Frauenfrühstück mit Vortrag
Von der Kunst, eine Egoistin zu werden

Mitglieder des Frauenausschusses mit der Referentin: (v. l.) Pfarrerin Elke Hansmann, Irene Glaschick-Schimpf, Susanne Bornefeld, Monika Korbach, Pfarrerin Heidrun Greine und Ingeborg Knust.

Mitglieder des Frauenausschusses mit der Referentin: (v. l.) Pfarrerin Elke Hansmann, Irene Glaschick-Schimpf, Susanne Bornefeld, Monika Korbach, Pfarrerin Heidrun Greine und Ingeborg Knust. FOTO: IRENE GLASCHICK-SCHIMPF

Paderborn/Kirchenkreis. Der synodale Frauenausschuss des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn hatte zu einem Frauenfrühstück mit Vortrag ins Liborianum eingeladen und die 40 Plätze am Frühstückstisch waren schnell ausgebucht. Nach einer Andacht von Pfarrerin Heidrun Greine und einem reichhaltigen Frühstücksbüfett warteten die Frauen gespannt auf den Vortrag von Monika Korbach, Bildungsreferentin der Lippischen Landeskirche. Eine Egoistin werden – wie geht das? Darf Frau das überhaupt?

Die Referentin erarbeitete mit den Teilnehmerinnen zunächst den Begriff des Egoismus, und es stellte sich heraus, dass dieser Begriff nicht nur negative, sondern auch ambivalente und sogar positive Aspekte beinhaltet. Egoismus ist nicht nur Synonym für Rücksichtslosigkeit, sondern auch für Selbstwert, Selbstachtung, Eigensinn – verstanden als „einen eigenen Sinn haben“ – und Selbstliebe. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, so sagt es die Bibel. Und Korbach ergänzte dies mit einem Zitat von Erich Fromm: „Du kannst nur lieben, wenn du auch freundlich zu dir selbst bist.“

Anhand des Modells der Ich-Zustände nach Eric Berne (Kind-Ich, Erwachsenen-Ich und Eltern-Ich) machte die Referentin deutlich: Bei der Sorge für und Pflege von Angehörigen besteht vor allem die Gefahr, das eigene Kind-Ich zu vernachlässigen. Wenn ein Mensch aber eines seiner Ichs unterdrückt, führt das zu seelischen und damit meist auch zu körperlichen Erkrankungen. Das Problem sind die Ansprüche, die Frauen an sich selber haben, und ihr Gefühl, sie seien nicht gut genug. Sie geben Anderen Zuwendung und erhalten selber zu wenig. Um diese „Schieflage im Zuwendungshaushalt“ zu überwinden gab Korbach den Teilnehmerinnen fünf Regeln mit auf den Weg: Gib anderen positive Zuwendung. Gib dir selbst positive Zuwendung. Frage nach positiver Zuwendung. Nimm positive Zuwendung an. Weise Zuwendung zurück, wenn sie dir unangenehm ist.

Mit dem Gedicht „Als ich mich selbst zu lieben begann…“ von Charlie Chaplin schloss Korbach ihren Vortrag. Mit Dank an die Referentin und die Organisatorinnen der Veranstaltung endete ein unterhaltsamer und informativer Vormittag.     Von Irene Glaschick-Schimpf

 

 

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