Telefonseelsorge Paderborn veröffentlicht Zahlen für 2019

Vertrauenswürdiger und verlässlicher Gesprächspartner rund um die Uhr

Leiten die Telefonseelsorge Paderborn: Monika Krieg, Leiterin; (links) und Pfarrerin Dorothea Wahle-Beer, stellv. Leitung (r.). Foto: Telefonseelsorge

Leiten die Telefonseelsorge Paderborn: Monika Krieg, Leiterin; (links) und Pfarrerin Dorothea Wahle-Beer, stellv. Leitung (r.).
Foto: Telefonseelsorge

Paderborn. Auch im Jahr 2019 fanden viele Menschen in schwierigen Lebenssituationen Begleitung und Unterstützung bei der Telefonseelsorge Paderborn. Dies zeigt die statistische Auswertung der Beratungskontakte, die jetzt veröffentlicht wurde. Im Tagesdurchschnitt führten 74 ehrenamtlich Mitarbeitenden, die für ihre Aufgabe eigens ausgebildet wurden, 26 Gespräche. Die Gesamtzahl der Telefonate betrug 8.598. Mit 60 Ratsuchenden wurden 400 Mails gewechselt; hinzu kamen 157 Chats.

Dabei wurde das offene Angebot der Telefonseelsorge von Ratsuchenden aller Altersstufen, Geschlechtszugehörigkeit und Lebensphasen genutzt. Allerdings hat sich das Nutzerverhalten in den vergangenen Jahren stetig verändert. „Am Telefon begegnen wir zu einem ganz überwiegenden Teil Menschen, die altersmäßig über 50 sind. In der Onlineberatung ist dies genau umgekehrt,“ sagt Leiterin Monika Krieg. „Die unter 40-Jährigen sind es gewohnt, sich auch in persönlichen Anliegen im Netz Hilfe zu holen!“

Etwa die Hälfte der Kontakte bezog sich auf das seelische und körperliche Befinden der Ratsuchenden, insbesondere auf Niedergeschlagenheit, Ängste und Depression. In etwa gleicher Anzahl kamen Beziehungsthemen zur Sprache. Darunter fielen Probleme in Partnerschaft und Familie sowie der Umgang mit Nachbarn, Freunden und Arbeitskollegen – Themen, bei denen es oft gut ist, sie mit unvoreingenommenen Außenstehenden zu besprechen, Lösungsmöglichkeiten gedanklich durchzuspielen und die eigenen Gedanken zu strukturieren.

Besonders wichtig ist dies beim Thema Suizid, das in 10 Prozent der Gespräche und in 25 Prozent der Onlinekontakte zur Sprache kam. „Der Wunsch, sich das Leben zu nehmen, ist so tiefgreifend, dass Betroffene mit Angehörigen und Freunden kaum darüber sprechen können!“ betont die stellvertretende Leiterin, Pfarrerin Dorothea Wahle-Beer. „In der Ausbildung der Ehrenamtlichen erhält daher dieses Thema besonderes Gewicht.“

Besonders geschätzt wurde der Beistand der Telefonseelsorge von Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden. Deren Anteil an den Beratungskontakten ist im letzten Jahr noch einmal gestiegen (auf 43 Prozent). „Das ist eine bedenkliche Entwicklung und zeigt, wie hoch belastet die Bevölkerung ist,“ finden die beiden Leiterinnen. Gleiches gilt für die hohe Zahl derjenigen, die erkennbar einsam sind, allein leben und für ihre alltäglichen Probleme und Nöte keine Gesprächspartner haben. „Besonders diese Männer und Frauen sind dankbar, dass sie rund um die Uhr auf wertschätzende und vertrauenswürdige Zuhörerinnen und Zuhörer treffen!“

Im Jahr 2019 blieb der Mitarbeiterstand der Telefonseelsorge mit 74 Personen konstant. Ein nächster Ausbildungskurs für ehrenamtlich Mitarbeitende beginnt im Jahr 2021.

Ein ausführlicherer Jahresbericht findet sich unter: www.telefonseelsorge-paderborn.de

Die Telefonseelsorge ist ein bundesweites Angebot der evangelischen und katholischen Kirche. In Paderborn befindet sie sich in Trägerschaft des Gemeindeverbands katholischer Kirchengemeinden Hochstift Paderborn sowie des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn.

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222 kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar.

Ergänzend dazu bietet die Telefonseelsorge für Suizidgefährdete und -betroffene seit 2020 eine Krisen-App an: https://krisen-kompass.app