirche ist die Seelsorge“, diese Aussage fiel nicht nur einmal während der Pfarrkonferenz. Das war unter anderem eine Beobachtung der Supervisorin Burgunde Materla. Ihr positiver Eindruck von den Pfarrerinnen und Pfarrern im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn: „Sie sind innovativ und schauen gemeinsam nach vorne. Sie strahlen Freude, Professionalität und Vertrauen aus.“

 

Print Friendly