Die Corona-Situation in Kusini B / Tansania

Als Partner verbunden bleiben in Zeiten von Corona

Zu den Gottesdiensten im Kirchenkreis Kusini B kommen wieder mehr Besucher. Die Gottesdienste werden nun auch außerhalb der Kirchengebäude gefeiert. Pfarrer und Evangelisten tragen Schutzmasken. Foto: Kirchenkreis Kusini B

Zu den Gottesdiensten im Kirchenkreis Kusini B kommen wieder mehr Besucher. Die Gottesdienste werden nun auch außerhalb der Kirchengebäude gefeiert. Pfarrer und Evangelisten tragen Schutzmasken.
Foto: Kirchenkreis Kusini B

Von Karl-Edzard Buse-Weber

KIRCHENKREIS/KUSINI B – Der Kirchenkreis Kusini B am Westufer des Viktoriasees ist in Partnerschaft verbunden mit dem Evangelischen Kirchenkreis Paderborn. Die Partner in Tansania erleben die Corona-Zeit als Krise. Im Kirchenkreis Kusini B ist vieles anders und manches schwieriger als in normalen Zeiten. Tansania und damit auch Kusini B gehören zu Ostafrika, wo sich das gefährliche Corona-Virus besonders in den Ländern Kenia, Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo verbreitete. In einigen Regionen von Tansania wie Daressalam, Arusha und Sansibar gab es hohe Zahlen an Infektionen. In Tansania wurden von der Regierung die Schulen und Kindergärten geschlossen, um Ansteckungen mit dem Virus zu vermeiden. Im öffentlichen Leben sollen die Menschen Abstand halten und Masken tragen. Gottesdienste können weiterhin gefeiert werden, wenn die Menschen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Die tansanische Regierung hat verboten, Statistiken über Erkrankungen selbst zu führen. Nur der Premierminister und der Gesundheitsminister sind für die Erstellung von Statistiken verantwortlich. Sie geben lediglich eine Zusammenfassung der Situation, die pauschal das ganze Land beschreibt. Für einzelne Regionen oder Gebiete wie den Partnerkirchenkreis gibt es keine verlässlichen Zahlen.

In der Region rund um Ilemera und Muleba sollen nach dem Eindruck von Superintendent Frederick Muganyizi keine Menschen mit dem Corona-Virus infiziert sein. Dafür gelte es, so Superintendent Muganyizi, Gott zu danken und gleichzeitig nach bestem Wissen und Vermögen vorsichtig zu agieren. So waschen sich die Menschen regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife oder verwenden Desinfektionsmittel.

Für die zahlreichen Gottesdienstbesucher müssen ausreichend Seife und Desinfektionsmittel bereit stehen. Das stellt die Kirchengemeinden im Partnerkirchenkreis Kusini B vor Herausforderungen. Foto: Kirchenkreis Kusini B

Für die zahlreichen Gottesdienstbesucher müssen ausreichend Seife und Desinfektionsmittel bereit stehen. Das stellt die Kirchengemeinden im Partnerkirchenkreis Kusini B vor Herausforderungen.
Foto: Kirchenkreis Kusini B

Zu den Gottesdiensten kamen anfänglich nur wenige Menschen, die dann auch den nötigen Abstand einhalten konnten. Nun werden es aber wieder mehr, die am Gottesdienst teilnehmen und so ihre Verbindung zueinander und zu Gott stärken wollen. Das stellt die Gemeinden des Kirchenkreises vor Herausforderungen. Es muss genug Seife und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, jeder Evangelist und Pfarrer soll zwei Schutzmasken bekommen und all diese Mittel müssen finanziert werden. Um den Abstand der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzuhalten hat der Kirchenkreis beschlossen, die Zahl der Gottesdienste am Sonntag zu erhöhen. So verteilen sich die Menschen auf mehrere Gottesdienste und der Abstand zueinander kann besser eingehalten werden. Einige Gemeinden beginnen, Gottesdienste außerhalb des Kirchengebäudes zu feiern. So hat zum Beispiel die Gemeinde in Ilemera am letzten Sonntag einen Jugendtag vor der Kirche abgehalten. Viele junge Leute sind gekommen, um Gott für seine Barmherzigkeit und seinen Trost zu danken.

Regelmäßiges Händewaschen und das Verwenden von Desinfektionsmittel gehören für die Menschen in Kusini B in Corona-Zeiten zum Alltag. Foto: Kirchenkreis Kusini B

Regelmäßiges Händewaschen und das Verwenden von Desinfektionsmittel gehören für die Menschen in Kusini B in Corona-Zeiten zum Alltag.
Foto: Kirchenkreis Kusini B

Für die Region, zu der der Kirchenkreis Kusini B gehört, ist von der tansanischen Regierung das Bushekya Health Center als Gesundheitszentrum bestimmt worden. Dort sollen an Covid-19 Erkrankte versorgt und isoliert werden. Über die Situation dort liegen im Kirchenkreis Kusini B keine gesicherten Erkenntnisse vor. Wahrscheinlich sind keine oder nur sehr wenige Menschen aus Kusini B bisher dort medizinisch versorgt worden.

Auch am Eingang zur Tischlerei für die Ausbildung von Waisen in Ilemera steht eine Wassertonne für das Händewaschen bereit. Foto: Kirchenkreis Kusini B

Auch am Eingang zur Tischlerei für die Ausbildung von Waisen in Ilemera steht eine Wassertonne für das Händewaschen bereit.
Foto: Kirchenkreis Kusini B

Mit der Corona-Pandemie ist die wirtschaftliche Lage bei den Menschen in der Region sehr viel schlechter geworden. Eltern fällt es schwer, Schulgebühren oder die vorgeschriebenen Schutzmasken für ihre Kinder zu finanzieren. Seit dem 29. Juni haben die Schulen wieder geöffnet und die Eltern müssen für die genannten Dinge Sorge tragen. In den Kirchengemeinden brechen die Einnahmen aus Kollekten weg, weil die Gläubigen weniger Geld zur Verfügung haben. Die Gemeinden können Evangelisten und Pfarrer nicht mehr im vollen Umfang bezahlen.

Der Evangelische Kirchenkreis Paderborn hat die Partner in dieser schwierigen Lage finanziell unterstützt. Der Vorsitzende des Tansania-Ausschusses im Kirchenkreis Paderborn, Pfarrer Karl-Edzard Buse-Weber, freut sich, dass so die finanzielle Notlage der Partner in Tansania etwas gemildert werden konnte. Viel mehr als der Dank der Partner aus Tansania, der den Kirchenkreis Paderborn erreichte, zähle die starke und sich in diesen Zeiten der Krise bewährende Verbindung zu den Partnern, so Buse-Weber. Wer einen Baustein dazu beitragen möchte die Partner weiterhin zu unterstützen, kann unter dem Stichwort „emergency fund“ etwas spenden.

Spendenkonto:
Ev. Kirchenkreis Paderborn
IBAN: DE47 3506 0190 0000 6609 90
Verwendungszweck: emergency fund