Blick nach vorne: Neue Konzeption des Kirchenkreises
Reformationsjubiläum mit Begeisterung gestaltet

Positive Bilanz: Superintendent Volker Neuhoff mit der neuen Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn und Pfarrerin Antje Lütkemeier, Sprecherin Projektteam GlaubensGarten.

Positive Bilanz: Superintendent Volker Neuhoff mit der neuen Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn und Pfarrerin Antje Lütkemeier, Sprecherin Projektteam GlaubensGarten. FOTO: OLIVER CLAES

Paderborn/Hövelhof/Kirchenkreis (ekp). Eine positive Bilanz des Reformationsjubiläums im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn hat Superintendent Volker Neuhoff gezogen. Zu den besonderen Projekten gehörte der interreligiöse GlaubensGarten auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Die nun gedruckt vorliegende neue Konzeption des Kirchenkreises stellte der Superintendent beim Festgottesdienst der Region Paderborn-Land am Reformationstag in Hövelhof öffentlich vor.

„Das macht den Charme des Reformationsjubiläums im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn aus, dass es sehr viele dezentrale Veranstaltungen gegeben hat. Diese Fülle von Veranstaltungen beglückt mich sehr“, sagte Superintendent Volker Neuhoff bei einer Pressekonferenz. Sehr viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich engagiert und intensiv Gedanken darüber gemacht, wie sie das Reformationsjubiläum gestalten können. „Ich habe gemerkt, mit wie viel Herzblut und Begeisterung die Menschen dabei waren“, betonte Neuhoff.

Der Vortrag der islamischen Theologin Muna Tatari über eine islamische Perspektive auf die Reformation beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises sei ein besonderer Auftakt gewesen. Im Laufe des Jahres habe es dann in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis eine Vielzahl an Vortragsreihen, Gottesdiensten, Angeboten für Kinder- und Jugendliche sowie kulturellen Veranstaltungen gegeben. Dabei sei es, so der Superintendent, um die Frage gegangen „Was macht unser Evangelisch-Sein aus?“ Mit viel Gespür sei auch das Thema der Kirchenspaltung behandelt worden. „Das Reformationsjubiläum war keine rein evangelische Veranstaltung. Es gab eine Menge ökumenische Begegnungen“, zeigte sich Neuhoff beeindruckt.

Der GlaubensGarten: „ein Stück vom Himmel“

Das große Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn im Jubiläumsjahr war der interreligiöse GlaubensGarten auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Die sieben Gärten von zehn Konfessionen aus sieben Religionsgemeinschaften besuchten fast 131.000 Menschen. Wichtiger als die Zahlen sind für Pfarrerin Antje Lütkemeier, Sprecherin des Projektteams GlaubensGarten, aber die Reaktionen der Besucher. Als Beispiel für die mehrheitlich positiven Rückmeldungen zitierte sie einen Eintrag aus dem Gästebuch: „Hier ist ein Stück vom Himmel“. Das Konzept der interreligiösen Begegnung auf Augenhöhe habe auch zwischen den rund 130 Ehrenamtlichen im GlaubensGarten tragfähige Beziehungen entstehen lassen, ist Lütkemeier überzeugt.

Nach dem großen Erfolg wird der GlaubensGarten fortgesetzt. Es werde auch zukünftig Führungen, Gottesdienste, Andachten, interreligiöse Gebete und Angebote des „Grünen Klassenzimmers“ im GlaubensGarten geben. Im Februar sei ein Workshop zu Ideenfindung geplant. An einer ehrenamtlichen Mitarbeit Interessierte können sich an Pfarrerin Lütkemeier wenden, E-Mail: info@glaubensgarten.de.

Fortgesetzt wird auch die Vortragsreihe „Einfach Frei“ der evangelischen Erwachsenenbildung, die 2017 in Bad Lippspringe angeboten wurde. Geplant sind 2018 Vorträge zu Themen wie Nachhaltigkeit und „Reformation in Paderborn“. Eine andere Möglichkeit, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen, bietet der „escape room Reformation“, den sich Schulen und Kirchengemeinden beim Schulreferat des Kirchenkreises ausleihen können.

Neue Konzeption: Einladung zum Mitgestalten

Die nun gedruckt vorliegende neue Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn sei im positiven Sinn eine Fortschreibung der bisherigen, ersten Konzeption aus dem Jahr 2008, sagte Superintendent Volker Neuhoff. Das biblische Leitwort „Als lebendige Steine lasst euch aufbauen zu einem geistlichen Haus (1. Petrus 2,5) bleibe ebenso wie die Schwerpunkte Diakonie sowie Kinder- und Jugendarbeit. Neue Akzente, so der Superintendent, würden in den Bereichen Inklusion und Integration gesetzt. Inklusion werde in allen kirchlichen Bereichen in den Blick genommen, und durch die Flüchtlingsthematik hätten sich auch die Kirchengemeinden verändert.

Zielsetzungen beschreibt die neue Konzeption in den sechs kirchlichen Handlungsfeldern: 1. Gottesdienst, Verkündigung, Kirchenmusik und Kultur, 2. Seelsorge und Beratung, 3. Diakonie und gesellschaftliche Verantwortung, 4. Mission, Ökumene und Weltverantwortung, 5. Bildung und Erziehung sowie 6. Leitung und Verwaltung. Die Druckfassung der Konzeption trägt gut sichtbar das neue Kirchenkreis-Logo. Seine Farben – evangelisches Violett und frisches hoffnungsvolles Grün – finden sich in der 40-seitigen, mit zahlreichen Fotos illustrierten Broschüre wieder. „Wir laden mit dieser Konzeption zur Mitarbeit ein“, rief Neuhoff die Gemeindeglieder dazu auf, Kirche mitzugestalten.

Reformationstag: Nach vorne blicken

„Heute geht es darum, darüber nachzudenken, was uns als evangelische Kirche ausmacht und nach vorne zu blicken. (…) Es kann nicht sein, dass wir stehen bleiben“, so Superintendent Volker Neuhoff während der Feier zum 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober in der Johanneskirche Hövelhof. Der Evangelische Kirchenkreis Paderborn nutzte die zentrale Reformationsfeier der Region Paderborn-Land (Kirchengemeinden Bad Lippspringe, Delbrück, Hövelhof und Schloß Neuhaus), um im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst die neue Konzeption des Kirchenkreises öffentlich vorzustellen.

Um die zentrale Frage, wieviel Tradition wir bewahren müssen und wieviel Neues wir wagen wollen, ging es auch in der Dialogpredigt von Pfarrerin Elisabeth Goller (Sennelager) und Pfarrer Ulrich Richter (Hövelhof). Aufgabe sei es, nach Stolpersteinen zu suchen, die es Menschen schwer machten, auf Gott zu hören. Es gehe darum, „Verständlichkeit in der neuen Zeit zu garantieren“ und auch Hindernisse zu erkennen, „die uns selbst im Weg liegen und uns daran hindern, weiter zu gehen und weiter zu denken“.

230 Gemeindeglieder und Gäste kamen, um den Gottesdienst und die anschließende Geburtstagsfeier im Georg-Kranz-Haus (Gemeindehaus) mitzufeiern. Die musikalische Gottesdienst-Gestaltung übernahmen Kantor Ulrich Schneider an der Orgel, der Posaunenchor unter Leitung von Marianne Noeske und der Kirchenchor aus Hövelhof mit Verstärkung aus Sennelager und Schloß Neuhaus unter Leitung von Almut Ulama. Die Kollekte war für die evangelische Gemeinde in Homs (Syrien) bestimmt. Im Anschluss gab es neben Würstchen, Käthe-Bier und Apfelsaft vom Kirchenkreis spendierten Apfelkuchen. Jedes Stück zierte das neue Kirchenkreis-Logo.

Bei Geburtstagsfeiern spielen auch Geschenke eine Rolle. Und so freuten sich die Gäste, einen Setzling der Luthereiche mit nach Hause nehmen zu können. Superintendent Volker Neuhoff überreichte einen davon an den Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens, der zuvor bereits die neue Kirchenkreis-Konzeption erhalten hatte. Hövelhof ist in Ostwestfalen-Lippe eine von drei Kirchengemeinden die zum 500. Reformationsjubiläum vom Land NRW jeweils 500 Setzlinge der Luthereiche geschenkt bekommen hat. Die Setzlinge sind aus Eicheln einer Eiche gezogen, die zum 400. Reformationsjubiläum neben der Herforder St. Johanniskirche gepflanzt wurde.

Luthereiche: Über einen Setzling aus den Händen von Superintendent Volker Neuhoff (links) freut sich der Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens.

Luthereiche: Über einen Setzling aus den Händen von Superintendent Volker Neuhoff (links) freut sich der Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens. FOTO: HEIDE WELSLAU

Bilderstrecke zur Feier siehe Reformationsgeburtagsfeier

Broschüre zum Download: Konzeption Evangelischer Kirchenkreis Paderborn

 

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