Mittendrin
Sorgen ablegen!

Von Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

Pfarrer Dr. Eckhard Düker

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit jagst du den Alltag und die Sorgen weg.“ Mit diesem einfachen Rezept tanzt Balu, der Bär, im Dschungelbuch sich und anderen die Sorgen von der Seele. Es klingt nach einer einfachen Methode: Ruhig bleiben, den Tag genießen, nicht zu gierig sein, sich das zum Leben Notwendige nehmen und sich daran genügen.

Denn Sorgen können Menschen erdrücken. Sie haben die Tendenz, nicht verschwinden zu wollen, auch wenn man sich einreden möchte, sie seien nicht nötig. Manche Sorgen sind real und begründet: der Verlust eines Arbeitsplatzes. Das Scheitern einer Beziehung. Kinder, die auf die schiefe Bahn geraten. Krankheiten, die nicht zu heilen sind. Trauer, die Menschen überwältigt. Solche Sorgen behalten ihr Gewicht.

Andere Sorgen sind Befürchtungen von Ereignissen, die gar nicht eintreffen müssen. Sie bestimmen aber dennoch das Denken und Fühlen.

Das Leitwort für den morgigen Sonntag heißt: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ (1. Petr. 5,7) Wenn das doch so einfach wäre, dass man Sorgen nur abwerfen muss und dann sind sie verschwunden! Aber so ist es nicht. Sorgen lassen sich nicht mit einem Schlag entfernen. Was helfen könnte, ist, das Mitteilen und Ablegen von Sorgen einzuüben, damit sie nicht zu viel Macht über uns gewinnen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Menschen suchen, die zuhören können. Sich über jeden Fortschritt freuen. Den Blick von sich weg auch auf andere richten. Die kleinen Dinge des Lebens genießen. Sich fragen, was wirklich wichtig ist.

„Bete und arbeite“ ist die Grundregel der benediktinischen Mönche. Das könnte auch im Umgang mit Sorgen helfen. Gott im Gebet die Sorgen anvertrauen und dann getrost und zuversichtlich die Aufgaben des täglichen Lebens angehen.

Dr. Eckhard Düker ist Gemeindepfarrer im Abdinghofbezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn.

Sein Beitrag ist in der Kolumne „Mittendrin“ am 8. September 2018 im Westfälischen Volksblatt Paderborn veröffentlicht.

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