Superintendent Volker Neuhoff: „Glaubensfroh Kirche im Umbruch gestalten“
Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn tagte

VON HEIDE WELSLAU

Auf der Finanzsynode des Kirchenkreises: (von links) Superintendent Volker Neuhoff, Martin Gasse, Vorsitzender Finanzausschuss, und Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik. Foto: Heide Welslau

Auf der Finanzsynode des Kirchenkreises: (von links) Superintendent Volker Neuhoff, Martin Gasse, Vorsitzender Finanzausschuss, und Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik.
Foto: Heide Welslau

PADERBORN/KREIS HÖXTER/LÜGDE. „Danke für das gemeinsame Gestalten von Kirche vor Ort und das Einbringen Ihrer Ideen“, sagte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, Volker Neuhoff, als er am 22. November auf der Synode in Paderborn eine Halbzeitbilanz der ersten vier Jahre seiner Amtszeit zog. Sein Dank galt ausdrücklich allen Ehren- und Hauptamtlichen. „Lassen Sie uns frohgemut und glaubensfroh Kirche im Umbruch gestalten“, so Neuhoff angesichts der „Prognose 2060“der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die einen Rückgang von 50 Prozent an Personen, Personal und Finanzen in den nächsten 40 Jahren voraussagt. „Wir brauchen Geduld. Wir können und werden die Herausforderungen schaffen“, zeigte sich Superintendent Volker Neuhoff zuversichtlich.
Begonnen hatte die halbtägige Finanzsynode im Martin-Luther-Zentrum Paderborn mit einer Andacht, die Pfarrerin Elke Hansmann hielt. Anwesend waren 84 von 104 stimmberechtigten Synodalen – Theologinnen und Theologen sowie Abgeordnete der 14 Kirchengemeinden und der Gemeinsamen Dienste -, weiterhin sechs beratende Synodale. Unter den Gästen war als Vertreter der Evangelischen Kirche von Westfalen, Assessor Friedrich Beyer, und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Paderborn, Martin Pantke.

STRUKTURWANDEL UND FINANZSITUATION

Zum Evangelischen Kirchenkreis Paderborn gehören 78.937 Gemeindeglieder (Stand 31.12.2018) in 14 Kirchengemeinden in den Kreisen Höxter und Paderborn sowie im lippischen Lügde. Für das Jahr 2023 wird von 74.769 Gemeindegliedern ausgegangen. „Grob gesagt ist in zehn Jahren jeder Zehnte nicht mehr da. Wir sind bereits tief im Strukturwandel“, stellte Verwaltungsleiter Jürgen Jurczik fest.
„Spätestens ab 2021 ist von verringerten Kirchensteuerzuweisungen auszugehen“, so Jurczik. Der Kurs der vorsichtigen und sparsamen Haushaltsführung sei weiter einzuhalten. Nach Einbringung der Haushaltspläne beschlossen die Synodalen den Haushalt für das Jahr 2020 in Höhe von insgesamt 22,61 Millionen Euro.
Der Mitgliederrückgang in der evangelischen Kirche beruhe zu zwei Dritteln auf demografischen Faktoren, zitierte auch der Vorsitzende des Finanzausschusses, Martin Gasse, in seinem Bericht zur Finanzsituation Ergebnisse einer im Frühjahr veröffentlichten EKD-Studie. Für das restliche Drittel des Mitgliederrückgangs gebe es Gründe, auf die die Kirche Einfluss nehmen könne. Dies gelte es verstärkt zu tun, etwa durch eine besondere Hinwendung zu den Kirchenmitgliedern, die sich nicht am Gemeindeleben beteiligten, aber die Kasualien (christliche Amtshandlungen wie Taufe, Trauung, Bestattung)  in Anspruch nähmen.
„Wir befinden uns finanziell und wirtschaftlich an einem Kipp-Punkt“, informierte Gasse weiter. Auf der einen Seite stiegen die Steuer-Einnahmen (noch), auf der anderen Seite zeigten sich (…) deutliche Zeichen eines konjunkturellen Rückgangs. Wie bereits 2018 gebe es auch 2019 wieder Steigerungen beim Kirchensteuereinkommen gegenüber dem Vorjahr. Alle Haushalte könnten planmäßig abgewickelt werden. Für 2020 rechne die Landeskirche mit 520 Millionen Euro. Davon erhält der Kirchenkreis Paderborn rund 11,64 Millionen Euro Kirchensteuerzuweisungen. Für die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Paderborn bedeute das für 2020 ein Plus von insgesamt 375.000 Euro an Zuweisung für ihre Haushalte im Vergleich zu 2019.

PERSONAL

Die Gesamtpersonalkosten im Kirchenkreis betragen im Jahr 2020 ca. 19,76 Millionen Euro (ca. 700.000 Euro mehr als 2019). Ein Plus von 3,37 Stellen gibt es im Bereich der Mitarbeitenden in den 16 evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis mit jetzt 180 Stellen. Das ist die größte Mitarbeitenden-Gruppe im Kirchenkreis, gefolgt von den Gemeinde- und Funktionspfarrstellen mit 49. Insgesamt gibt es etwa 300 Personalstellen im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn.

WAHLEN

Nachberufen wurden in den Ausschuss für Nominierungen: Oliver Schwarz, Geschäftsführender Jugendreferent, und Tim Wendorff, Gemeindepfarrer (Höxter). Ebenfalls nachberufen wurde Oliver Schwarz in den Schulausschuss.

BERICHTE VON DER LANDESSYNODE

Zwei Tage vor der Finanzsynode des Kirchenkreises Paderborn endete in Bielefeld die Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Landessynodalen stellten die wichtigsten Ergebnisse der Landessynode in Paderborn vor. Weitere Informationen: www.landessynode.de

 

 

 

 

 

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