Auf ein Wort
Kümmern wir uns!

Pfarrer Christoph Keienburg

Pfarrer Christoph Keienburg

Von Pfarrer Christoph Keienburg

Hat man ihm erzählt, wie sehr er auf fremde Hilfe angewiesen gewesen war, vom ersten Atemzug an?
Wie prekär die Umstände seiner Geburt waren?
Dass irgendwer einen Futtertrog zur Verfügung stellte für ein provisorisches Bettchen?
Dass Viehhirten aus der Umgebung seine Mutter informierten über die Freude, die seine Geburt auch andernorts auslöste?
Dass orientalische Astronomen ihre Reiseroute änderten, um seinen Geburtsort geheim zu halten? Dass sein Ziehvater von jetzt auf gleich Mutter und Kind herausriss: Wir müssen los! Unser Leben ist in Gefahr!
Dass er die ägyptische Grenze gefahrlos passieren konnte, als Flüchtlingskind, und irgendwer dafür sorgte, dass sie überlebten, bis die Bedrohung vorüber war?
Als er später die Lebendigkeit des göttlichen ‘Ich bin da’ in jeden Winkel verstreut, in jeder Sorgenfalte aufspürt: Es ist, als ob die Erfahrung des Neuen von der der eigenen Bewahrung nicht zu trennen sei: Nehmt das auf wie ein Kind, Leute: Neugierig, vertrauensvoll!
Nehmt das auf, wie man ein Kind aufnimmt: Fürsorglich, liebevoll!
Erst mal wird er selbst gerettet, der Retter der Welt.

Gott konnte aufwachsen unter uns, weil Menschen und Engel sich um ihn kümmerten.
Gott will es weiterhin: Geboren werden. Groß werden.

Kümmern wir uns also.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihr Christoph Keienburg,
Pfarrer des Lukas-Bezirks der evangelischen Kirchengemeinde Paderborn

 Der Beitrag ist in der Kolumne „Auf ein Wort“ der Neuen Westfälischen Paderborn am 21. Dezember veröffentlicht.

 

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