Pfarrerin Melanie Freye in Schloß Neuhaus ordiniert

Ein freudiges Fest mitten im November

Ein Zeichen des Mutes in einem grauen November sowie inmitten der Corona-Pandemie sendete die Kirchengemeinde Schloß Neuhaus mit der feierlichen Ordination von Pfarrerin Melanie Freye (2.v.re.). Mit dabei (v.li.): Die Vorsitzende des Presbyteriums, Evelyne Schubert, Synodalassessor Gunnar Wirth, Pfarrerin Melanie Freye und Pfarrer Rüdiger Thum, Vikariatsleiter in Bielefeld-Schildesche. Foto: Axel Langer

Ein Zeichen des Mutes in einem grauen November sowie inmitten der Corona-Pandemie sendete die Kirchengemeinde Schloß Neuhaus mit der feierlichen Ordination von Pfarrerin Melanie Freye (2.v.re.). Mit dabei (v.li.): Die Vorsitzende des Presbyteriums, Evelyne Schubert, Synodalassessor Gunnar Wirth, Pfarrerin Melanie Freye und Pfarrer Rüdiger Thum, Vikariatsleiter in Bielefeld-Schildesche.
Foto: Axel Langer

Von Axel Langer

Schloß Neuhaus/Sennelager. „Eigentlich würde es ja bei diesem festlichen Anlass ganz anders aussehen: Die Kirche wäre voll, es gäbe viele Grußworte, Hände werden geschüttelt, man umarmt sich, und vor der Kirche würde ein Grill oder eine Gulaschkanone für eine leckere Mahlzeit sorgen. All dies ist heute nicht der Fall. Und trotzdem ist die Zeit reif für die Ordination von Pfarrerin Melanie Freye“, betonte Synodalassessor Gunnar Wirth in Vertretung des erkrankten Superintendenten Volker Neuhoff.

Als freudiges Fest mitten im November bezeichnete Pfarrer Oliver Peters den Festgottesdienst in der Christuskirche in Schloß Neuhaus. Auf Grund der aktuellen Corona-Lage wurde die Ordination von Pfarrerin Melanie Freye (31) auch als Livestream übertragen. Bereits seit April 2019 ist Melanie Freye als Pfarrerin im Probedienst im Pfarrbezirk Sennelager und Sande der Evangelischen Kirchengemeinde Schloß Neuhaus tätig. Nun wurde sie mit der Ordination offiziell mit dem öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament (Taufe und Abendmahl) beauftragt.

„Ist dies eine gute Zeit für eine Ordination? Melanie Freye hat das Herz geblutet, als sie vielen, lieben Menschen für den Festgottesdienst wieder absagen musste. Die Coronazahlen machten dies unumgänglich. Die Mitgliederzahlen sinken, das Kirchensteueraufkommen ist rückläufig, ja, unsere Kirche bröselt“, leitete Synodalassessor Gunnar Wirth seine Ansprache ein. Seine anfängliche Frage beantworte er gleich mit einem überzeugten „Ja, es ist eine gute Zeit. Melanie Freye ist unterwegs, ohne Scheu. Die Zukunftsszenarien schrecken Melanie Freye nicht. Die Gemeinde ist ein Raum in dem Menschen – gerade in schweren Zeiten – aufatmen. Dies brauchen wir gerade jetzt. Gemeinde ist ein Raum, um frei zu handeln, Gutes zu wollen, aber auch Fehler zu machen. Unsere Kirche sagt ja, dass Melanie Freye ein Gesicht und eine Stimme unserer Kirche ist“, so Wirth.

Die Segnung und Sendung für den Dienst der öffentlichen Verkündigung und Sakramentsverwaltung führten anschließend die Vorsitzende des Presbyteriums, Evelyne Schubert, Pfarrer Rüdiger Thurm, Vikariatsleiter von Melanie Freye in Bielefeld-Schildesche und der Synodalassessor des Evangelischen Kirchenkreis Paderborn, Gunnar Wirth, durch.

Der November sei die Zeit der schweren Gedanken, von Erinnern und Trauern. „Nun schränkt der Lockdown light uns noch weiter ein. Die Unbeschwertheit ist gerade nicht zu finden. Und doch müssen wir Mut haben, zu finden, offen zu bleiben und gefunden zu werden“, appellierte Melanie Freye in ihrer Predigt, als Mutmacher neue Perspektiven zu entdecken.

Geboren wurde Melanie Freye im niedersächsischen Westerstede. Nach dem Abitur studierte sie in Rostock und Münster Evangelische Theologie. Von Oktober 2016 bis März 2019 führte sie das Vikariat nach Bielefeld-Schildesche. Seit April 2019 ist sie im Pfarrbezirk Sennelager-Sande der Evangelischen Kirchengemeinde Schloß Neuhaus tätig. Im Frühjahr 2021 endet der Probedienst von Melanie Freye in Schloß Neuhaus. Sie hofft aber, danach weiterhin im Kirchenkreis Paderborn unterwegs zu sein. Im Oktober erhielt sie zusätzlich zu Pfarrer Burkhardt Nolte die Synodalbeauftragung für Jugend.