„MAN LÄSST KEINE MENSCHEN ERTRINKEN! PUNKT.“

Aktion der Evangelischen Frauenhilfe in Bad Lippspringe

Erinnerten an ertrunkene Flüchtlinge: Ursula Johannsen und Ilka Recklies-Bodewig, beide Frauenhilfe Bad Lippspringe (v. l.), Irene Glaschick-Schimpf, Bezirksvorstand Frauenhilfe Paderborn und Birgitt Schuh-Johannsen, Vorstandsmitglied im Landesverband der Frauenhilfe Westfalen (vorne) setzten Papierboote in den Jordan in Bad Lippspringe. Foto: Antje Lütkemeier

Erinnerten an ertrunkene Flüchtlinge: Ursula Johannsen und Ilka Recklies-Bodewig, beide Frauenhilfe Bad Lippspringe (v. l.), Irene Glaschick-Schimpf, Bezirksvorstand Frauenhilfe Paderborn, und Birgitt Schuh-Johannsen, Vorstandsmitglied im Landesverband der Frauenhilfe Westfalen (vorne) setzten Papierboote in den Jordan in Bad Lippspringe.
Foto: Antje Lütkemeier

Bad Lippspringe. Am „Tag der Menschenrechte“ (10. Dezember 2020) erinnerte die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen unter dem Motto „MAN LÄSST KEINE MENSCHEN ERTRINKEN! PUNKT.“ an die Menschen, die auf der Flucht  im Mittelmeer ums Leben gekommenen sind. Die ursprünglich geplante Aktion, an mehreren öffentlichen Orten in Westfalen 1319 Boote, aus Zeitungspapier gefaltet, aufzustellen, die stellvertretend für die 2019 ertrunkenen 1319 Menschen stehen, konnte wegen der Corona-Schutz-Maßnahmen nicht umgesetzt werden.

In Bad Lippspringe setzten Vertreterinnen der Frauenhilfe deshalb symbolisch Schiffe in den Jordan. „Bei all den Schwierigkeiten durch die Pandemie, mit denen wir hier alltäglich zu kämpfen haben, ist es uns wichtig, auch die Menschen auf der Flucht nicht zu vergessen“, so Birgitt Schuh-Johannsen, Mitglied im Vorstand des Landesverbandes der westfälischen Frauenhilfe. Mit ihr waren an der Aktion beteiligt Irene Glaschick-Schimpf, Bezirksvorstand Frauenhilfe Paderborn sowie Ilka Recklies-Bodewig und Ursula Johannsen, beide Frauenhilfe Bad Lippspringe.

Beim Kirchentag 2019 in Dortmund sprach die hannoversche Pastorin Sandra Pils das aus, was viele Menschen in Deutschland denken: „Jedes Menschenleben ist wichtig und muss gerettet werden. Solange täglich Menschen im Mittelmeer sterben, müssen Zivilgesellschaft und Kirchen das Versagen der europäischen Staaten anklagen und so viele Geflüchtete wie möglich aus dem Mittelmeer retten.“

Im Dezember 2019 ist die Evangelische  Frauenhilfe in Westfalen dem Bündnis „United 4 Rescue“ beigetreten. Dieses Bündnis hat Anfang 2020 ein Schiff erworben, das der Organisation Sea-Watch zu Verfügung gestellt wurde, um die zivile Seenotrettung im Mittelmeer zu stärken. Seit August 2020 war das Schiff „Sea-Watch 4“ auf einer Mission im Mittelmeer unterwegs und hat mehrere hundert Menschen aus Seenot gerettet. Am 20. September wurde sie von den italienischen Behörden festgesetzt. Seitdem sind mehr als 200 Menschen im Mittelmeer ertrunken.