Konfirmation zwischen Dachterrasse und Garten

Im Familienkreis statt großer Gemeinschaftsgottesdienst

Konfirmation „to go“: Die Zwillinge Leonie und Jan Brauner wurden im heimischen Garten gemeinsam konfirmiert. Pfarrerin Claudia Hempert-Hartmann beobachtet wie die Konfirmationskerze entzündet wird. FOTO: AXEL LANGER

Konfirmation „to go“: Die Zwillinge Leonie und Jan Brauner wurden im heimischen Garten gemeinsam konfirmiert. Pfarrerin Claudia Hempert-Hartmann beobachtet wie die Konfirmationskerze entzündet wird.
FOTO: AXEL LANGER

VON AXEL LANGER

DELBRÜCK – Eigentlich hätten 22 junge evangelische Christen in der evangelischen Kirchengemeinde Delbrück Ende April konfirmiert werden sollen. Doch der Corona-Lockdown machte dies unmöglich. Die Feierlichkeiten wurden zunächst auf Anfang Oktober verschoben, in der Hoffnung, dass sich die Situation bis dahin gebessert habe. Doch die Sorge blieb, dass auch im Spätsommer Gottesdienste mit großen Personenzahlen nicht möglich sein würden. „Da war Ideenreichtum und Kreativität gefragt“, so Pfarrerin Claudia Hempert-Hartmann.

Was wäre wenn, … die Konfirmation zu Hause bei den Familien gefeiert würde. Schnell nahm eine Idee auf der ersten Presbyteriums-Sitzung nach der Kontaktsperre konkrete Formen an. Der digitale Kontakt zu den Konfirmanden und Eltern wurde kurzfristig aufgenommen und der Vorschlag der „Konfirmation to go“ unterbreitet. „Die Zustimmung war riesig. Innerhalb kürzester Zeit waren von fast Allen positive Rückmeldungen da. Damit konnte die Idee in die Tat umgesetzt werden“ so die Geistliche. Mit der Idee war jedoch auch viel Arbeit verbunden. Eine Blaupause gab es schließlich nicht, sowohl in der Evangelischen Kirchengemeinde Delbrück wie auch im gesamten Kirchenkreis Paderborn hatte es noch keine Hauskonfirmationen in dieser Größenordnung gegeben, doch Corona machte es möglich.

Termine mussten gefunden und abgeglichen werden, 22 individuelle Predigten und Abläufe mussten entwickelt werden, die Begeisterung und Vorfreude ließ die Spannung steigen. Fahrtrouten durch das ganze Delbrücker Land entstanden und die Kirchengemeinde stellt auch den eigenen Kirchgarten für eine Konfirmation zur Verfügung. An insgesamt sechs Wochenenden fanden jeweils an einem Tag zwei bis fünf Konfirmationen statt. Die Pfarrerin wurde von Mitgliedern des Kirchenvorstandes sowie von Teamern begleitet. Kleine Präsente und Gottes Segen fanden so den Weg in die Gärten und zu den Konfirmanden.

Die Eltern unterstützten die Idee mit viel Einsatz: Sogar Gärten von netten Nachbarn, Dachterrassen oder ein Campingplatz wurden als Örtlichkeit genutzt und erlaubten mit Abstand die Konfirmation zu feiern. „Die Reaktionen der Familien haben gezeigt, dass die Konfirmation sicher zu einem besonderen Familienfest wurde. Für viele Familien sogar das erste Treffen nach dem Corona-Lockdown. Die vielen strahlenden Augen waren ein tolles Erlebnis“, sind Claudia Hempert-Hartmann und das Team begeistert. Anfang Oktober fanden noch drei Konfirmationen in den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde statt.