Koptischer Bischof besorgt
Übergriff auf Christen in Ägypten

HÖXTER – Der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, hat sich Ende des Jahres 2017 besorgt über einen Übergriff auf Christen in Ägypten geäußert. Hunderte Muslime hätten am 22. Dezember nach dem Freitagsgebet in einem Dorf bei Gizeh das christliche Gebetshaus gestürmt, erklärte Damian einen Tag danach in Höxter. Nach einem Bericht des dortigen koptisch-orthodoxen Bistums sei Inventar der Kirche zerstört worden, anwesende Christen seien verletzt worden. Das staatliche Sicherheitspersonal habe die Versammlung der Angreifer aufgelöst. Die Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden.

Bischof Damian verurteilte den Übergriff scharf. Ein Angriff auf eine christliche Kirche in einer Zeit, in der die Welt die Geburt Christi feiere, sei eine Missachtung und Verletzung der Gefühle der Christen weltweit, erklärte der Bischof. Predigten zu muslimischen Freitagsgebeten dürften nicht für eine Kriegserklärung missbraucht werden. „Ich hätte von den muslimischen Nachbarn eher einen freundlichen Besuch und ein gemeinsames Fest und Miteinander erwartet, vor allem weil Jesus Christus auch im Koran besonderes verehrt wird“, erklärte Damian.

Die koptisch-orthodoxe Kirche existiert bereits seit dem ersten Jahrhundert nach Christus. Stammland ist Ägypten, in dem es immer wieder Angriffe radikaler Islamisten auf die christliche Minderheit gibt. In Deutschland zählt die koptische Kirche nach eigenen Angaben etwa 12.000 Mitglieder. Damian ist Bischof der Diözese für Norddeutschland, sein Dienstsitz ist das koptisch-orthodoxe Kloster in Höxter. Für Süddeutschland ist der Bischof Michael El Baramousy zuständig, der seinen Sitz im Kloster St. Antonius im hessischen Kröffelbach hat.   epd

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