Alles neu?

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

„Neu‘“ ist ein Zauberwort. Was als „neu“ beschrieben wird, erweckt Interesse. Ein neues Restaurant, ein neues Handy-Modell, ein neues Musikalbum. Die Werbung nutzt den Neuigkeitseffekt gerne aus. Mit dem Wort „neu“ verbinden wir Innovation, Kreativität, Verbesserung.

Ein neues Jahr hat seinen Anfangszauber. Was erwartet mich in diesem Jahr? Welche Hoffnungen, Wünsche verbinde ich damit? Was kann sich in meinem Leben verbessern? Es ist kein Zufall, dass gerade am Anfang eines Jahres viele gute Vorsätze gefasst werden: eine gesündere Ernährung, mehr Sport und Bewegung, Verzicht auf ungesunden Stress, Pflege der persönlichen Beziehungen. Auch wenn es ja nur um eine neue Zählung von Tagen, Monaten und Jahren geht, der erste Januar eröffnet uns eine neue Perspektive.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich dann doch nicht alles erneuert oder gar verbessert. Das neue Jahr verliert mit der Zeit seinen Anfangszauber.

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21, Vers 5) Das Bibelwort, das über diesem Jahr 2026 steht, die sogenannte „Jahreslosung“, verspricht einen anderen Neuanfang. „Alles neu“ ist kein Werbespruch, sondern die Hoffnung auf eine vollständige Veränderung unserer Welt.

Aufgeschrieben um etwa 100 nach Christus von einem Visionär auf der Insel Patmos, nachzulesen in der Offenbarung des Johannes. Eine neue Welt ohne Leid, Krieg, Hunger und Zerstörung. Eine ungetrübte Gemeinschaft mit Gott. Freude, Friede und Unversehrtheit. Gott selbst steht dafür ein.

Wer diese Perspektive der Hoffnung hat, wird schon jetzt daran arbeiten, dass unsere Welt sich verändert. Das neue Jahr bietet viele Gelegenheiten dazu. Unsere guten Vorsätze mögen dabei helfen.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am Samstag, 10. Januar 2026.