Verhalten in der Pandemie

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Wie sollen wir uns in der gegenwärtigen Corona-Pandemie verhalten? Grundlage ist die sogenannte AHA-Regel: Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. Darüber hinaus gibt es die jeweiligen Corona-Schutzkonzepte des Landes, die das Verhalten in unterschiedlichen Situationen regeln. Warum wir diese Regeln beachten sollen, ist klar: Es geht um die Gesundheit und den Schutz vor der Ansteckung durch das Virus. Angesichts der stark ansteigenden Zahlen von Erkrankungen in den europäischen Nachbarländern ist besondere Vorsicht geboten. Sie entspricht auch einer christlichen Grundhaltung, die der Apostel Paulus im Brief an Timotheus formuliert: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1, Vers 7)

„Angst ist kein guter Ratgeber“, sagt ein Sprichwort. Sie mahnt zwar zur Vorsicht, aber zur Bewältigung von Problemen braucht man auch Mut und Zuversicht. In den Kirchen werden mit viel Kreativität und Phantasie neue Wege der Gestaltung von Gottesdiensten und Gemeindearbeit gegangen. Die notwendige Kraft zum Durchhalten ist gerade jetzt eine wichtige Eigenschaft. Wir sind  den medizinischen und pflegerischen Kräften sehr dankbar, die an vorderster Front im Kampf gegen das Virus stehen. Die Nächstenliebe ist die christliche Grundhaltung, mit der ich dem anderen Menschen begegne. Der Schutz des anderen Menschen steht höher als das eigene Bedürfnis nach Freiheit und Freizügigkeit. Eine besonders wichtige Eigenschaft in der gegenwärtigen Situation ist die Besonnenheit. Sie hilft uns, den richtigen Mittelweg zu finden zwischen Lockdown und Lockerung, Verboten und Eigenverantwortung, Freiheit und Verzicht. Hoffen wir, dass wir auch in den kommenden Monaten weiterhin den richtigen Umgang mit der Pandemie finden.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Pfarrbezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn.

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am Samstag, 26. September 2020.